Formel E

Ma: "Konnte letzte Saison nur mit 70 % fahren"

Timo Pape

Timo Pape

Techeetah-Fahrer Qinghua Ma hat in der vergangenen Saison nach eigener Aussage nur 70 Prozent seines Potenzials abgerufen. Zu hoch sei das Risiko gewesen, auf den engen Stadtkursen der Formel E zu verunfallen und somit wichtige Erfahrungskilometer einzubüßen. Das Ziel während seiner vier Rennen (Paris, Berlin, London I, London II) mit Aguri sei deshalb gewesen, sich auf seine erste volle Saison mit Techeetah vorzubereiten und das Formel-E-Auto kennenzulernen. Bei den aktuellen Testfahrten in Donington teste Ma erstmals die Grenzen seines Autos aus.

"In meinen vier Rennen konnte ich nicht 100 Prozent gehen. Sagen wir mal, ich war bei etwa 70 Prozent", erklärt Ma gegenüber 'Formula E Zone'. "Ich hatte keine Chance, auf den Stadtkursen ans Maximum zu gehen, weil jederzeit das Risiko bestanden hätte, in der Mauer zu landen." Genau dies war ihm bei seinem ersten Rennen in Paris kurz vor Schluss passiert. "Zuerst muss man das Auto kennenlernen", so die Einsicht des Chinesen.

Mittlerweile weiß Ma, wie er ein Formel-E-Auto bändigen kann. Deshalb reizt er seine Testzeit im Donington Park voll aus: "Hier fahren wir auf einer offenen Rennstrecke und können herauszufinden, wo die Limits des Autos liegen. Wenn mir dabei mal ein Fehler passiert, vergibt mir diese Strecke viel eher. Außerdem habe ich mehr Zeit, das Auto kennenzulernen und meinen Fahrstil anzupassen, sodass ich in Hongkong (Saisonstart, 9. Oktober) das Maximum herausholen kann."

In der vergangenen Saison fuhr Ma bei Aguri mit bedingt konkurrenzfähiger Technologie aus dem ersten Jahr. Nun steht ihm der womöglich stärkste Antriebsstrang der Formel E zur Verfügung, denn Techeetah bezieht als einziges Kundenteam der dritten Saison Aggregate von Renault.

"Das neue Auto ist ein unheimlich großer Schritt nach vorn", sagt Ma und blickt auf seinen Testeinstand in Donington zurück. "Es lässt sich viel besser fahren, und ich muss während der Fahrt nicht mehr schalten (zuvor fünf Gänge). Nichtsdestotrotz müssen wir das Auto noch optimieren, gerade in Sachen Software." Dazu hat Ma von Montag bis Mittwoch dieser Woche Gelegenheit, bevor es im Oktober ernst wird - hoffentlich mit 100 Prozent.

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