Formel E

Mehr Leistung schon 2022 & stehender Start nach Safety-Car: FIA beschließt neue Regeln für Formel E

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Der FIA-Weltmotorsportrat (WMSC) hat auf seiner Sitzung am 8. Juli in Monaco neben dem Rennkalender für die Saison 2022 auch Änderungen am Sportlichen Reglement beschlossen. Diese betreffen den Neustart nach einer Safety-Car-Phase sowie die maximal erlaubte Leistung der Boliden im Rennen.

Ab der kommenden Saison dürfen die Piloten in der Elektrorennserie im Rennen mehr Leistung verwenden: So steigt, wie in der "Technical Roadmap" der Gen2-Fahrzeuge festgelegt, die maximal aus der Batterie abrufbare Leistung im Rennmodus von 200 kW auf 220 kW - ein sattes Plus von zehn Prozent. Ob auch die Leistung im Attack-Mode angepasst wird, wurde bislang nicht kommuniziert. Es ist durchaus realistisch, dass die aktuell geltenden 235 kW Leistung erhöht werden.

Immerhin hat sich der Boost, der die Leistung der Boliden aktuell um 17,5 Prozent steigert, in diesem Umfang als sehr wichtiges taktisches Hilfsmittel in den Rennen etabliert. Mit seiner Hilfe konnte die Formel E sogar in Monaco - wo sich bei den Formel-1-Rennen die Überholmanöver an einer Hand abzählen lassen - einen abwechslungsreichen E-Prix mit diversen Positionskämpfen und Führungswechseln bieten.

Eine Steigerung des Attack-Modes auf 250 kW, was immerhin eine Leistungssteigerung von 13,3 Prozent im Vergleich zum "normalen" Modus" wäre, gilt als wahrscheinlich, damit die Piloten auch einen spürbaren Vorteil auf der Strecke haben.

Stehender Start nach Safety-Car & Rennabbruch möglich

Darüber hinaus kann der Rennleiter ab der kommenden Saison, ähnlich wie die Formel 1, nach einem Rennabbruch durch rote Flagge entscheiden, das Rennen wieder mit einem stehenden Start zu beginnen. Das aktuelle Reglement sieht in diesem Fall einen rollenden Start hinter dem Safety-Car vor.

Eine weitere Änderung wird mit sofortiger Wirkung gültig: Wenn aufgrund der Witterungsbedingungen das Rennen hinter dem Safety-Car gestartet wird, kann der Rennleiter entscheiden, das Rennen zu stoppen. Nachdem die Fahrer die Möglichkeit hatten, sich an die Bedingungen zu gewöhnen, kann das Rennen danach mit einem stehenden Start fortgesetzt werden.

Die neue Regelung könnte bereits am kommenden Wochenende in New York City zum ersten Mal angewendet werden. Der Tropensturm "Elsa" sorgte am Donnerstag und Freitag für erhebliche Niederschläge am "Big Apple", und auch für den Rennsonntag ist eine recht hohe Regenwahrscheinlichkeit (46 Prozent, Stand: 10.07.) gegeben.

Mehr Rennserien für E-Lizenz zugelassen

Eine weitere Änderung, die bei der WMSC-Sitzung beschlossen wurde, betrifft die E-Lizenz, die zur Teilnahme an der Formel E berechtigt. Auf Vorschlag der FIA-Fahrerkommission wurde die Berechtigung für Fahrer:innen, die eine E-Lizenz anstreben, auf weitere Meisterschaften außerhalb der "Einsitzer-Pyramide" erweitert.

Bislang ist Artikel 6.1.6 d) des Anhangs L, der die Vergabe eine E-Lizenz an Pilot:innen regelt, die weder eine Formel-1-Superlizenz noch 20 Punkte im FIA-Superlizenz-System besitzen, ausschließlich auf Fahrer:innen beschränkt, die "konstant herausragende Fähigkeiten in einsitzigen Formelautos gezeigt haben". Zukünftig können auch Piloten aus Sport- oder Tourenwagenrennserien von dieser Regel profitieren.

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