Formel E

Max Günther punktet doppelt, doch verpasster Attack-Mode "hat mich Chance auf Podestplatz gekostet"

Timo Pape

Timo Pape

Maximilian-Günther-BMW-Rome-2021

Nach einem verkorksten Saisonstart in Saudi-Arabien hat das Formel-E-Team BMW die ersten Punkte gesammelt. Maximilian Günther fuhr beim Rom E-Prix in beiden Rennen in die Top 10, hadert jedoch mit einem verpassten Attack-Mode. Teamkollege und Rookie Jake Dennis erlebte hingegen ein Wochenende zum Vergessen.

In einem eher unauffälligen Samstagsrennen war Günther lange Zeit auf dem Weg zu einem noch deutlich besseren Ergebnis als Platz 9, auf dem er schließlich ins Ziel kam. In Runde 18 drehte er sich jedoch kurz vor dem Unfall der beiden Mercedes-Fahrer verlor sieben Positionen. Auch im Qualifying am Sonntag schaffte er es zum zweiten Mal in Folge in die Super-Pole. Mit einer mäßigen Runde bei schwierigen Bedingungen qualifizierte sich der Allgäuer als Fünfter - die Position, auf der er letztlich auch im Rennen gewertet werden sollte.

Der vierte Saisonlauf war für Günther von einigen Zweikämpfen gekennzeichnet - immer im Bereich der Plätze 4 bis 6. Letztlich kam er nach einem Fehler bei der Aktivierung des Attack-Modes als Sechster ins Ziel, wurde aufgrund der Disqualifikation gegen Norman Nato (Venturi) allerdings als Fünfter gewertet und nahm zehn Punkte mit.

Dennoch hadert Günther, dass ihm dieser Fehler ausgerechnet in Rom passierte, wo eine Fahrt durch die Attack-Zone auf der Außenbahn des Kreisels besonders viel Zeit kostete. "Ich denke, der entscheidende Moment war die Aktivierung des zweiten Attack-Modes. Leider habe ich eine Aktivierungsschleife verpasst und musste die Prozedur eine Runde später wiederholen. Das hat mich die Chance auf einen Podestplatz gekostet. Danach war Platz 5 das Maximum, glaube ich."

Günther: "In der Formel E kann man nicht jedes Rennen gewinnen"

So zeigt sich der Deutsche mit seinen insgesamt zwölf Punkten aus Rom zufrieden: "In der Formel E kann man nicht jedes Rennen gewinnen, aber es ist wichtig, Punkte zu sammeln. Das ist uns heute gelungen. Alles in allem ein gutes Wochenende für uns in Rom. Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Ich bin mit unserer Punkteausbeute zufrieden, auch wenn am Sonntag noch etwas mehr drin gewesen wäre."

Günther kletterte damit auf den 15. Platz der Fahrerwertung. Noch wichtiger jedoch: Er sammelte endlich die ersten Punkte für BMW in dieser Saison. Zumal sein Teamkollege Jake Dennis bislang nicht in der Formel E angekommen ist und wie schon in Diriyya ein schwarzes Rennwochenende erlebte.

Schon der Samstag hatte für den 23-jährigen Briten mit einer Schrecksekunde begonnen: Während der üblichen Startübungen nach dem 1. Freien Training fuhr Nio-Pilot Oliver Turvey mit hoher Geschwindigkeit auf die stehenden Fahrzeuge von Jean-Eric Vergne und Dennis auf, dessen BMW iFE.21 dabei stark beschädigt wurde. Das Team reparierte das Fahrzeug rechtzeitig zum Qualifying, jedoch fehlte dem Formel-E-Neuling - womöglich auch bedingt durch das verpasste 2. Freie Training - die Pace.

Dennis: "Es ist sehr frustrierend"

Vom 19. Startplatz ging für Dennis wenig, bis er schließlich verunfallte. "Ein Tag zum Vergessen, wenn ich ehrlich bin", sagt der Brite. "Das Rennen war ziemlich chaotisch, aber ich konnte zunächst ein paar Positionen gutmachen. Dann bin ich leider von Nick Cassidy in die Mauer gedrückt worden und musste aufgeben. Es ist sehr frustrierend, dass so ein Unfall nun schon zum zweiten Mal hintereinander passiert ist."

