Formel E

Mexico City ePrix: Die große Rennvorschau

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Am Wochenende ist es endlich soweit: Zum ersten Mal wird am 12. März in Mexiko-Stadt - und damit auch zum ersten Mal in Mittelamerika - ein Formel-E-Rennen ausgetragen werden. Nicht nur kann die elektrische Rennserie damit einen weiteren weißen Fleck auf ihrer Karte streichen, vielmehr können die Fans an der Strecke und vor den Fernsehbildschirmen ein großes Motorsportfestival erleben.

Das Autodromo Hermanos Rodriguez beherbergte erst im vergangenen Herbst die Formel 1. Die Formel E wird eine leicht abgeänderte Variante der Strecke nutzen, sich aber trotzdem durch den spektakulären Stadionkomplex winden, der schon beim Formel-1-Grand-Prix tolle Stimmung und Fernsehbilder bot. Aber auch nach dem letzten Rennen in Buenos Aires, bei dem Sam Bird nur um Haaresbreite vor Sebastien Buemi gewinnen könnte, kann man wohl nur Großes erwarten.

Stadt, Land, Fluss…

Mexiko-Stadt ist eine echte Mega-City. Mehr als 20 Millionen Menschen leben im Ballungsraum der Metropole, was die Stadt, eingeschlossen in einem Tal am Fuße des aktiven Popocateptl-Vulkans, zu einer der größten Städte der Welt macht.

Mexiko-Stadt strotzt vor Superlativen: Während man überall das Erbe der Azteken, die die Stadt im 14. Jahrhundert unter dem Namen Tenochtitlan auf einer Insel im Texcoco-See gründeten, erkennen kann, verschmelzen insbesondere im Stadtzentrum Slums mit Beverly-Hills-ähnlichen Straßen und Plätzen. Der See wurde übrigens, damit man dem Bevölkerungswachstum Herr werden kann, trockengelegt. Bis heute hat die Stadt daher Probleme mit der Wasserversorgung.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Es war die Story der vergangenen Wochen: der Berlin ePrix. Nach langer Verzögerung gab die Formel E einige Tage nach dem Buenos Aires ePrix bekannt, dass die Serie auch in Saison zwei in Berlin bleiben wird, jedoch auf einen Kurs im Stadtzentrum unweit des Alexanderplatz umziehen muss.

Skurril: der Formel E fehlten beim Zeitpunkt der Bekanntgabe des Layouts noch einige Verträge. Mittlerweile steht wohl nur noch eine Unterschrift der Verkehrslenkung Berlin aus, bis die Formel E von Seiten der Stadt grünes Licht für ein Rennen in der deutschen Hauptstadt bekommt.

Zeitplan 2016 (alle Angaben in MEZ):

1. Freies Training - 15:15 bis 16:00 Uhr
2. Freies Training
- 17:30 bis 18:00 Uhr
Qualifikation
- 19:00 Uhr
Rennen
- 23:00 Uhr (43 Runden)

Die Formel E im Fernsehen bei Eurosport

Eurosport überträgt das Formel-E-Rennen wie gewohnt live im deutschen Free-TV. Die 70-minütige Übertragung beginnt um 22:45 Uhr deutscher Zeit auf Eurosport 1 - also eine Viertelstunde vor Rennstart. Somit wird es 15 Minuten Vorberichte geben, und auch der Start ist diesmal wieder live zu sehen. Als Übertragungsende hat Eurosport 23:55 Uhr angegeben. Ausgiebige Nachberichte sind also nicht zu erwarten. Die übrigen Sessions (Qualifying und Training) zeigt der Münchener Sender wie gewohnt nur online im kostenpflichtigen Eurosport Player via Live-Streaming.

Strecke

Im Gegensatz zum Pendant der Formel 1 ist der für die Formel E abgeänderte Kurs vergleichsweise kurz. Gerade einmal 2,092 Kilometer misst die Strecke, was auch erklärt, dass das Rennen ganze zehn Runden länger ist als zuletzt in Argentinien.

Die Fahrer erwartet eine anspruchsvolle Mischung aus Hochgeschwindigkeitspassagen und langsamen Schikanen. Die besten Möglichkeiten für ein Manöver bieten sich den Fahrern hierbei in den Kurven eins und vier. Nicht zu vergessen ist natürlich das atemberaubende Stadion "Foro Sol", durch welches sich der Kurs windet. Rund 28.000 Zuschauer können hier Platz finden.

"Das Außergewöhnliche ist, dass es in den meisten Bremszonen nicht geradeaus geht", verriet uns Nick Heidfeld (Mahindra), "du bremst quasi in die Kurve hinein. Im Simulator ist das natürlich schwer darzustellen, deshalb bekomme ich wohl erst auf der Strecke ein gutes Gefühl für das Fahrzeug. Sehr schwer erscheint mir außerdem die letzte Schikane, die ist extrem langsam."

Wetter

Sehr zur Freude der Formel-E-Fans besteht in Mexiko-Stadt am Samstag eine geringe Chance auf kurze Regenschauer. Bei rund 23 Grad und leicht bewölktem Himmel errechnen die Meteorologen eine Regenwahrscheinlichkeit von zehn Prozent.

Prognose

Nachdem Sebastien Buemi in Buenos Aires mit einer überwältigenden Aufholjagd vom letzten auf den zweiten Platz kam, steckt der Schweizer abermals in der klaren Favoritenrolle. Langsam aber sicher scheinen sich zudem erste Anwärter auf den Titelkampf herauszukristallisieren. So trennen Buemi und Abt-Fahrer Lucas di Grassi nur vier Punkte an der Spitze der Fahrerwertung, ehe mit 24 Punkten Abstand Sam Bird (Virgin) auf Platz drei folgt.

Der Sieg in Mexiko-Stadt könnte wieder einmal an einen dieser drei Piloten zu gehen. Nicht zu unterschätzen sollte man aber auch den mexikanischen Aguri-Fahrer Salvador Duran, der als Publikumsliebling große Unterstützung aus den eigenen Reihen bekommen wird.

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