Formel E

Lucas di Grassi: "Die vielleicht besten Runden meiner Karriere"

Timo Pape

Timo Pape

Das Team ABT Schaeffler Audi Sport erlebte beim vierten Lauf der Formel E ein Wechselbad der Gefühle – und ein sensationelles Happy End: Lucas di Grassi holte in einem dramatischen Rennen seinen insgesamt fünften Sieg und hat sich damit zurück in den Titelkampf gebracht. Teamkollege Daniel Abt zeigte ebenfalls eine beeindruckende Aufholjagd und fuhr von Startplatz 18 auf Rang sieben.

Die knapp 40.000 Fans in Mexiko-Stadt erlebten eines der dramatischsten Rennen in der Geschichte der Elektro-Rennserie. Hauptdarsteller: Lucas di Grassi. Dank einer riskanten Strategie und dem nach eigenen Worten "besten Rennen" seiner Formel-E-Karriere jubelte der Brasilianer schließlich als Sieger vor den begeisterten Fans. Ebenso wichtig: Weil Erzrivale Sebastien Buemi nur einen Zähler holte, ist der Titelkampf bei noch acht ausstehenden Rennen wieder offen.

Di Grassi war nach einem verkorksten Qualifying nur vom 15. Startplatz ins Rennen gegangen und fiel nach einer unverschuldeten Kollision in der ersten Runde und dem nötigen Wechsel seines Heckflügels sogar auf den letzten Platz zurück. Anschließend setzte das Team alles auf eine Karte und holte di Grassi bereits in der 18. von 45 Runden zum Autowechsel an die Box. In den verbleibenden 27 Runden lieferte der Brasilianer sein Meisterstück in Sachen Energiemanagement ab und hielt die mit deutlich mehr Energie ausgestattete Konkurrenz bis zur Ziellinie hinter sich.

"Heute haben alle gesehen, was die Formel E ausmacht: Man darf niemals aufgeben, egal wie aussichtslos die Situation auch scheint", sagt di Grassi. "Vor allem die Runden nach dem Stopp waren die vielleicht besten meiner Karriere. Ich musste mit meiner Energie haushalten und durfte keinen einzigen Fehler machen. Mein Dank geht an die Mannschaft in der Box, die mutig genug war, diese gewagte Strategie einzugehen."

Teamkollege Daniel Abt war der tragische Held des Mexico City ePrix: Mittags hatte der Deutsche in einem spannenden Qualifying seine zweite Pole-Position in der Formel E erobert – und wenig später unverschuldet doch wieder verloren. Die Sportkommissare attestierten einen minimal zu geringen Luftdruck und versetzten den Deutschen ans Ende des Starterfeldes. Nachdem di Grassis Auto schon 2016 in Mexiko nicht den Regeln entsprochen hatte, war es der nächste folgenschwere Fehler des ABT-Teams.

Von Startplatz 18 kämpfte sich Abt mit einem starken und fehlerfreien Rennen nach vorn, hielt sich aus den meisten Rangeleien heraus und sammelte im Ziel mit Platz sieben wertvolle Punkte. "Von dieser schlechten Ausgangsposition waren Punkte unser Ziel – das haben wir erreicht und damit Schadensbegrenzung betrieben", sagt Abt. Und fügt lächelnd hinzu: "Aber natürlich ärgert es mich schon ein wenig, denn man hat an Lucas gesehen, was mit ein bisschen mehr Glück möglich gewesen wäre."

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