Es sollte jedoch auch am Sonntag nicht besser werden für Dennis. Aufgrund eines technischen Problems verpasste er zunächst das Qualifying. Im Rennen zeigte er zwar eine solide und fehlerfreie Leistung und kämpfte sich um zehn Positionen bis auf den 13. Platz vor. Nichtsdestotrotz blieb er auch in seinem vierten Formel-E-Rennen ohne Punkte. Neben Andre Lotterer (Porsche) ist Dennis der einzige Pilot im Feld ohne Zählbares auf dem Konto.

Griffiths: "Pechsträhne von Jake Dennis scheint kein Ende zu nehmen"

"An diesem Wochenende war das Glück in unserer Garage sehr ungleich verteilt", erklärt Teamchef Roger Griffiths. "Die Pechsträhne von Jake Dennis scheint kein Ende zu nehmen. Wir untersuchen immer noch, was genau das Problem war, das ihn am Start des Qualifyings gehindert hat. Immerhin hat er das Rennen beendet, viel Erfahrung und Kilometer gesammelt. Maximilian Günther hat zweimal in Folge die Super-Pole erreicht. Leider hat er einmal eine Schleife in der Aktivierungszone für den Attack-Mode und damit wohl seine Chance auf ein Podium verpasst. Am Ende hat er wichtige Punkte gesammelt, die auf lange Sicht in der Meisterschaft helfen werden."

Trotz alledem ist BMW i Andretti Motorsport weiterhin das Schlusslicht der Formel E, hat halb so viele Punkte wie Dragon gesammelt und liegt zwei Zähler hinter Nio. In knapp zwei Wochen geht es für die Formel E jedoch nach Valencia, wo BMW traditionell immer sehr schnell war. Vielleicht klappt es dann ja sogar mit dem ersten Saisonsieg für die Münchner.

Zurück

3 Kommentare

Derbe_klopp_te ·

Ich fand die aktivierungszone an diesem Wochenende auch etwas komisch
Die wird ja durch zwei striche (start und ende) dargestellt.
Ich habe etliche Fahrer gesehen, die die Startlinie nicht mit allen 4 REifen überquert haben und trotzdem wurde der Attack Mode aktive. Günther kommt bei der aktivierung ins rutschen, verlässt die zone aber eigentlich nicht und kriegt den Attack Mode verwehrt.
Könnte da einer mal genau erklären. Vieviele Induktionsschleifen da verbaut sind , wo die sich genau befinden und wie breit sie sind?

Simon ·

Das gab es schon öfters, das die Linien nicht genau erwischt wurden und trotzdem aktiviert wurde. Ich meine mich daran zu erinnern, das dort 3 Schleifen eingelassen sind. Wenn du jede davon triffst aktiviert sich der Attack Mode. Wie breit die sind weiß ich leider nicht, aber einer der Tobis bestimmt ;)

Tobias Wirtz ·

Simon hat nach mir gerufen, hier bin ich schon ;-)

Zunächst einmal: Die Linien, die den Beginn und das Ende der Attack-Zone markieren, dienen den Fahrern nur zur Orientierung. Auf den Strecken, wo ich bislang den Trackwalk mitgemacht habe (Marrakesch, Berlin, Paris) war es immer so, dass die Schleifen erst in der zweiten Hälfte der Zone eingelassen sind. Grob geschätzt etwa bei 50, 70 und 90 Prozent der Attack-Zone. Ich habe das hier einmal visualisiert.

Unter dem Fahrzeug, genauer gesagt, mittig auf Höhe der Vorderachse, befindet sich der für die Aktivierung verwendete Transponder.

Wie breit die Schleifen sind, steht leider in keinem öffentlich zugänglichen Regelwerk, da dies höchstwahrscheinlich zu den baulichen Anforderungen des Rennkurses gehört, die bei der Abnahme durch die FIA geprüft werden. In Berlin habe ich eine dieser Schleifen aber mal fotografiert, sie misst ungefähr 50 cm in der Breite.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 5 und 4.
Advertisement