Formel E

Medienbericht: Geht Nissan mit zweiter Marke für Formel-E-Kundenteam Andretti in die Gen4-Ära?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Dass sich das bisherige Porsche-Kundenteam Andretti einen neuen Antriebslieferanten für die Gen4-Ära suchen musste, galt im Formel-E-Paddock als offenes Geheimnis. Am Saisonende der Vertrag mit dem deutschen Hersteller läuft aus, der dann ein zweites Werksteam einsetzen wird. Folglich kann ab 2026/27 nur noch ein Kundenteam mit Antrieben beliefert werden, wobei die Wahl wohl auf Cupra Kiro gefallen ist. Andretti soll hingegen mit Nissan einen neuen Hersteller gefunden haben.

Dass Andretti mit seinem aktuellen Antriebslieferanten Porsche unzufrieden und auf der Suche nach einer Alternative für die Zeit nach der Gen3-Ära ist, gilt im Fahrerlager der Formel E als offenes Geheimnis. Nach der Saison 2023, als Andretti-Pilot Jake Dennis Weltmeister wurde, hat sich das Verhältnis der beiden Partner deutlich abgekühlt.

Porsche-Werksfahrer Nico Müller fuhr in der Saison 2024/25 bei Andretti und wurde beim Saisonfinale in London von e-Formel.de auf die schwache Qualifying-Performance des Teams im Vergleich zum Werksteam und dem zweiten Kundenteam Cupra Kiro angesprochen. Auf die Frage, ob mit der Werksmannschaft keine Daten geteilt werden, antwortete er vielsagend: "Falscher Ansprechpartner."

Nissan-Deal mit Andretti wohl unter Dach und Fach

Dass auch Nissan nach dem Formel-E-Ausstieg seines einzigen Kundenteams McLaren die Fühler nach Andretti ausgestreckt hat, verwundert daher niemanden. Nun soll es zu einer Einigkeit zwischen dem US-Team und dem japanischen Hersteller gekommen sein. Das berichtet The Race.

Laut Reglement sollte ein solcher Deal jedoch bereits seit einiger Zeit feststehen: So ist ein Hersteller verpflichtet, ein Team zu beliefern, wenn dieses vor dem 1. Dezember des Vorjahres eine entsprechende Anfrage stellt. Spätere Anfragen (bis Ende März) sind auch möglich, in einem solchen Fall kann der Hersteller jedoch eine Zusatzgebühr vom Kundenteam verlangen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Andretti diesen Schritt nicht bereits vor dieser Deadline gemacht hat.

Nissan-Kundenantriebe unter anderem Markennamen?

Möglicherweise soll jedoch auf den Kundenfahrzeugen zukünftig nicht der Name Nissan prangen. Nachdem der Stellantis-Konzern bereits in der gesamten Gen3-Ära ein solches Konzept fährt - zunächst mit den Marken DS Automobiles und Maserati, seit Saisonbeginn schließlich mit DS Automobiles und Citroen, scheint es auch bei Nissan ähnliche Pläne zu geben, wie erneut die Kolleg:innen von The Race berichten.

Die Marke Infiniti wird hierbei hoch gehandelt. Nissan hatte diese Marke 1989 gegründet, um in Nordamerika Premium-Fahrzeuge anzubieten. Infiniti soll bis zum Jahr 2030 vollständig elektrifiziert werden und ist Motorsportfans durchaus ein Begriff: Die Marke war von 2011 bis 2015 Titelsponsor von Red Bull Racing, die damals in der Formel 1 mit Renault-Motoren an den Start gingen. Auch die französische Marke ist mit Nissan in der sogenannten Renault-Nissan-Allianz verbunden.

Da die Formel E ab der kommenden Saison mindestens zwei E-Prix in den Vereinigten Staaten von Amerika anstrebt, erscheint die Einführung der Marke als Antriebslieferant eines US-amerikanischen Formel-E-Team nicht ganz unrealistisch.

Doch auch einige andere Marken des Nissan-Kosmos werden gehandelt: Renault, Alpine und Mitsubishi sind die bekanntesten davon. Renault war in der Gen1-Ära technischer Partner der Formel E und ab Saison 2 Antriebslieferant für das Nissan-Vorgängerteam e.dams. Dieses konnte in den ersten vier Saisons 15 Rennsiege, 26 Podiumsplätze, einen Fahrer-Titel und drei Titel in der Teamwertung feiern.

Alpine ist aktuell in der Formel 1 aktiv, tritt dort jedoch ab diesem Jahr mit Kundenantrieben von Mercedes anstatt mit eigenen Motoren an. Mitsubishi hingegen ist international in den letzten Jahrzehnten lediglich im Rallye-Sport sowie bei der Rallye Dakar im Motorsport aktiv gewesen. Etwas, das auch die Marke Citroen auszeichnete, bevor Stellantis sie für die Saison 2025/26 in der Formel E platzierte.

Mitsubishi bereits in Saison 12 in der Formel E aktiv

Interessantes Detail am Rande: Mitsubishi Electric, ein eigenständiges Unternehmen aus dem Mitsubishi-Konzernverbund, ist seitdem ein offizieller Partner des Citroen Racing Teams. "Citroen Racing und Mitsubishi Electric: derselbe Geist, dieselben Ansprüche, derselbe Wunsch, Grenzen zu überschreiten", mit diesen Worten gaben die beiden Marken vor wenigen Monaten ihre Zusammenarbeit bekannt. Durchaus denkbar, dass Citroen und Mitsubishi ab der kommenden Saison gegeneinander antreten werden.

 
 
 
 
 
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Aber egal, welche Marke bei Andretti kommen wird - es wird noch einige Zeit dauern, bis dies auch offiziell wird: Die Bekanntgabe der neuen Partnerschaft soll aus vertraglichen Gründen nicht vor dem Saisonende 2025/26 erfolgen, das am 16. August in London stattfinden wird.

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