Formel E

Mit Kurzanbindung: Formel E verzichtet bei China-Comeback in Shanghai auf Formel-1-Gegengerade

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Formel E wird bei ihrer Rückkehr nach China eine verkürzte Variante des Shanghai International Circuits nutzen. Das berichten die Kolleg:innen von The Race. Dank einer Kurzanbindung wird auf die rund 1,2 km lange Gegengerade verzichtet. Ein derart langes Geradeausstück hätte mutmaßlich für eine extreme "Windschattenschlacht" beim Shanghai E-Prix gesorgt.

Fahrer, die den Fuß mitten auf der Geraden vom Strompedal nehmen und sich freiwillig hinter Konkurrenten zurückfallen lassen, will wohl niemand sehen - Bilder, die wir 2023 in der Formel E immer wieder gesehen haben. Besonders auf Strecken mit vielen langen Geraden, beispielsweise in Sao Paulo oder Portland, war dies über große Teile der Renndistanz an der Tagesordnung. Fahrer, die zu oft und zu lange in Führung lagen, hatten gegen Rennende oft das Nachsehen. Sie waren gegenüber ihren Konkurrenten im Energienachteil, die im Windschatten fuhren und sich so über die Geraden "ziehen lassen" konnten.

Beim Shanghai E-Prix will die Formel E dieses Szenario durch eine angepasste Streckenführung in Grenzen halten. Der von Hermann Tilke und seinem Aachener Ingenieurbüro geplante und gebaute permanente Rennkurs ist eine von vier Strecken im Formel-E-Rennkalender, auf der auch andere große Formelserien fahren: In Portland treten die US-amerikanischen IndyCar-Boliden an, in Mexiko-Stadt, Monaco und Shanghai fährt auch die Formel 1.

Während die Streckenführung in Monaco und Portland nahezu identisch ist, befährt die Formel E in Mexiko und Shanghai nur einen Teil des Formel-1-Rundkurses. In der chinesischen Metropole wird die längste Gerade ausgelassen. Sind die ersten zwei Kilometer einer Runde noch identisch mit der Formel-1-Streckenkonfiguration, die 2004 fertiggestellt wurde, fährt die Formel E in Kurve 9 quasi geradeaus. Es folgt eine enge Schikane, bevor die Fahrzeuge wieder nach rechts auf die Start-Ziel-Gerade einbiegen.

Sebastien Buemi "hätte ein Rennen in Sanya vorgezogen"

Somit verzichtet die Elektroserie auf die Doppel-Linkskurve, die nach einem weiteren Linksknick und einer langgezogenen Rechtskurve auf die 1,3 km lange Gegengerade führt. Die Distanz einer Runde verkürzt sich somit von 5,45 auf rund 2,9 Kilometer. Anstelle von 16 Kurven bleiben noch zwölf. Mit der Kurzanbindung verkürzt sich auch die Start-Ziel-Gerade des Kurses. Trotzdem glaubt Envision-Pilot Sebastien Buemi daran, dass in Shanghai das Windschattenfahren erneut ein wichtiges Thema sein wird.

"Ich erwarte in Shanghai eher so (ein Rennen) wie Portland", beschreibt der Schweizer im erwähnten Bericht. "Vielleicht nicht ganz so extrem wie in Portland, aber ein bisschen in die Richtung. Um ehrlich zu sein, hätte ich ein Rennen in Sanya vorgezogen. Ich weiß aber nicht, ob die Strecke für die Gen3-Autos gepasst hätte. Aber bevor wir uns darüber beschweren, sollten wir Shanghai ausprobieren."

Der Shanghai E-Prix ist als "Double-Header" für den 25. und 26. Mai geplant. Es wird das erste Formel-E-Rennen in China nach der Pandemie. Zuvor fuhr die Rennserie 2014 und 2015 in Peking, 2016 bis 2019 in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und 2019 einmalig in Sanya auf der Insel Hainan.

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1 Kommentare

Derbe_klopp_te ·

Absolut nachvollziehbare und richtige Entscheidung

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