Überraschender Formel-E-Wechsel: Max Günther soll bei Envision Racing unterschrieben haben
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Auf dem Formel-E-Fahrermarkt bahnt sich eine Überraschung an: Maximilian Günther soll DS Penske nach Saison 12 verlassen und bereits einen Vertrag bei Envision Racing unterschrieben haben. Ausschlaggebend für den Wechsel sollen die ungeklärten Zukunftspläne seines aktuellen Teams für die Gen4-Ära sein. Offen ist noch, ob Günther bei Envision Sebastien Buemi oder Joel Eriksson ersetzen würde.
Nach Informationen des britischen Fachmediums The Race hat Maximilian Günther einen Vertrag bei Envision Racing für die kommende Formel-E-Saison unterschrieben. Die Einigung mit dem britischen Team soll bereits Anfang Juli erzielt worden sein. Eine offizielle Bestätigung von Envision Racing oder Günthers aktuellem Arbeitgeber DS Penske steht bislang aus.
Der 29-Jährige würde damit nach nur zwei gemeinsamen Saisons mit DS Penske erneut das Team wechseln. Als entscheidender Grund gilt dem Bericht zufolge die weiterhin ungeklärte Zukunft von Penske für die Gen4-Ära. Zwar will das US-Team auch in Saison 13 antreten, bislang ist jedoch nicht bekannt, mit welchem Hersteller und Antriebsstrang.
Warum Günther DS Penske offenbar verlassen will
Günther und sein aktuelles Team Penske sollen Gespräche geführt haben. Penske wird in der kommenden Saison jedoch ohne den aktuellen Partner DS Automobiles an den Start gehen. Die Unklarheit über Penskes Pläne für die Gen4-Ära soll ausschlaggebend für Günthers Entscheidung gewesen sein, sich stattdessen dem Envision-Projekt anzuschließen. Über die Zukunft von Penske ist aktuell noch vieles unklar: So sollen die Verantwortlichen aktuell noch immer versuchen, einen Herstellerpartner zu finden.
Phil Charles, stellvertretender Teamchef von Penske, wollte sich letzte Woche in Tokio auf Anfrage von The Race nicht zu den Teamplänen äußern und sagte lediglich, das Team bereite sich "auf die Gen4-Ära vor und werde an den Start gehen".
Günther war in dieser Saison nicht so erfolgreich, wie er es sich erhofft hatte. Der Stellantis-Antriebsstrang zeigte nicht die gewünschte Effizienz, um während der Rennen wettbewerbsfähig zu sein. Zusätzlich gab es auf Seiten von DS Penske einige strategische Fehlentscheidungen, was mehrere potenziell gute Ergebnisse zunichtemachte. Mit den eingefahrenen 23 Punkten liegt Günther aktuell nur auf Platz 18 der Fahrerwertung. Nur in drei der bislang gefahrenen 15 Rennen konnte er überhaupt punkten.
Bei Envision hingegen ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Das Team feierte mit Buemi und Eriksson als Fahrer-Duo in dieser Saison bereits zwei Podestplätze. Buemi wurde in Jeddah Zweiter, Eriksson holte in Shanghai Platz 3. Zudem hat das Team die Vertragsverlängerung mit Antriebsstrang-Partner Jaguar bereits bekannt gegeben.
Wer muss für Günther weichen: Buemi oder Eriksson?
Nur bei der Fahrerwahl herrschte für die kommende Saison bislang noch Ungewissheit. Besonders die Überschneidungen mit der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC spielten dabei eine große Rolle. Sebastien Buemi tritt derzeit in beiden Rennserien an und besitzt sowohl bei Toyota in der WEC als auch bei Envision in der Formel E einen Vertrag für die kommende Saison. Es gibt aber zwei Überschneidungen der WEC mit dem Rennkalender der kommenden Formel-E-Saison.
Ein Verbleib des Schweizers war somit unklar. Jedoch haben neue Entwicklungen dazu geführt, dass der Monaco-E-Prix im Mai möglicherweise um einige Wochen vorverlegt wird. Dies dürfte die Chancen auf einen Verbleib in der Formel E erhöhen. Sein aktueller Teamkollege Joel Eriksson hat nach seiner dreieinhalbjährigen Formel-E-Pause eine beeindruckende Comeback-Saison in der vollelektrischen Weltmeisterschaft hingelegt. Deshalb bleibt mit einem möglichen Wechsel Günthers die Frage, ob Buemi oder Eriksson das Envision-Cockpit räumen wird.
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