Formel E

Mercedes legt nach FCY-Trick Protest ein, Formel E reduziert Tempolimit in Boxengasse

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Rennleitung der Formel E hat am späten Mittwochabend das Tempolimit in der Boxengasse reduziert und damit auf einen Trick einiger Fahrer während des ersten Berlin-Rennens reagiert, mit dem sich einige Sekunden Zeit gewonnen hatten. Zwar wurde ein offizieller Protest von Mercedes abgelehnt, doch eine Abkürzung durch die Boxengasse unter "Full Course Yellow" ist ab sofort nicht mehr möglich.

Runde 26 im ersten Rennen des Berlin E-Prix: Nyck de Vries liegt auf dem fünften Platz und hat rund fünf Sekunden Vorsprung auf die Kampfgruppe um Platz 6, zu der Jerome d'Ambrosio und Sebastien Buemi gehören. Dann rutscht Venturi-Pilot Felipe Massa am Ende der langen Gegengeraden in die Streckenbegrenzung. Die Rennleitung ruft eine Full-Course-Yellow-Phase aus, um den gestrandeten Boliden bergen zu können.

Im Highlight-Video der Formel E sieht man nach einem Umschnitt, dass am Ende der Full-Course-Yellow-Phase d'Ambrosio und Buemi unmittelbar am Heck des Mercedes hängen. Das ist verwunderlich, denn die Abstände sollten durch das für alle Fahrer geltende Tempolimit von 50 km/h doch eingefroren sein.

Des Rätsels Lösung: Beide Piloten waren - genau wie d'Ambrosios Teamkollege Alex Lynn - durch die Boxengasse gefahren, wo sie einen kürzeren Weg im Vergleich zur Start-Ziel-Geraden hatten, denn auch hier galt am Mittwoch noch das reguläre Tempolimit von 50 km/h. Auf diese Art und Weise verschafften sie sich einen Vorteil.

Fahrer absolvierten offiziell einen Boxenstopp

Mercedes legte nach dem Rennen Protest gegen d'Ambrosio und Buemi ein. Dieser Protest wurde nach einer Anhörung jedoch als gegenstandslos abgewiesen, da beide Fahrer - wie im Sportlichen Reglement vorgeschrieben - kurz vor ihrer Garage gehalten hatten. Auch wenn keine Arbeiten an den Fahrzeugen vorgenommen wurden, zählte dies so als Boxenstopp.

Da dieser Trick jedoch nicht "im Sinne des Erfinders" sein kann, reagierten die Rennkommissare, um in den kommenden fünf Rennen solche faktischen Abkürzungen zu verhindern: Das Tempolimit in der Boxengasse wurde von 50 auf 35 km/h herabgesetzt - offiziell aus Sicherheitsgründen. Somit ist trotz des kürzeren Weges kein Zeitgewinn mehr möglich, wenn ein Boxenstopp während einer Full-Course-Yellow durchgeführt wird.

Damit werden auch potenziell gefährliche Situationen verhindert, wenn während des Qualifyings am Donnerstag die Fahrzeuge aus den bereits abgeschlossenen Qualifying-Gruppen gegen die Fahrtrichtung durch die Box geschoben werden. Die FIA-Garage, wo die Autos nach ihrem Run gewogen und geprüft werden müssen, befindet sich aufgrund des Rückwärts-Layouts nicht am Anfang, sondern am Ende der Boxengasse.

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