Formel E

Alain Prost: Nürnberger Norisring eine kurzfristige Option für Formel E

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Nachdem schon vor zwei Jahren vermehrt über ein mögliches Formel-E-Rennen auf dem Norisring verhandelt wurde, taucht die Nürnberger Rennstrecke nun erneut im Dunstkreis der Elektroserie auf. Wie es scheint, ist der aus der DTM bekannte Kurs eine der realistischeren Alternativen für den im Dezember abgesagten E-Prix in Montreal. Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen.

Wie 'e-racing365.com' berichtet, könnte die Formel E schon Ende Juni/Anfang Juli auf dem Stadtkurs am Dutzendteich gastieren. So könnte das Event eine Woche nach dem DTM- und Formel-3-Wochenende, also am 30. Juni oder 1. Juli 2018, stattfinden, heißt es.

Zweifelsohne würde ein Rennen in Nürnberg dem bayrischen Formel-E-Team Audi sehr zusagen. Auch BMW, die seit Jahren im Hintergrund von Andretti agieren und ab der nächsten Saison mit eigenem Werksteam in die Formel E aufrücken wollen, dürfte dieses Gerücht freuen. Gleiches gilt für die zahlreichen deutschen Partner der Formel-E-Teams, darunter HWA, ZF, Würth Elektronik eiSos oder Schaeffler. Alle dürften einem Nürnberg E-Prix positiv gegenüberstehen.

Das Event wäre nicht zuletzt aus logistischen Gründen attraktiv, schließlich gastiert der Elektrozirkus nur zwei Wochen zuvor im rund 300 Kilometer entfernten Zürich. Die Formel E könnte die Infrastruktur des DTM-Fahrerlagers nutzen, das zu diesem Zwecke einfach erst eine Woche später abgebaut würde. New York würde damit wie vermutet als Saisonfinale am 14./15. Juli gesetzt bleiben.

"Es gab Gespräche über ein Doppelrennen in Rom oder eine Verlegung des Montreal-Rennens auf den Norisring", bestätigt Renault e.dams-Manager Alain Prost der Nachrichtenseite. "Ich persönlich bevorzuge ein Rennen in Rom, weil es wichtig ist, die Formel-E-DNA in den Straßen von neuen Städten zu hinterlassen. Es wäre aber auch nicht das Ende der Welt, wenn wir gar keinen Ersatz finden würden."

Agag will "Kalender so lassen, wie er aktuell ist"

Dass der Norisring tatsächlich kurzfristig in den Formel-E-Kalender aufrückt, ist laut Formel-E-Serienchef Alejandro Agag eher unwahrscheinlich. "Ich vermute, dass wir den Kalender einfach so lassen, wie er aktuell ist", verrät der Spanier. "Selbstverständlich schauen wir uns auch nach Optionen um, aber der Großteil der Teams und Partner ist auch ohne einen Montreal-Ersatz zufrieden mit dem Kalender."

Ob der Norisring tatsächlich für das Event in Kanada einspringt oder ob es bei dem provisorischen Rennkalender mit zwölf Saisonläufen in zehn Städten bleibt, könnte sich schon in der anstehenden Woche entscheiden. Am Mittwoch trifft sich das Rennkalender-Komitee der Formel E im Rahmen eines Zusammenkunft der FIA-Kommission. Wir halten dich selbstverständlich auf dem Laufenden.

Foto: Daimler Motorsport

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 6 plus 3.