Formel E

"Müssen jetzt eine Entscheidung treffen"- Alex Albon oder Lucas di Grassi zu Nissan e.dams?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Pitlane-Paddock-Formula-1-Albon

Nachdem Oliver Rowland entschieden hat, Nissan e.dams zum Saisonende in Richtung Mahindra Racing zu verlassen, arbeitet das Team aktiv daran, einen Nachfolger zu finden. Auf der Liste stehen dabei zwei Fahrer ganz oben, die bereits in der Vergangenheit mit einem Cockpit beim Team in Verbindung gebracht wurden: Alexander Albon und Lucas di Grassi. Nissan bestätigte in London gegenüber 'The Race' zudem erstmals, dass Rowland beim Berlin E-Prix seine letzten beiden Rennen für das Team fahren werde.

Alex Albon testete bereits im Sommer 2018 für das Team und wurde als Stammpilot für die Saison 2018/19 bestätigt. Wenig später wurde er jedoch noch vor Saisonbeginn von Toro Rosso abgeworben und ging in der Formel 1 an den Start. Rowland wurde daraufhin kurzfristig als sein Nachfolger verpflichtet.

"Es ist nicht die einfachste Aufgabe, einen Fahrer wie Oliver Rowland zu ersetzen. Aber schon bevor gesagt wurde, dass er möglicherweise das Team verlassen würden, standen wir mit anderen Fahrern in Kontakt", gesteht Francois Sicard, Managing Director des Teams. "Alex Albon ist jemand, den wir in Betracht ziehen. Er hat den Kontakt zu uns gehalten, also sprechen wir regelmäßig miteinander. Aber es gibt auch andere, und man muss bedenken, dass auch er weitere Optionen haben könnte."

Albon wechselte nach nur einer halben Saison bei Toro Rosso zu Red Bull Racing, wo er Teamkollege von Max Verstappen wurde. Es gelang ihm jedoch nicht, mit dem Niederländer mitzuhalten, sodass ihn das Team zur Saison 2021 zum Test- und Ersatzfahrer degradierte. Parallel bestreitet Albon in dieser Saison einige DTM-Rennen.

Volpe fordert: "So schnell wie möglich eine Entscheidung treffen"

"Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen", deutet Nissan-Motorsportchef Tommaso Volpe an, dass auch die Zeit einen entscheidenden Faktor darstellt. "Wir haben viele Gespräche mit Francois Sicard geführt. Wir haben uns noch nicht entschieden, aber es ist natürlich in unserem Interesse, so schnell wie möglich eine Entscheidung zu treffen und diese publik zu machen."

Als interessante Option für das Team hat sich Lucas di Grassi herauskristallisiert. Durch das Scheitern der Übernahme des Audi-Startplatzes durch ABT Sportsline gehen dem Brasilianer, für den die Formel E die erste Wahl bleibt, langsam die Optionen aus.

Nachdem er bereits 2016 (ergebnislose) Verhandlungen mit dem damals noch von Renault belieferten e.dams-Team geführt hat, erscheint ein Wechsel für das Jahr 2022 nun realistischer.

Di Grassi: "ABT war immer mein Plan A"

Für den Champion der dritten Formel-E-Saison komme nur ein Team infrage, das ihm "die Möglichkeit gibt, mehr Siege einzufahren und um einen Titel zu kämpfen. Sonst macht es für mich keinen Sinn", so di Grassi bei den Kollegen. Das ABT-Team sei für ihn immer Plan A gewesen, weil er eine so gute Beziehung zum Team entwickelt habe.

"Daher war mein Plan für das erste Jahr, bei ABT zu bleiben und mit ihnen weiterzumachen. Im Moment sieht es aber nicht danach aus. Also muss ich einen anderen Platz finden, damit ich ein siegfähiges Auto haben kann - und es gibt da draußen einige, die ich mir genau anschaue."

Di Grassi soll dabei jedoch nur einen 1-Jahres-Vertrag für die Saison 2022 im Blick haben. Möglicherweise stehen ihm zum Start der Gen3-Ära dann noch weitere Optionen offen. Neben Albon und di Grassi werden auch Maximilian Günther, Daniil Kvyat und Alex Lynn mit dem Sitz bei Nissan in Verbindung gebracht. Diese sollen jedoch nur Außenseiterchancen besitzen.

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