Mitch Evans vor Opel-Formel-E-Debüt von Theo Pourchaire: "Muss ein bisschen den großen Bruder spielen"
Tobias Wirtz
Opel GSE Formula E Team
Mitch Evans übernimmt beim Formel-E-Neueinsteiger Opel nicht nur die Rolle des erfahrenen Spitzenfahrers. Gegenüber seinem jungen Teamkollegen Theo Pourchaire will der Neuseeländer zu Beginn auch "ein bisschen den großen Bruder spielen". Hilfe bei der Rundenzeit brauche der frühere Formel-2-Champion allerdings kaum: Schon bei den Gen4-Tests habe Pourchaire mit seinem Tempo überzeugt.
Obwohl Theo Pourchaire bislang noch kein Formel-E-Rennen bestritten hat, genießt der Franzose bei Opel bereits großes Vertrauen. Sowohl Teamchef Jörg Schrott als auch Formel-E-Rekordsieger Mitch Evans halten große Stücke auf den Formel-2-Champion von 2023.
"Ich habe ihn bei den Tests gesehen, und er war extrem schnell", so Evans in einer Medienrunde anlässlich seiner Vorstellung als Opel-Werksfahrer, an der auch e-Formel.de teilnahm. "Ich glaube, dass diese Fahrerpaarung sehr spannend ist und dass er von Anfang an sehr gut sein wird."
Evans: "Nicht in Sachen Rundenzeit"
Die Kombination aus seiner Erfahrung und Pourchaires Jugend sieht Evans dabei als klaren Vorteil. "Ich werde am Anfang wohl ein bisschen den großen Bruder spielen müssen, um ihm bei einigen Dingen zu helfen. Aber wenn ich davon spreche, ihn auf Tempo zu bringen, meine ich nicht die Rundenzeit. Ich glaube nicht, dass das für ihn ein Problem sein wird."
Unterstützung werde Pourchaire vielmehr bei den Formel-E-spezifischen Abläufen benötigen. "Es gibt ein paar Besonderheiten in der Formel E, die man an einem Rennwochenende erst verstehen muss", erklärt Evans. "Es gibt sehr viel, worüber man nachdenken muss, und alles kommt unglaublich schnell auf einen zu."
Dass Pourchaire damit größere Schwierigkeiten bekommen könnte, erwartet Evans jedoch nicht. "Ich glaube wirklich, dass er von Anfang an gut sein wird. Er wird mir im Nacken sitzen. Im Idealfall können wir uns gegenseitig antreiben und gemeinsam das Team nach vorne bringen."
Für Evans selbst ist die Rollenverteilung ebenfalls ungewohnt. "Ich glaube, ich hatte noch nie einen so jungen Teamkollegen", sagt der 32-Jährige. "Für Opel war es eine großartige Entscheidung, einen Rookie zu holen, der schon so viel bewiesen hat und eine solche Chance in einer Weltmeisterschaft verdient."
Schrott: Pourchaire kann "sehr viel von Evans lernen"
"Mitch hat bereits eine Führungsrolle im Team", bekräftigt Schrott. "Seine Art der Führung ist von Performance und Professionalität geprägt, nicht von Machtpolitik. Deshalb passt er auch sehr gut zu einem jungen Talent wie Theo. Theo kann sehr viel von ihm lernen, und Mitch wird seine Erfahrung aus vielen Jahren Formel E mit ihm teilen."
"Theo steckt voller frischer Energie. Für ihn ist das wirklich die Chance seiner Karriere", sagt Schrott. "Er blickt in gewisser Weise zu Mitch als Vorbild auf und ist extrem motiviert."
Beim Saisonauftakt wird sich erstmals unter Rennbedingungen zeigen, wie schnell sich Pourchaire an die Besonderheiten der Formel E gewöhnen kann. Dieser findet am 18. Dezember in Jeddah (Saudi-Arabien) statt. Zuvor stehen Mitte November in Madrid noch die offiziellen Vorsaison-Testfahrten an.
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