Formel E

Mercedes' Toto Wolff: "Formel E kann nicht so groß werden wie die Formel 1"

Timo Pape

Timo Pape

Seit drei Rennen ist Mercedes mit eigenem Werksteam in der Formel E unterwegs. Motorsportchef Toto Wolff war bereits bei verschiedenen E-Prix vor Ort, um sich ein eigenes Bild der neuen Elektroserie zu machen. Dass sie einmal die weltweite Anerkennung erreichen kann, wie sie die Formel 1 erhält, kann sich Wolff nicht vorstellen.

"Nein", entgegnet er dem 'ORF' auf die Frage, ob die Formel E der "Königsklasse" eines Tages den Rang ablaufen könne. "Die Formel 1 hat 60 Jahre Geschichte und generiert zwei Milliarden Zuschauer in jedem Jahr. Die Formel E generiert einen Bruchteil davon. Ich glaube nicht, dass sie so groß werden kann wie die Formel 1."

Für Wolff prallen dabei zwei verschiedene Welten aufeinander. Mit klassischem Motorsport habe die Elektroserie nicht viel zu tun, wenngleich die technologische Relevanz für die Straßenentwicklung gegeben sei: "Sie ist urban, findet in den Städten statt und ist mehr Entertainment als Hardcore-Racing. Aber die Technik ist interessant. Die Formel E ist eine alternative Plattform."

Wolff stuft die Formel E derzeit eher als "ein aufregendes Start-up" ein. "Und man muss diesen Start-ups eine Chance geben. So können sie sich etablieren. Heutige Marktführer sind teilweise vor zehn Jahren als kleine Unternehmen gestartet", erklärt der Österreicher. Eigentlich ein gewisser Widerspruch zu seiner Ausgangsthese.

Wie sich die Formel E in den kommenden Jahren entwickeln wird, ist nicht abzusehen. Wolff hat vollkommen recht, dass die Reichweiten der jüngsten FIA-Serie längt nicht mit jenen der Formel 1 mithalten können und dies voraussichtlich auch noch eine ganze Weile so bleibt. Fakt ist aber auch, dass die Formel E durchaus erstklassiges Racing bietet - womöglich meint Wolff mit Hardcore-Racing die dröhnenden Motoren vergangener Tage.

In der Formel E macht seine Marke bislang einen sehr guten Eindruck: Stoffel Vandoorne holte beim Seriendebüt von Mercedes in Saudi-Arabien zwei dritte Plätze und führt nach drei von 14 Saisonläufen die Fahrer-Meisterschaft an. Teamkollege Nyck de Vries verpasste sein erstes Podium in Santiago nur knapp wegen einer nachträglichen Strafe. In der Teamwertung belegt Mercedes den zweiten Platz. Die nächste Chance auf den ersten E-Prix-Sieg bekommen die "Silberpfeile" am 15. Februar in Mexiko.

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