Formel E

Mindestens 4 Formel-E-Teams wollen sich als Batterieausrüster bewerben

Timo Pape

Timo Pape

Mindestens vier aktuelle Formel-E-Teams wollen sich um den Status des Batterieherstellers ab Saison fünf bewerben. Wie 'Autosport' berichtet, hätten Mahindra, DS, Renault und Williams Interesse, den künftigen Energiespeicher zu entwickeln und der gesamten Formel E zur Verfügung zu stellen. Die FIA hatte die Rolle, die momentan Williams innehat, kürzlich für 2018/19 neu ausgeschrieben. Nur ein Hersteller wird den Zuschlag bekommen.

Eigentlich sollte die Batterieentwicklung bereits in Saison fünf freigegeben werden und an die Teams übergehen. Nach den jüngsten Beschlüssen wird es dazu aber frühestens in Saison sieben kommen. Trotzdem versprechen sich viele Hersteller durch den früheren Einstieg ins Batteriegeschäft gehörige Vorteile in Sachen Know-how und Erfahrung, wenn die Entwicklung letztlich freigegeben wird.

Dilbagh Gill, Teamchef von Mahindra, macht keinen Hehl daraus, sich als Serienausrüster zu bewerben: "Wir schauen uns die Ausschreibung genau an und bewerten die Situation. Die Roadmap der Formel E ist vernünftig, das ist zu schaffen. Wir haben alles, was wir für Saison fünf brauchen, in unserem Labor."

Nach aktuellem Stand könnte die Batterie der fünften Saison 330 Kilogramm wiegen, von denen 250 kg auf die Batteriezellen abfielen. Die verfügbare Energiemenge dürfte auf 54 kWh ansteigen (doppelt so viel wie aktuell), während die Maximalleistung bei 250 kW läge. Diese Werte sollen erneut vier Jahre Bestand haben, während die Rolle des Ausrüsters schon nach zwei oder drei Jahren neu vergeben werden könnte.

Silvain Filippi, Technikchef bei DS Virgin, prophezeit große Vorteile für den künftigen Batterieausrüster: "Es ist absolut entscheidend zu wissen, wie man eine Batterie herstellt. Wir wollen alles entwickeln."

Vincent Gaillardot, Formel-E-Projektleiter von Renault, wählt nicht ganz so deutliche Worte, lässt aber auch kaum Zweifel an den Intentionen des französischen Automobilbauers: "Wir haben alle möglichen Szenarios auf den Tisch gelegt. Wir müssen unsere Technologie stetig weiterentwickeln, damit wir für die Zukunft gewappnet sind."

Auch die britische Firma Williams Advanced Engineering, die aktuell die Einheitsbatterie der Formel E liefert und ab nächster Saison mit Jaguar zusammenarbeiten wird, hegt Interesse, die Partnerschaft mit der Elektromeisterschaft zu verlängern. Schließlich weiß niemand besser als Williams, wie viel Wissensvorsprung ein Batteriehersteller gegenüber den anderen Teams hat.

Paul McNamara, Technischer Direktor bei WAE, enthüllte zudem, dass seine Firma schon 2015 eine interne Studie in Auftrag gab. Die Untersuchung hatte das Ziel herauszufinden, wie genau eine Batterie eine gesamte Renndistanz schaffen könnte - das erklärte Ziel der Formel E für Saison fünf. Unwahrscheinlich, dass Williams die gewonnenen Erkenntnisse nicht weiter nutzen will…

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