Formel E

"Klarer Fehler meinerseits" - Formel-E-Leader Wehrlein nach Kapstadt-Kollision selbstkritisch, Buemi hadert

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Der Kapstadt E-Prix der Formel E war für Pascal Wehrlein bereits nach wenigen Metern beendet. Der Porsche-Werkspilot verschätzte sich beim Bremspunkt in Kurve 9 und kollidierte mit Sebastien Buemi. Während der Schweizer nach einem Dreher in der TecPro-Barriere landete, aber immerhin noch weiterfahren konnte, musste Wehrlein mit gebrochener Radaufhängung aufgeben. Buemi hadert mit dem Rückschlag, Wehrlein gibt sich selbstkritisch.

Dabei hatte es zuvor gut für Wehrlein ausgesehen: Nachdem er beide Freien Trainings unter den ersten Zehn abschloss, zog er mit dem dritten Platz in seiner Qualifying-Gruppe A zum dritten Mal in dieser Saison in die Duellphase ein. Er verlor im Viertelfinale zwar gegen Nick Cassidy. Die von ihm erzielte Rundenzeit reichte aber zu Startplatz 6.

Beim Start ließ es Wehrlein - den Effizienzvorteil des Porsche-Antriebs vor Augen - bewusst vorsichtig angehen und verlor einen Platz an Sebastien Buemi. Nur wenig später verschätzte er sich beim Anbremsen jedoch erheblich und prallte dem Envision-Piloten mit blockierenden Vorderrädern ins Heck. Das frühe Aus für den frischgebackenen Vater.

"Ich habe einen Fehler gemacht", gesteht Wehrlein sichtlich geknickt gegenüber 'e-Formel.de'. "Ich habe ein wenig zu spät und zu hart gebremst und die Räder blockiert. Dann konnte ich die Kollision nicht mehr vermeiden." Das sahen auch die Rennkommissare so und sprachen nach dem Rennen eine Rückversetzung um drei Startplätze in Sao Paulo gegen ihn aus. Außerdem erhielt Wehrlein zwei Strafpunkte auf seine Rennlizenz.

Wehrlein: "Heute hätte definitiv viel möglich sein können"

"Es ist ein schmerzhafter Tag, weil heute definitiv viel hätte möglich sein können", beschreibt der WM-Führende weiter. "Aber diese Tage gibt es - es war ein klarer Fehler von meiner Seite. Es tut mir leid für das Team und für meine Crew. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. In Sao Paulo greifen wir wieder an."

Immerhin verlässt auch Hauptkonkurrent Jake Dennis nach einer Durchfahrtsstrafe wegen zu geringen Reifendrucks Südafrika ohne Punkte, sodass Wehrlein die Gesamtwertung weiterhin mit 18 Zählern Vorsprung anführt. Dass er die WM-Führung trotz seines Ausfalls behalten hat, spielt für ihn keine Rolle.

"Nein, ich habe die Meisterschaft noch nicht groß im Auge", erklärt der Deutsche. "Es ist noch sehr früh in der Saison. Für mich zählt momentan das Einzelergebnis. Natürlich ist es heute Schadensbegrenzung, aber daran möchte ich mich nicht hochziehen. Ich schaue, was ich nächstes Mal besser machen kann, damit das nicht mehr passiert."

Buemi: "Das zweite Mal, dass ich mehr Punkte hätte holen können"

"Ich habe ein wenig zu spät gebremst", beschreibt sein Unfallgegner Sebastien Buemi die Szene in Runde 1 aus seiner Sicht bei den Kolleg:innen von 'Auto Bild'. "Vergne vor mir hat früher gebremst, und ich bin etwas langsamer durch die Kurve gefahren. Aber Pascal hat viel zu spät gebremst. Schade."

"Ich hatte bei seiner Onboard-Aufnahme das Gefühl, er hätte nach rechts ausweichen können", meint Buemi. Die Kollision wäre aus seiner Sicht nicht unvermeidbar gewesen. Dann hätte Wehrlein aber wohl statt des Envision die Wand getroffen. Böse ist er dem Deutschen deshalb nicht: "Dann ist sein Rennen auch vorbei."

"Es war kein gutes Wochenende mit den Unfällen gestern und heute", gesteht Buemi. "Ich hatte wirklich ein gutes Auto. Das ist schade, nachdem ich in Indien schon wegen einer Strafe 15 Punkte verloren habe. Es ist jetzt das zweite Mal, dass ich deutlich mehr Punkte hätte holen können. Aber wichtig ist, dass du schnell bist - dann klappt es irgendwann."

Positiv sieht er jedoch, dass sein Teamkollege Nick Cassidy als Dritter erneut auf dem Podium stand: "Für das Team ist es ein tolles Ergebnis, wir sind jetzt Zweiter in der Meisterschaft. Erster in der Team-WM ist weiterhin Porsche. Die Truppe aus Weißach konnte den Vorsprung dank des Sieges von Antonio Felix da Costa sogar noch ausbauen. "Wir wissen, dass wir ein starkes Auto haben", sieht auch Wehrlein und kündigt an: "Dass wir wieder stark zurückkehren werden, ist auch klar."

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