Formel E

Müllreduktion, Luftqualität & Klima-Zertifikate: Formel E veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht für Saison 2021

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Die FIA Formel-E-Weltmeisterschaft hat ihren jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Seit 2014/15 überwacht die Elektromeisterschaft ihren Einfluss auf die Umwelt und das Klima, prüft aber auch Wege, um sozial und wirtschaftlich nachhaltiger zu agieren. Obwohl 2021 mehr Rennen als in allen vorausgegangenen Saisons stattfanden, verursachte die Serie einen Ausstoß von weniger Treibhausgasen als im Vorjahr.

Bei den insgesamt 15 E-Prix in der Saison 2021 maß die Firma Quantis, die seit 2014/15 die Emissionen der Formel E überwacht, einen Ausstoß von 19.600 Tonnen CO2-äquivalenten Treibhausgasen (CO2e). In der Vorsaison lag dieser Wert noch bei 20.000 Tonnen.

Die CO2e-Maßeinheit macht die Klimaauswirkungen verschiedener Emissionen miteinander vergleichbar, darunter Stickoxide, Wasserdampf, Schwefeldioxide oder Rußpartikel. Eine Tonne Methan ist beispielsweise rund 25-mal klimaschädlicher als eine Tonne CO2. Sie würde in der Formel-E-Statistik folglich rund 25 Tonnen CO2e entsprechen.

Angesichts der Änderungen des Rennkalenders - die Formel E reiste in ihrer Saison 2021 in drei Städte mehr als 2020 - bewertet die Meisterschaft den Rückgang der Emissionen als Erfolg. Pro Rennen reduzierte die Formel E ihren ökologischen Fußabdruck im Vergleich zum Vorjahr um 500 Tonnen CO2e.

Im Vergleich: Emissionen der Formel E seit Saison 1

Saison CO2e-Emissionen* Austragungsorte pro Saison Veranstaltungen außerhalb Europas
2014/15 25.000 Tonnen 10 Austragungsorte (11 Rennen) 6 Veranstaltungen
2015/16 12.000 Tonnen 9 Austragungsorte (10 Rennen) 6 Veranstaltungen
2016/17 13.500 Tonnen 9 Austragungsorte (12 Rennen) 6 Veranstaltungen
2017/18 32.000 Tonnen 10 Austragungsorte (12 Rennen) 7 Veranstaltungen
2018/19 45.000 Tonnen 12 Austragungsorte (13 Rennen) 7 Veranstaltungen
2019/20 20.000 Tonnen 5 Austragungsorte (11 Rennen) 4 Veranstaltungen
2021 19.600 Tonnen 11 Austragungsorte (15 Rennen) 3 Veranstaltungen

* Quelle: FIA Formula E

Luft- & Schifftransport weiterhin größte Emissionsquelle

Im Jahr 2021 war erneut die Fracht für einen Großteil der Emissionen verantwortlich, allen voran der Lufttransport. Laut Angaben von Quantis sind 74 Prozent der Emissionen auf den Transport der Fahrzeuge und des Boxengassenequipments zurückzuführen. Geschäftsreisen des Formel-E-Personals machten 13 Prozent der Emissionen aus, acht Prozent die "Race Operations" (Infrastruktur, Streckenbau, Energie zum Laden der Fahrzeuge). Zwei Prozent fielen auf das Catering an der Rennstrecke ab, jeweils ein Prozent auf die Anreise der Fans und die Produktion der Fahrzeuge.

Als Teil der "Science Based Targets Initiative", kurz SBTi, will die Formel E ihre CO2e-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu Saison 5 (2019/20) um 45 Prozent reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, plant die Elektroformel eine Reduktion der transportierten Fracht, die Formulierung einer "Sustainable Travel Policy" für ihr Personal (z. B. Zugfahrten statt Flugreisen) und eine bessere Effizienz beim Lebenszyklus aller Fahrzeugbauteile (z. B. dank Recycling von Batterien und Reifen).

Alle unvermeidbaren Emissionen gleicht die Formel E seit 2020 mit dem Kauf von Klimazertifikaten aus. Um den "Netto-Null-Status" zu verteidigen, unterstützte die Serie im vergangenen Jahr Windenergie-, Deponiegas- und Biogasprojekte in Argentinien, Chile, China, Malaysia, Mexiko, Marokko, Uruguay und den USA. Für ihre Umweltbemühungen wurde sie im vergangenen Jahr mit dem ISO-20121-Zertifikat, der 3-Sterne-Akkreditierung der FIA, sowie der EcoVadis-Silbermedaille ausgezeichnet.

In ihrem Bericht beleuchtet die Formel E zudem die Erfolge bei der sozialen Nachhaltigkeitsdimension. Als Teil mehrerer Kooperationsprojekte unterstützte die Meisterschaft hierfür beispielsweise ein Schulprojekt in Rom und baute einen Spielplatz, spendete Lunchpakete in Puebla, verkaufte einen Großteil der Tickets für den New York City E-Prix innerhalb des Stadtteils Brooklyn und lud im Rahmen der "FIA Girls on Track"-Initiative mehr als 270 Mädchen in die Fahrerlager von London und Berlin ein.

"Unsere Welt sieht sich mit anhaltenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert", kommentiert Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle den jährlichen Bericht. "Die Formel E setzt sich dafür ein, dass alles, was wir tun, einen positiven Einfluss hat. Mit Blick auf Saison 8 freue ich mich auf die vollständige Rückkehr der Fans zu allen Events und darauf, unsere globale Plattform zu nutzen, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen."

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