Formel E

Formel E könnte bei Safety-Car noch in dieser Saison "die Uhr anhalten"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Formel E scheint auf Kritik einiger Fahrer, Fans und Medien reagieren zu wollen: Die Verantwortlichen der Elektrorennserie diskutierten vergangene Woche beim Treffen der Sportlichen Arbeitsgruppe der Formel E in Genf darüber, ein Rennen zu verlängern, wenn das Safety-Car auf die Strecke geschickt wird. Dies berichten unsere Kollegen von 'e-racing365' im Vorfeld des Mexico City E-Prix.

Es gibt dabei zwei verschiedene Optionen, die in Betracht gezogen werden: Die Rennleitung könnte entweder die Uhr anhalten, solange sich das Safety-Car auf der Strecke befindet, oder aber die Rennlänge um zusätzliche Runden ausdehnen. Sollte sich das Safety-Car mehr als zwei Runden auf der Strecke befinden, könnten diese Runden einfach hinzuaddiert werden. Neben einem Safety-Car könnte die Regelung zudem auch bei einer Full-Course-Yellow in Kraft treten: Hier fahren die Piloten mit 50 km/h unter Überholverbot und sparen ebenfalls eine Menge Energie ein.

Mit einer Regeländerung dürften sich die Verantwortlichen nicht zu lange Zeit lassen, das scheint allen klar zu sein. So könnte eine Umsetzung noch in dieser Saison, genauer gesagt bereits beim Rom E-Prix am 13. April, erfolgen. Die Regelung gelte somit bei sämtlichen voestalpine European Races und dem Saisonfinale in New York City, heißt es.

Seit Saisonbeginn gehen die E-Prix in der Formel E grundsätzlich über eine Dauer von 45 Minuten zuzüglich einer Runde. Zuvor wurden die Rennen über eine feste Rundenanzahl ausgetragen. Dies sorgte bereits zu Saisonbeginn für Diskussionen, nachdem es bei den Rennen in Diriyya und Marrakesch jeweils Safety-Car-Phasen im letzten Renndrittel gab. Die Rennen endeten unter Vollstrom - kein Fahrer musste mehr mit seiner Energie haushalten. Es hagelte zudem Kritik, dass den Fans durch ein Safety-Car wichtige Rennzeit "gestohlen" werde, zumal die Rennen mit der neuen Regelung ohnehin schon deutlich kürzer geworden sind.

Besonders auffällig war dies in Marrakesch: Nachdem die beiden BMW-Piloten Antonio Felix da Costa und Alexander Sims rund zehn Minuten vor Ende der Rennzeit kollidierten, wurde das Rennen erst nach Ablauf der 45 Minuten für eine einzige Runde wieder freigegeben. Grund für die lange Unterbrechung war ein Software-Problem an Felix da Costas Wagen: Nachdem der Portugiese ausgestiegen war und das Lenkrad wieder auf der Lenksäule befestigt hatte, leuchteten die roten Warn-LEDs am Überrollbügel auf.

Diese Leuchtdioden signalisierten jedoch den Marshals fälschlicherweise, dass das Fahrzeug unter Spannung stehe. Exakt den Anweisungen aus dem Handbuch folgend trauten sie sich daher nicht, den Wagen anzufassen und aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Bis die Strecke wieder frei war, verging somit viel kostbare Rennzeit.

Audi-Pilot Lucas di Grassi äußerte sich bereits in der Vergangenheit über den Einfluss von Safety-Car-Phasen: "Es spielt keine Rolle, ob das Safety-Car langsam oder schnell fährt, weil es Zeit kostet. Egal, wie schnell es fährt, die Zeit fehlt im Rennen. Wenn es zu Rennbeginn passiert, ist das sogar noch schlimmer. Wenn am Anfang des Rennens das Safety-Car für fünf oder sechs Runden rauskommt, möglicherweise weil ein Auto auf den Curbs festhängt, geben alle für den Rest des Rennens Vollgas. Überholen wird dann sehr schwierig. Besonders auf Strecken wie Hongkong oder Paris, wo man so schon kaum Überholen kann."

Der Brasilianer weiter: "Es könnte funktionieren, die Uhr anzuhalten oder weitere Runden hinzuzufügen. Es muss aber ein simpler Prozess sein, der die Leute nicht verwirrt. Es darf auch keine Auswirkungen auf die Übertragungen oder die Zeitpläne haben." Die Formel E scheint ihm erhört zu haben... 

Foto: BMW

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