Formel E

Lucas di Grassi kritisiert Rennleitung nach Massencrash: "Entscheidung der FIA kam ein bisschen spät"

Timo Pape

Timo Pape

Der New York City E-Prix der Formel E am Samstagabend endete vorzeitig nach einem schweren Unfall, in den zahlreiche Fahrzeuge verwickelt waren. Ursache für den Crash war immer stärker werdender Regen, der die Autos aufschwimmen ließ. Nach dem Rennen kritisierte Lucas di Grassi die Rennleitung, zu spät reagiert zu haben.

Gut 15 Minuten vor Ablauf der Rennzeit begann es leicht zu regnen. Die Tropfen nahmen stetig zu, immer mehr Wasser sammelte sich auf der Strecke. Dann kam es zum Wolkenbruch über dem Hafen von Brooklyn. Stellenweise bildeten sich große Pfützen, zudem schränkte die aufgewirbelte Gischt die Sichtverhältnisse stark ein. Rennleiter Scot Elkins rief schließlich Full-Course-Yellow-Bedingungen aus - offensichtlich den entscheidenden Moment zu spät.

Denn beinahe zeitgleich kam es in der Auslaufzone von Kurve 6 zu mehreren schweren Unfällen. Nick Cassidy, Lucas di Grassi und Stoffel Vandoorne krachten allesamt mit hoher Geschwindigkeit in die TecPro-Barriere bzw. in bereits verunfallte Fahrzeuge. Es kam zu erheblichen Schäden. Außerdem krachte Sebastien Buemi aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse mit hoher Geschwindigkeit ins Heck von Pascal Wehrlein - auch der Nissan und der Porsche nahmen schweren Schaden.

Hätte die Rennleitung früher reagieren müssen? Aus Sicht von Lucas di Grassi, der am Ende trotz des Unfalls als Zweiter gewertet wurde, auf jeden Fall. "Eigentlich war es ein eher ereignisarmes Rennen für Formel-E-Verhältnisse. Dann kam der Regen, und man konnte Runde für Runde sehen, dass die Autos immer mehr gerutscht sind", erinnert sich der Brasilianer an die Minuten vor dem Unfall.

"Ich persönlich habe schon eine Runde vor der roten Flagge festgestellt, dass man nicht mehr fahren kann. Vor allem nach Kurve 10, aus der Haarnadel heraus, gab es zu starkes Aquaplaning. Selbst auf der Geraden war Aquaplaning! Also habe ich gefunkt, dass es unfahrbar und nicht mehr sicher ist zu fahren. Die Entscheidung der FIA kam ein bisschen spät, was zu diesem großen Unfall in Kurve 6 geführt hat", so di Grassi.

Di Grassi lobt Sicherheit der Formel-E-Autos

Immerhin kamen alle involvierten Piloten mit dem Schrecken davon - Verletzungen blieben trotz der heftigen Einschläge aus. "Zum Glück sind diese Autos extrem sicher", lobt di Grassi die FIA. "Das war heute der heftigste Crash meiner Formel-E-Karriere, und es gab keine größeren Probleme, obwohl das Auto weitgehend zerstört ist. Das zeigt, wie sicher diese Fahrzeuge sind."

"Ich bin mit mindestens 100 km/h in Nick (Cassidy) gekracht - in ein stehendes Auto!", gibt der Venturi-Fahrer zu bedenken. "Und dann ist auch noch Stoffel (Vandoorne) mit ähnlicher Geschwindigkeit in mich gekracht. Ich bin sehr froh, dass ich keine Verletzungen habe, und dass es allen anderen Fahrern ebenfalls gut geht."

Vor dem zweiten Rennen beim New York E-Prix am Sonntag wartet viel Arbeit auf die Mechaniker der verunfallten Fahrzeuge. Es bleibt abzuwarten, ob alle Autos rechtzeitig vor dem zwölften Saisonlauf wiederhergestellt werden können, und ob womöglich Teile getauscht werden müssen, die zu Strafen führen würden. Ob die Entscheidung der Rennleitung nun zu spät kam oder nicht - sie hatte auf jeden Fall immense Auswirkungen. Auch in finanzieller Hinsicht.

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