Formel E

Lucas di Grassi im Interview: "Müssen da sein, wenn Renault Fehler macht"

Timo Pape

Timo Pape

Audi-Werksfahrer Lucas di Grassi hat mit einem dritten Platz in Buenos Aires seinen zweiten Tabellenrang in der Formel E behauptet. Der Brasilianer gab seinem Team ABT Schaeffler Audi Sport schon im Qualifying einen Grund zum Jubeln: Zum ersten Mal fuhr er auf den ersten Startplatz und sicherte sich damit drei Extrapunkte. Im Rennen lief es bei knapp 30 Grad im Schatten zunächst nicht nach Wunsch: Di Grassi kämpfte mit starkem Übersteuern und fiel bis auf Rang fünf zurück. Nach dem Fahrzeugwechsel bei Halbzeit konnte der Brasilianer wieder attackieren und sich den dritten Platz auf dem Podium holen.

Im Interview spricht di Grassi über die Dominanz von Renault, seine erste Formel-E-Pole und über die Zielsetzung von ABT Schaeffler Audi Sport für Saison drei.

Lucas, du hast in Buenos Aires deine erste Pole-Position in der Formel E geholt. Hast du damit gerechnet? Und hättest du dir im Rennen nicht mehr erhofft als Platz drei?

Wir versuchen immer, das Maximum herauszuholen. Die Strecke hatte wenig Grip, mir ist eine gute Runde gelungen. Dass es die Pole-Position wurde, war eine schöne Überraschung. Es war toll, das Auto auf die Pole zu stellen. Ein Podium war das Maximum, das wir erreichen konnten. Wir haben mit dem dritten Platz und der Pole-Position insgesamt 18 Punkte geholt. Es war ohne Frage ein gutes Wochenende für uns, auch wenn wir noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen haben.

Weshalb konntest du die anfängliche Führung nicht verteidigen?

Es war offensichtlich, dass die Autos mit Renault-Antrieb vor und hinter mir schneller waren. Zudem fühlte sich mein erstes Auto recht seltsam an. Ich hatte relativ wenig Grip und viel mehr Übersteuern als erwartet. Ich konnte nicht mehr tun, als bis zum Autowechsel bei Halbzeit zu warten. Das zweite Auto war dann richtig gut, ich konnte Nico (Prost) überholen und auch etwas auf Jev (Jean-Eric Vergne) aufholen. Von Platz fünf noch auf Platz drei nach vorne zu fahren, war top. Mehr war nicht möglich.

Du liegst weiter auf dem zweiten Tabellenrang, aber der Abstand zu Tabellenführer Sebastien Buemi ist weiter angewachsen. Was kannst du dagegen tun?

Auch im vergangenen Jahr war Seb überlegen. Aber er hat Fehler gemacht, die wir ausgenutzt haben. In dieser Saison hat er in den ersten drei Rennen keine Fehler gemacht. Wir werden natürlich weiter versuchen, den Rückstand auf Renault zu reduzieren. Aber in der laufenden Saison sind in der Formel E nur kleine Verbesserungen möglich. Einen großen Schritt kann man nur mit einer neuen Homologation machen – und die gibt es nur von Jahr zu Jahr. Wir arbeiten bereits am neuen Antrieb für Saison vier.

Was ist bei den nächsten Rennen möglich?

In Saison drei können wir nur versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Das ist mir bisher mit dem zweiten Platz in Hongkong, Platz fünf in Marrakesch und den 18 Punkten in Buenos Aires ganz gut gelungen. Wir müssen da sein, wenn die anderen Fehler machen. Dann können wir auch Rennen gewinnen.

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