Formel E

McLaren, Lucid Motors & Co.: So könnte das Formel-E-Teilnehmerfeld wieder auf 24 Autos anwachsen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Beim Diriyya E-Prix im Januar stehen nach zwei Saisons mit 24 Autos erstmals wieder nur 22 Fahrzeuge in der Startaufstellung. Der Formel E gelang es nach dem Ausstieg von Audi bislang nicht, ein zwölftes Team zu finden. Aber wie stehen die Chancen, dass sich das zur Gen3-Ära ändert? Es gäbe einige Optionen, CEO Jamie Reigle hat aktuell jedoch andere Prioritäten.

Die Formel E setzt große Hoffnungen in das kürzlich mit Teaserfotos vorgestellte Gen3-Auto: Mit mehr Leistung und mehr Energierückgewinnung bei weniger Gewicht wird es den nächsten Meilenstein für die Rennserie darstellen. Immerhin soll der Wagen, der an einen Nurflügel erinnert, Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 km/h erreichen können.

Ob das allein ausreichend ist, um ein weiteres Team für einen Einstieg in die Formel E zu begeistern, ist unklar. McLaren Racing hat sich zwar im Januar eine Einstiegsoption für die Gen3-Ära gesichert, diese läuft jedoch zum Jahresende ab. Die seit einigen Monaten ausbleibenden Formel-E-News über den Rennstall aus Woking sind jedoch kein gutes Zeichen. Ähnlich ruhig war es monatelang um das offene Gen3-Commitment von Mercedes, bevor die Stuttgarter letztlich ihren Ausstieg zum Ende der Gen2-Ära bekannt gaben.

"Wenn Sie mich fragen, ob ich Ihnen in den nächsten drei Monaten eine Antwort geben kann, dann lautet die Antwort nein", gibt Jamie Reigle, CEO der Formel E, bei 'Il Messagero' zu. Dies deutet darauf hin, dass sich McLaren in der Tat gegen einen Einstieg entschieden hat. "Meine oberste Priorität ist es, die Meisterschaft für die bestehenden Teilnehmer so attraktiv wie möglich zu machen. Und wenn wir das schaffen, wird sie automatisch auch für neue Teilnehmer attraktiv sein", ergänzt Reigle bei 'The Race'.

Stellantis oder ein Neuling aus den USA?

Maserati wurde ebenfalls schon vor Monaten als potenzieller Formel-E-Kandidat gehandelt. Reigle sprach in diesem Zusammenhang von einem "dokumentierten Interesse" der italienischen Marke und von Gesprächen, die geführt wurden. Maserati soll zukünftig nur noch elektrische Modelle auf den Markt bringen und gehört - genau wie DS - zum Stellantis-Konzern. Hier könnten also Synergieeffekte genutzt werden, indem Maserati zum Beispiel als DS-Kundenteam antreten könnte.

Dies hätte durchaus auch für das Team von DS Techeetah Vorteile: Im Rahmen der Antriebsentwicklung stehen jedem Hersteller acht zusätzliche Testtage zu, sollte er mindestens ein Kundenteam beliefern. Vier Tage davon sind jedoch dem Kundenteam vorbehalten. Ähnlich wie es Audi und Mercedes bei den aktuellen Motoren gemacht haben, könnte sich DS so mit einem Kundenteam einen Vorteil bei der Gen3-Entwicklung verschaffen.

Eine weiter möglicher Kandidat ist der US-amerikanische Elektroautohersteller Lucid Motors, zu dessen Anteilseignern der saudi-arabische Staatsfonds (mit einer Milliardeninvestition) gehört. Saudi-Arabien hat ein langjähriges Abkommen mit der Formel E geschlossen und richtet in wenigen Wochen in Diriyya bereits zum vierten Mal in Folge den Saisonauftakt der Rennserie aus. Derzeit kursieren Gerüchte rund um Lucid Motors im Fahrerlager von Valencia - mehr aber auch noch nicht.

Reigle über Mercedes-Team: "Gehen davon aus, dass sie weitermachen wollen"

Wie es mit dem Mercedes-Team weitergeht, ist jedoch weiterhin unklar. "Wir haben unsere Aktivitäten nun im Vereinigten Königreich zusammengeführt", erklärte Teamchef Ian James im Rahmen der Vorsaison-Testfahrten in Valencia. Der in den vergangenen Wochen vollzogene Umzug an den Standort des Mercedes-Formel-1-Teams in Brackley mag unlogisch erscheinen, da es die letzte Saison für Mercedes in der Formel E ist.

Das ist auch Jamie Reigle nicht entgangen. "Wir gehen davon aus, dass sie weitermachen wollen", so der Kanadier über den amtierenden Teamweltmeister der Elektrorennserie. "Dafür gibt es finanzielle Anzeichen, außerdem gibt es Sponsoren und Investitionen, mit denen eine Unterstützung des Teams sichergestellt ist."

Eine Übernahme durch Aston Martin, möglicherweise im Rahmen der Wiederbelebung der einstigen Luxusmarke Lagonda, erscheint weiterhin denkbar. Zumal der britische Automobilhersteller, der bekanntlich von Lawrence Stroll übernommen wurde und bei dem Toto Wolff Anteilseigner ist, seit sechs Monaten einen neuen Marketing-Leiter hat: Renato Bisignani - ein Name, der in Formel-E-Kreisen durchaus bekannt ist. Der Italiener war vor seinem Aston-Martin-Engagement fast fünf Jahre lang Kommunikationsdirektor bei der Formel E.

Und dann wäre da ja auch noch das deutsche ABT-Team, das schon in Saison 8 gern weitergemacht und den Startplatz von Audi zurückgekauft hätte. Berichten zufolge scheiterten Gespräche mit der Streaming-Plattform Segi TV, die sich unter anderem in der Extreme E engagiert, erst kurz vor dem Abschluss. Unseren Informationen nach würden die Kemptener weiterhin gern zur übernächsten Saison, also zum Start der Gen3-Ära, in die Formel E zurückkommen.

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