Formel E

Mahindra-Massaker bei Formel-E-Rennen in Rom: "Schlechtestes Ergebnis der letzten Jahre"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Für das indische Team Mahindra Racing verlief der Rom E-Prix alles andere als nach Wunsch: Der Rennstall von Dilbagh Gill blieb erneut ohne Punkte und verlor sogar Platz 9 in der Gesamtwertung an das deutlich unterlegene Team von Nio 333. Neben fehlender Pace leisteten sich Oliver Rowland und Alexander Sims mehrere Fehler und Unfälle.

Besonders Rowland hatte ein Wochenende zum Vergessen: Der Brite, der vor der Saison von Nissan e.dams zu Mahindra gewechselt war, schlug im 1. Freien Training nach einem Kontakt mit Jean-Eric Vergne in die TecPro-Barriere ein. Auch im 2. Freien Training sorgte Rowland mit einem Mauerkuss und einem "Festfahren" in der Auslaufzone von Kurve 7 für Aufsehen.

Im Qualifying wurde es nicht besser: Rowland drehte sich auf seiner letzten gezeiteten Runde und schaffte es daher nicht, seine Rundenzeit zu verbessern. Damit zerstörte er nicht nur seine Runde, sondern auch die von Max Günther, der nur wenige Sekunden hinter dem Briten fuhr und dem auf der Strecke stehenden Mahindra ausweichen musste. Rowland verpasste die Duellphase und qualifizierte sich auf Startplatz 10.

Rowland: "Wir müssen härter arbeiten"

Unglaublich aber wahr: Im Rennen kam es noch schlimmer für Rowland. Bereits wenige Meter nach dem Start, bei der Anfahrt zu Kurve 7, verbremste sich der Meisterschaftsführende Edo Mortara hinter ihm. Am Kurvenscheitelpunkt kam es zum Kontakt. Der Mahindra stellte sich quer, Rowland musste korrigieren, traf die TecPro-Barriere und blieb quer zur Fahrtrichtung stehen. Er blockierte dabei die Strecke, es kam zu mehreren Auffahrunfällen.

Rowland setzte das Rennen zwar zunächst fort, jedoch stand sein Lenkrad nach dem Startunfall nicht mehr gerade. Einige Runden später lenkte er in Kurve 17 zu früh ein und traf die Mauer an der Kurveninnenseite. Damit war sein Rennen endgültig beendet.

Der Sonntag verlief weniger ereignisreich, jedoch nicht weniger frustrierend: Rowland qualifizierte sich für Startplatz 14. Im Rennen konnte er sich auf den zehnten Platz nach vorne schieben, musste das Auto dann am Streckenrand abstellen. Es war bereits sein dritter Ausfall in dieser Saison.

"Wir müssen härter arbeiten", beschreibt Rowland am Mikrofon von 'e-Formel.de'. "Wir hatten die Pace auf eine Runde einfach nicht. Im Rennen war es ganz gut. Ich war auf dem Weg nach vorne, bis die Antriebswelle gebrochen ist, nachdem ich in der Schikane über den Randstein gefahren war."

Sims: "Einer der Momente, wo du wie ein kompletter Amateur aussiehst"

Nicht viel besser lief es für Alexander Sims. Auch er hatte insbesondere mit der Pace auf eine Runde zu kämpfen - mehr als die Startplätze 15 und 19 waren nicht drin. Im Rennen lief es dann etwas besser für den Briten, der sich am Samstag bis auf den zwölften Platz nach vorne schieben konnte. Sonntag schienen sogar Punkte in Reichweite zu sein, jedoch verbremste sich Sims bei einem Angriff auf Max Günther und schlug in die Streckenbegrenzung ein.

"Leider war es ein schwieriges Wochenende", pflichtet Sims seinem Teamkollegen bei. "Im Qualifying kämpften wir damit, das Auto abzustimmen und konnten kein Selbstvertrauen aufbauen. In den Rennen lief es besser, aber obwohl wir vielversprechend unterwegs waren, schafften wir es am Samstag nicht in die Punkte. Am Sonntag waren wir recht gut unterwegs und kämpften uns in die ersten Zehn vor." Dann kam es zum Unfall.

"Ich habe die Reifen blockiert, als ich Max überholen wollte", beschreibt Sims nach dem Rennen an unserem Mikrofon. "Ich wollte innen vorbei und habe nach einer Bodenwelle die Reifen blockiert. Anschließend war die Lenkung gebrochen. Ich bin dann rückwärts in die Auslaufzone gefahren. Das ist einer der Formel-E-Momente, wo du wie ein kompletter Amateur aussiehst oder dich zumindest so fühlst."

Gill: "Das ganze Wochenende über unser Auto nicht hinbekommen"

"Um ehrlich zu sein, waren wir am ganzen Wochenende im Qualifying-Trimm nicht konkurrenzfähig genug", so Sims weiter. "Mir fehlte das Selbstvertrauen in den Qualifying-Runden. Im Freien Training sah es noch ganz okay aus, aber das konnte ich im Qualifying nicht wiederholen. Es war ein richtig schlechtes Wochenende. Ich wünschte, das Problem wäre klar, aber das ist es leider nicht. Wir müssen versuchen, das zu verstehen und uns zu verbessern."

"Das war unser schlechtestes Ergebnis in den letzten Jahren, was schade ist, denn wir haben in der Vorbereitung viel harte Arbeit geleistet", sagt Teamchef Dilbagh Gill. "Wir haben zu wenig erreicht, weil wir das ganze Wochenende über unser Auto nicht hinbekommen haben, und teilweise hatten wir auch etwas Pech. Aber wir alle wissen, dass man sich aus der Unglückszone herausbewegen kann, wenn man sich unter den ersten Acht qualifiziert."

Die nächste Chance auf Punkte hat das Team beim Monaco E-Prix, der am 30. April stattfinden wird.

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