Formel E

Krasse Beschleunigung & längere Rennen: Formel-E-CEO Dodds verrät Details zu Gen4-Ära

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Allradantrieb, maximal 600 kW Leistung und 700 kW Rekuperation: Die aus den öffentlichen FIA-Ausschreibungen bekannten Technikdaten zum Gen4-Auto der Formel E versprechen einen deutlichen Performanceschub im Jahr 2026. Nun hat Formel-E-Geschäftsführer Jeff Dodds erste Details verraten, was die wirkliche Leistungsfähigkeit der zukünftigen Boliden angeht. Zudem sollen die Rennen länger werden.

"Die Batterietechnologie und die Power-Trend-Technologie entwickeln sich so schnell, dass es sich anfühlt, als ob wir erst im Anfangsstadium der Technologie sind", erklärt der Brite in einem Interview für den saudischen Public Investment Funds (PIF) im Rahmen der Bekanntgabe des Projektes "Electric 360".

"Als wir vor zehn Jahren mit dieser Serie begannen, musste man tatsächlich nach der Hälfte des Rennens anhalten, um das Auto zu wechseln", geht er auf die Historie ein. "In zwei bis drei Jahren werden wir die nächste, vierte (Fahrzeug-)Generation haben. Wir erwarten, dass diese Autos in weniger als zwei Sekunden auf 100 km/h kommen." Dies wäre ein deutlicher Schritt nach vorn, denn die aktuellen Fahrzeuge benötigen noch rund 2,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h.

Dodds hofft auf 75 Minuten Rennaction

Aber auch bei der Reichweite sollen die Gen4-Autos neue Maßstäbe für die Formel E setzen. So soll der von Podium AT entwickelte Akku mit seinen 55 kWh Kapazität deutlich längere Rennen ermöglichen. "Unsere Rennen dauern heute ungefähr 45 bis 50 Minuten", beschreibt Dodds weiter. "Wir hoffen, dass wir dann in der Lage sein werden, Rennen bis zu 1:10 Stunden oder 1:15 Stunden zu fahren."

Eine solche Rennlänge wäre Neuland für die Rennserie: Die bislang längste Dauer eines Rennens ohne rote Flagge (das vorletzte Rennen der Gen1-Ära in New York City 2018) betrug 1:02:30 Stunden. In der Gen2-Ära dauerten die Rennen per Definition 45 Minuten plus eine Runde.

Ab der siebten Saison gab es zusätzlich eine "Nachspielzeit", mit der Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phasen ausgeglichen wurden. Das längste unterbrechungsfreie Rennen mit den Gen3-Boliden sahen wir bislang beim Saisonauftakt 2023 in Mexiko-Stadt.

Zählt man Rennunterbrechungen mit, so war das bislang längste Formel-E-Rennen das Saisonfinale 2023 in London: Mehr als zwei Stunden dauerte der Lauf aufgrund einer Regenunterbrechung. Das kürzeste Rennen gab es hingegen in New York City 2022, als die Rennleitung den E-Prix nach 35:04 Minuten wegen sintflutartiger Regenfälle abbrach.

Durchschnittliche Rennlänge pro Saison

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1 Kommentare

EffEll ·

Dann müssen jedoch die Reifen wesentlich mehr Grip als die jetzigen Hankooks und/oder eine funktionierende Aerodynamik bieten.
Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen die elektrische Nachwuchsklassen der Formel G ebenfalls Flügel mit Abtrieb bieten. Wäre es dann nicht auch sinnvoll, das in der Gen4-Ära der Formel E einzuführen? Denn nur so können sich die Nachwuchsfahrer richtig auf den Sprung in die Formel E vorbereiten und man hätte eine gewisse Kontinuität. Die Rennen werden sich mit solch leistungsfähigen Autos ohnehin verändern.

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