Formel E

McLaren-Pilot Sam Bird im exklusiven Formel-E-Interview: "Es war nicht alles schlecht"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Sam-Bird-McLaren-Pitwall-Valencia

Als einer von nur noch fünf Fahrern ist Sam Bird seit der allerersten Formel-E-Saison dabei. Er gewann für die Teams Virgin und Jaguar insgesamt elf E-Prix und erzielte 838 Punkte, was ihm den vierten Platz in der ewigen Bestenliste einbringt. Nach einer enttäuschenden Saison 2023 entschied sich der Brite jedoch zu einem Tapetenwechsel und wechselte zu McLaren. e-Formel.de hatte bei den Vorsaison-Testfahrten in Valencia die Gelegenheit, mit Sam Bird zu sprechen.

Sam, du hast ja in Valencia nicht zum ersten Mal im McLaren gesessen, sondern bereits vorher einen sogenannten Filmtag mit limitierter Leistung in England absolviert. Was war dein erster Eindruck vom Fahrzeug?

Nun, zuerst einmal habe ich mehr als nur ein paar kleine Dreharbeiten in England mit McLaren gemacht. Ich habe einen ganzen Tag im Auto verbracht, was großartig war. Ich bin sehr, sehr beeindruckt von dem, was ich bislang gesehen habe. Wir haben hier bei McLaren und auch bei (Antriebspartner) Nissan so intensiv gearbeitet, wie wir nur konnten, um sicherzustellen, dass unsere Software und unser Antriebsstrang so robust und schnell wie möglich sind, damit wir für Mexiko und für den Rest des Jahres gut gerüstet sind.

Worin unterscheidet sich denn der Nissan-Antrieb vom Jaguar, den du in der vergangenen Saison gefahren bist?

Ich glaube nicht, dass es große Unterschiede gibt. Ich denke, es sind nur kleine Details, die wir auf jeden Fall verändern und vorantreiben können, um einen effizienteren und schnelleren Rennwagen für nächstes Jahr zu haben.

Hilft deine Erfahrung McLaren dabei, die Lücke nach vorne zu schließen?

Ich hoffe sehr, dass ein Teil meiner Anregungen dem Team helfen wird. Das müssen andere Leute sagen. Aber ich genieße es, mit einer so großartigen Gruppe von Leuten zusammenzuarbeiten. Mit einigen von ihnen habe ich schon früher zusammengearbeitet, und ich schätze alle hier sehr. Aber es ist nicht so, dass ich zu McLaren komme und alles verändern werde. Es gibt so viele kluge Leute mit großartigen Ideen, großartigen Konzepten, die sich weiterentwickeln, dass ich nur ein kleines Rädchen im Getriebe dieses Teams bin. Hoffentlich füge ich mich nahtlos ein, und wir fahren in den Rennen gute Ergebnisse ein.

Die Testfahrten wurden ja durch ein Feuer in der Boxengasse unterbrochen, mehrere Sessions wurden abgesagt. Wie viel schwieriger hat das aus deiner Sicht eure Vorbereitung in Valencia gemacht - haben alle Team gleich darunter gelitten?

Es war sicherlich nicht für alle gleich. Es gibt ein Team, das von dem Vorfall stärker betroffen ist als die anderen Teams (Mahindra). Dieses Team wird also viel mehr Ressourcen aufwenden müssen. Für sie wird es in den nächsten Wochen schwieriger werden. Ich denke, die anderen sind nicht betroffen. Für uns gibt es keine Beeinträchtigung bei den Vorbereitungen. Für dieses eine Team hingegen schon und auch für (Batteriehersteller) WAE als Gruppe.

Befürchtest du dadurch auch negative Auswirkungen auf den Saisonstart im Januar?

Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, dauert es sehr lange, bis Batterien entwickelt, hergestellt und geprüft werden. Wenn wir jetzt zu Beginn der Saison einige Batterien weniger haben, wird es schwieriger, falls es in Mexiko oder Diriyya Probleme geben sollte. Wenn der Vorrat an Ersatzteilen kleiner ist, ist das immer eine Belastung für eine Meisterschaft.

Letzte Saison war ja - vorsichtig ausgedrückt - nicht deine beste Saison in der Formel E. Was erwartest du von 2024?

Das Tempo, das ich letztes Jahr gezeigt habe, war sehr stark. Ich habe zu viele persönliche Fehler gemacht, und ich hatte auch einige technische Defekte. Ich denke, wenn ich die persönlichen Fehler stark einschränken kann, dann gibt es keinen Grund, warum wir in der Meisterschaft nicht gut abschneiden können. Ich glaube, ich habe mehr Gruppen-Qualifyings gewonnen als jeder andere in der Meisterschaft. Ich habe mehrere Freie Trainings gewonnen und stand viermal auf dem Podium. Es war also nicht alles schlecht.

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