Formel E

Monaco: Felix da Costa fährt trotz Dreher aufs Podium, Evans baut Formel-E-WM-Führung aus

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

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Auch der zweite Renntag in Monaco bot wieder viel Drama. So war es unter anderem abermals Antonio Felix da Costa, den gleich in Runde 1 das Pech traf. Im Positionskampf fuhr im Edoardo Mortara ins Heck, woraufhin er sich drehte. Trotz des Zwischenfalls konnte der Jaguar-Pilot weiterfahren und sich am Ende sogar noch den dritten Platz sichern. Teamkollege Mitch Evans konsolidierte seine Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft mit einem starken vierten Platz weiter.

Die Hafenschikane schien für Felix da Costa an diesem Wochenende absolut kein glückliches Pflaster zu sein. Nachdem er gestern im Kampf um das Podium mit Dan Ticktum kollidierte und ausschied, fuhr ihm Kontrahent Mortara dieses Mal, nur wenige Meter von der gestrigen Unfallstelle entfernt, in das Heck seines Jaguars. Der Portugiese drehte sich in der Schikane und fiel von der Spitzengruppe bis ganz nach hinten zurück, konnte aber weiterfahren.

Seine Aufholjagd blieb jedoch nicht ereignislos. Mehrfach berührte er nicht nur die Mauern sondern andere Piloten, was man seinem Jaguar nach dem Rennen klar ansehen konnte. Zwischenzeitlich konnte er vor der ersten Full-Course-Yellow-Phase sogar die Führung übernehmen, bevor er Mortara, den späteren Rennsieger Oliver Rowland und Felipe Drugovich wieder passieren lassen musste und das Rennen schließlich - nach der Zeitstrafe für Mortara - auf Platz 3 beendete.

Felix da Costa: "Es ist wie der dritte Weltkrieg"

Zu seinem Rennen äußerte sich der 34-Jährige im Interview wie folgt: "Ich weiß nicht, ob ich glücklich oder wütend sein soll. In dieser Saison wurde ich schon so oft von hinten getroffen, ich konnte es nicht glauben. Ich dachte, dass die Leute es in Runde 1 langsam angehen lassen. Ich wurde getroffen, drehte mich und fiel komplett nach hinten zurück. Mit einer guten Strategie des Teams und viel Risiko, war ich in der Lage, wieder nach vorne zu fahren. Nach dem Zwischenfall bin ich glücklich, auf dem Podium zu stehen."

Für Felix da Costa ist es das 30. Podium in seiner Formel-E-Karriere. Auch auf die Kontakte während seiner Aufholjagd kam er noch einmal zu Sprechen: "Ich habe einige Male die Wand und auch einige Leute berührt. Im Getümmel ist es wie im dritten Weltkrieg. Man muss es einfach riskieren. Ich freue mich darüber, dass ich wieder nach vorne kommen konnte."

Evans: "Haben die Strategie heute nicht getroffen"

Bei Teamkollege Mitch Evans lief es nicht ganz so turbulent. Auch er konnte das Rennen kurzzeitig anführen, ließ sich dann aber wieder zurückfallen. Bei e-Formel.de sprach er darüber, wie er das chaotische Rennen erlebte: "Wir haben die Strategie, um für das Podium zu kämpfen, heute nicht ganz getroffen. Generell war es aber ein starkes Rennen. Das hätte durchaus schlechter laufen können. Damit müssen wir zufrieden sein. Diese Rennen sind nie einfach. Es kann immer sehr schnell zu Ende sein. Ich habe mein bestes versucht und alles richtig gemacht."

"Wir haben den ersten Attack-Mode zu früh genommen, energiemäßig geriet ich ins Hintertreffen. Ich wünsche mir irgendwie, dass wir ein wenig der Strategie von Antonio gefolgt wären. Er war schon den ganzen Tag schnell und hat das Podium verdient", ging der Neuseeländer näher darauf ein, warum es nur für Platz 4 reichte.

Evans konnte somit die Führung in der WM, die er sich am Samstag holen konnte, weiter behaupten.  Die Europarennen der Saison sind nun vorüber. Als nächstes stehen im Juni drei Rennen in China an. in fünf Wochen feiert die Formel E ihre Rückkehr nach Sanya, wo man zuletzt 2019 fuhr. Anfang Juli folgt der "Double-Header" in Shanghai. Die zwölfte Saison der Formel-E-Weltmeisterschaft geht so langsam aber sicher in ihre heiße Phase.

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