Formel E

Kommentar: Formel E muss lange Pausen zwischen Qualifying-Duellen reduzieren

Timo Pape

Timo Pape

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Das zu Saison 8 eingeführte "neue" Qualifying-System der Formel E ist beliebt. Es liefert häufig spannende Duelle und gibt den besten Fahrern faire Möglichkeiten, einen guten Startplatz zu ergattern. Trotzdem ist die Qualifikation auch geprägt von langen Pausen, in denen die Zuschauer:innen keine Action zu sehen bekommen. Kann die Formel E daran etwas ändern?

Die erste längere Pause findet nach der Gruppenphase statt. Im Anschluss an die vier Viertelfinal- und zwei Halbfinalduelle folgen jeweils weitere Unterbrechungen, die mehrere Minuten dauern. Die Formel E versucht in dieser Zeit, das Publikum mit Interviews oder Analysen bei Laune zu halten.

Doch warum gibt es die langen Unterbrechungen überhaupt? "Für die Pausen gibt es zwei Hauptgründe", erklärt Fred Espinos, Sporting Director beim deutschen Formel-E-Team ABT Cupra, gegenüber e-Formel.de. "Einer ist, jedem die ausreichende Zeit zu lassen, um die Batterie zu kühlen." Nach einer Push-Runde mit den vollen 350 kW Leistung braucht der Akku demnach ein paar Minuten, um wieder ins optimale Temperaturfenster für den nächsten Versuch zu kommen.

Der zweite Grund für die Pausen sei rein organisatorischer Natur: "Die Rennleitung braucht einen Puffer zwischen den Sessions für den Fall eines Unfalls oder einer roten Flagge, um das Finale pünktlich zu beenden", erklärt Espinos.

Sicherheitspuffer für die Rennleitung

Warum die Qualifikation pünktlich enden muss? Laut Reglement muss zwischen Qualifying und Rennen eine Mindestzeit von drei Stunden eingehalten werden. "Mit den Lücken zwischen den Sessions hat der Rennleiter also eine gewisse Flexibilität, über die er manchmal mehr als froh ist", meint Espinos.

Der ABT-Mitarbeiter spielt damit auf potenzielle Unfälle im Qualifying an, die längere Unterbrechungen nach sich ziehen. Erst in Diriyah war Sebastien Buemi in die TecPro-Barriere gekracht, die daraufhin mehrere Minuten lang repariert werden musste. Auch nutzen die Teams die drei Stunden bis zum Rennstart immer wieder für Fahrzeugreperaturen im Falle eines Quali-Crashs.

Welche Gründe genau hinter dem 3-Stunden-Passus im Regelwerk stecken, ist uns nicht bekannt. Manche liegen auf der Hand - etwa das terminierte Rahmenprogramm während des E-Prix. Das Problem, Live-Zuschauer:innen bei einer Übertragung zu verlieren, schätzen wir allerdings gewichtiger ein.

Wohl keine schnelle Lösung für Batterietemperatur-Problem

Für das Batterie-Problem gibt es wohl keine schnelle Lösung. Die Option einer zusätzlichen externen Kühlung werden sich die Verantwortlichen sicher längst angeschaut haben. Spätestens mit der neuen Batterie für die Gen4-Fahrzeuge sollte aber möglichst eine Anpassung her.

Der neue Batterie-Hersteller Podium Advanced Technologies muss dafür sorgen, dass die Batterie mehrere Vollstrom-Runden am Stück durchhält, ohne dass einer der beiden Duellteilnehmer, der weniger Pausenzeit zum Abkühlen hatte, einen Nachteil aufgrund seiner Batterietemperatur hat.

Es sieht so aus, als müssten Fans die langen Unterbrechungen zunächst weiterhin akzeptieren und Geduld mitbringen. Die Formel E sollte dieses Thema mit Blick auf die Zukunft aber in jedem Fall unter die Lupe nehmen und versuchen, die langen Pausen zu reduzieren.

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