Formel E

Mexiko: Fahrer erklären spezielle Herausforderungen der neuen Formel-E-Strecke

Timo Pape

Timo Pape

Die Formel E erwartet beim Mexico City E-Prix am Samstag (15. Februar) eine überarbeitete Rennstrecke. Der nun 2,606 Kilometer lange Rundkurs im Autodromo Hermanos Rodriguez wurde um 513 Meter, also rund 25 Prozent, verlängert. Dies hat auch Auswirkungen auf die Reifen, das Energie- und das Temperaturenmanagement, wie diverse Piloten prophezeien.

"Generell ist die Strecke deutlich schneller geworden", sagt Porsche-Fahrer Andre Lotterer. Zwei Abschnitte seien dafür ausschlaggebend: "Der erste Sektor ist komplett anders als im vergangenen Jahr, und die letzte Kurve hat keine Schikane mehr. Eine so langgezogene Rechtskurve gibt es auf keiner anderen Formel-E-Strecke. Das wird in Sachen Reifentemperatur eine Herausforderung, insbesondere für den linken Hinterreifen."

"Die Strecke ist sehr hart zu den Reifen", stimmt Mahindra-Pilot Jerome d'Ambrosio zu. Der indische Rennstall wolle sich deshalb noch stärker auf die eigentliche Rennvorbereitung konzentrieren. Teamkollege Pascal Wehrlein schätzt die Reifensituation ähnlich ein: "Die letzte Kurve ist extrem schnell und lang, das könnte ein Problem für den linken Hinterreifen werden." Zudem werde das Energiemanagement eine "entscheidende Rolle" spielen, glaubt der Deutsche.

Energiemanagement in Mexiko "entscheidend"

Landsmann Lotterer pflichtet ihm in diesem Punkt bei: "Aufgrund des Layouts muss man während des Rennens sparsam mit der Energieverteilung umgehen, was ein entscheidender Faktor sein wird." Grund dafür sind laut Teamkollege Jani die langen Geraden und langgezogenen Kurven, "die einen wesentlichen Einfluss" auf das Energiemanagement haben werden. Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne bestätigt diese These, und auch Maximilian Günther erklärt: "(Die Strecke) ist breit, hat wenige Bodenwellen und lange Geraden, auf denen mit voller Energie gefahren wird."

Für Günther wird das Rennen am Sonntag das erste Formel-E-Gastspiel in Mexiko sein, wurde er vor einem Jahr doch bei Dragon zwischenzeitlich durch Felipe Nasr ersetzt. Sein BMW-Teamkollege Alex Sims hat hingegen bereits Vergleichswerte mit Blick auf die Strecke von 2019: "Ich erwarte, dass das Energiemanagement sogar eine noch größere Rolle spielen wird als im vergangenen Jahr", orakelt der Brite.

Mit Blick auf die Kühlung während des Rennens sind sich die Fahrer hingegen nicht ganz so einig. Während Mahindra-Fahrer denkt, dass die Batterie-Temperatur in Mexiko "kein Thema" sein sollte, schätzt Günther die Lage anders ein: "Wir befinden uns auf mehr als 2.000 Metern Höhe, was sicher Auswirkungen auf die Kühlung haben wird."

Fahrer zufrieden mit Streckenanpassungen

Grundsätzlich zeigen sich eigentlich alle Fahrer zufrieden mit den Veränderungen an der Streckenführung von Mexiko. Durch die Entfernung der zwei Schikanen und der Ergänzung des gänzlich neuen Abschnitts wuchs der Vollgasanteil auf 55 Prozent an. "Am Layout der Strecke wurden aus meiner Sicht einige sehr interessante Änderungen vorgenommen, die das Racing hoffentlich noch besser machen. Vor allem die letzte Kurve ist für Formel-E-Verhältnisse extrem lang und könnte sehr großen Spaß machen. Alles in allem denke ich, dass die Verantwortlichen eine ohnehin schon coole Strecke noch einmal besser gemacht haben."

D'Ambrosio prophezeit auch einen klaren Mehrwert für die Zuschauer: "Indem man die Schikane (in der letzten Kurve) entfernt hat, werden wir auf der Geraden mehr segeln müssen. Das ist eine super Sache, um das Überholen zu vereinfachen." Generell dürfen sich die Fans auf deutlich mehr Angriffe als im Vorjahr freuen, denn mit den Kurven 1, 3, 5 und 8 gibt es - ganz untypisch für die Formel E - gleich mehrere geeignete Überholpunkte.

Jani, der zum ersten Mal mit der Formel E in Mexiko antritt, freut sich auf eine neue Herausforderung: "Im Vergleich zu meinen bisherigen Rennen auf dieser Strecke (mit der WEC) weist das Formel-E-Layout nur zwei identische Kurven auf. Grundsätzlich ist der Kurs keine typische Formel-E-Strecke und für mich eher bekanntes Terrain: Man hat dort mehr Grip, und es gibt keine Bodenwellen. Das erinnert an klassische Rennstrecken."

Rennstart in Mexiko ist am Samstag um 23 Uhr deutscher Zeit. Eurosport überträgt live im Fernsehen, ZDF online im Live-Stream. Wir berichten wie gewohnt über alle Sessions ab 14:30 Uhr deutscher Zeit in unserem Live-Ticker.

Track Facts zum Mexico City E-Prix

 

Streckenlänge

2,606 km. Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn.

Lage

Der Kurs liegt auf 2.234 Metern Meereshöhe. Geringer Luftdruck hat Auswirkungen auf Reifendruck und Kühlung.

Kurven

16 Kurven, 6 Links- und 10 Rechtskurven. Sehr schnelle Rechtskurven. Markante enge Stadionpassage zwischen T10 und T15 ist entscheidend für gute Rundenzeit.

Streckenbelag

Ziemlich eben. Keine Höhenunterschiede.

Griplevel

Hoch. Nachteil für Qualifying-Gruppe 1 sollte nicht so groß sein wie in Santiago.

Streckenlayout

Völlig neuer Streckenabschnitt zwischen T3 und T8. Kurvensequenz von T9 bis T11 ebenfalls verändert. Schikanen zwischen T8 und T9 sowie in T16 wurden entfernt. Dadurch deutliche höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als in Saison 5 und deutlich höherer Energieverbrauch.

Reifenverschleiß

Sehr hoch, vor allem für den linken Hinterreifen. Höchste Belastung der gesamten Saison.

Top-Speed

Ca. 240 km/h vor T9.

Attack-Zone

Der Attack-Mode wird zwischen T11 und T12 aktiviert.

Schlüsselfaktoren  

Reifenmanagement in Qualifying und Rennen, Energiemanagement, mechanischer Grip und stabile Hinterachse.

 

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