Formel E

Mercedes vs. Venturi: Welches "Stern-Team" behauptet sich beim Formel-E-Rennen in Mexiko?

Timo Pape

Timo Pape

Mercedes-de-Vries-vs-Venturi-di-Grassi-Saudi-Arabia-2022

Beim Saisonauftakt der Formel E vor zwei Wochen in Saudi-Arabien waren zwei Teams nicht zu schlagen: Mercedes und Venturi. Ob die Konkurrenz beim anstehenden Mexico City E-Prix am Samstag den Anschluss herstellen kann, wird sich zeigen. In jedem Fall stellt sich aber die Frage: Kann das Kundenteam Venturi erneut mehr Punkte holen als die Mercedes-Werksmannschaft? Die Mexiko-Historie und auch das Momentum sprächen dafür...

"Das Autodromo Hermanos Rodriguez ist eine Strecke, die unserem Team und unseren Fahrern in der Vergangenheit gut gefallen hat", sagt Venturi-Teamchef Jerome d'Ambrosio, der im März 2016 einst selbst den Mexico City E-Prix nach einer Disqualifikation gegen seinen heutigen Fahrer Lucas di Grassi gewann. "Edo (Mortara) und Lucas haben dort zusammen drei Podiumsplätze und zwei Siege eingefahren." Beim letzten Gastspiel in Mexiko-Stadt fuhren di Grassi und Mortara auf den Plätzen 6 und 8 ins Ziel.

"Ich habe einige großartige Erinnerungen an das Autodromo Hermanos Rodriguez, darunter zwei Siege in den Saisons 3 und 5. Und da ich letztes Jahr in Puebla gewonnen habe, freue ich mich darauf, diese Woche nach Mexiko zurückzukehren", gibt sich di Grassi auch als Venturi-Neuling gewohnt selbstbewusst. "Vor dem dritten Rennen der Saison haben wir ein sehr starkes Momentum, und in Diriyya haben wir gezeigt, wozu wir als Team in der Lage sind. Unser Ziel ist es, wieder auf dem Podium zu stehen, und ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Saison-8-Paket in Mexiko eine realistische Chance darauf haben."

Ganz ähnlich schätzt Teamkollege Mortara, der nach dem Auftaktwochenende die Fahrer-WM der Formel E anführt, die Situation ein: "Mexiko ist ein Land, in dem ich in den vergangenen Jahren gute Leistungen gezeigt habe, und nach einem konkurrenzfähigen Wochenende in Diriyya habe ich das Gefühl, dass das Momentum auf unserer Seite sein könnte. Wenn wir in der Lage sind, das Leistungsniveau des Saisonauftakts zu halten, könnten wir ein weiteres starkes Wochenende abliefern, damit wir im Rennen (um den Titel) bleiben." Derzeit führt Venturi die Teamwertung mit einem Zähler Vorsprung auf das Werksteam an.

Mercedes-Werksteam "etwas im Hintertreffen"

Mercedes-EQ trat bislang nur einmal auf dem Kurs in der mexikanischen Hauptstadt an - damals lief es nicht nach Plan: In Saison 6 schieden sowohl Nyck de Vries als auch Stoffel Vandoorne beim Rennen in Mexiko-Stadt aus. Und auch ein Jahr später in Puebla entwickelte sich der E-Prix nur bedingt besser: Im ersten Rennen arbeiteten sich beide Fahrer nach einem verkorksten Qualifying auf die Plätze 7 und 9 vor. Im zweiten Lauf erreichte Vandoorne Rang 13, de Vries schied vorzeitig aus. Ein Highlight in Mexiko fehlt dem Team bis heute.

Zudem gewann nach dem dominanten Freitagsrennen von "Silber" in Diriyya zuletzt das Kundenteam Venturi am Samstag die Oberhand. "Ja, wir haben zwei Pole-Positions und einen Doppelsieg im ersten Rennen eingefahren, aber im weiteren Verlauf des Wochenendes befanden wir uns etwas im Hintertreffen", gibt Teamchef Ian James zu. "Seitdem haben wir hart daran gearbeitet, um herauszufinden, warum wir unser Potenzial im zweiten Lauf nicht ausschöpfen konnten und wie wir das zukünftig besser machen können."

"Wir haben uns vorgenommen, in Mexiko die Pace umzusetzen, von der wir wissen, dass wir sie mit unserem Team und unserem Fahrzeugpaket erreichen können", so James weiter. "Unser Antriebsstrang hat sich auf der Rennstrecke als stark erwiesen, und unsere Mannschaft hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie einer Herausforderung gewachsen ist."

Da beide Teams mit identischer Hardware antreten, könnte laut Lucas di Grassi letztlich das Qualifying das "Zünglein an der Waage" werden: "Da die Abstände zwischen den Teams so gering sind, wird das Qualifying in dieser Saison extrem wichtig sein. Wie wir in den ersten beiden Rennen gesehen haben, ist es entscheidend, in dieser Phase konstant schnell zu sein. Ich denke, wenn wir es wieder in die Duellprüfungen schaffen und zumindest das Halbfinale erreichen, sollten wir in einer guten Position sein, um ein weiteres starkes Ergebnis zu erzielen."

Vandoorne sieht in Mexiko "noch ungenutztes Potenzial"

Formel-E-Meister Nyck de Vries liegt nach seinem Auftaktsieg und Rang 10 am Diriyya-Samstag auf dem zweiten Gesamtplatz der Fahrerwertung - vier Punkte hinter Edo Mortara. Der Niederländer will in Mexiko zurück an die Spitze. "Hinter uns liegt ein ermutigender Saisonstart, aber uns ist bewusst, welche Herausforderungen uns noch erwarten. Wir wissen, wie konkurrenzfähig unsere Rivalen sind. Deshalb müssen wir in Bestform sein, um weiter an der Spitze mitzukämpfen. Wir blicken Mexiko zuversichtlich entgegen und arbeiten wie gewohnt voll konzentriert an unserer Vorbereitung."

Teamkollege Vandoorne, der in Saison 6 ein gutes Ergebnis im Autodromo Hermanos Rodriguez durch einen Fahrfehler kurz vor Schluss wegwarf, möchte es diesmal besser machen: "Wir haben uns dort in der Vergangenheit relativ gut geschlagen - obwohl es sich nicht immer in den Ergebnissen niedergeschlagen hat. Wir haben da noch ungenutztes Potential, und ich hoffe, dass wir es in diesem Jahr umsetzen können. Auf dieser Strecke kommt es mit am meisten auf ein gutes Energiemanagement an. Daran werden wir in den kommenden Tagen weiter hart arbeiten."

Der Mexico City E-Prix 2022 startet am Samstagabend um 23 Uhr deutscher Zeit, live zu sehen auf ProSieben. Ab 15 Uhr berichten wir unter anderem mit Livestreams und Liveticker über die beiden Freien Trainings, das Qualifying und schließlich den dritten Saisonlauf (Zeitplan für alle Sessions der Formel E in Mexiko).

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 8 plus 4.
Advertisement