Formel E

Nächster Gen3-Hersteller bestätigt: Jaguar verlängert wohl Formel-E-Herstellerlizenz bis 2026

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Jaguar-Formula-E-Cars-Gen1-and-Gen2

Der fünfte internationale Hersteller hat sich für die Gen3-Ära der Formel E registriert. Nachdem Mahindra, DS, Nissan und Porsche bereits in den vergangenen Wochen und Monaten ihr langfristiges Engagement in der Elektroserie bekräftigten, hat laut übereinstimmenden Medienberichten nun auch Jaguar Land Rover seine Herstellerlizenz verlängert. Der britische Konstrukteur wird somit bis mindestens 2026 Antriebsstränge für die Elektroserie entwerfen.

Schon in den vergangenen Wochen zeichnete sich eine Verlängerung des Jaguar-Engagements ab. Nun haben sich die Briten, die seit 2016 mit einem eigenen Team in der Formel E an den Start gehen, für die Zukunft positioniert. "Ich kann bestätigen, dass wir die Gen3-Registierung unterschrieben haben", sagt Jaguar-Teamchef James Barclay bei 'Motorsport.com'. "Wir haben das Dokument unterzeichnet und setzen unsere Entwicklung fort."

Die Vertragsunterzeichnung sei Jaguars "erster Schritt" in Richtung eines langfristigen Verbleibs in der Elektrorennserie. "Grundsätzlich gibt uns (das Gen3-Commitment) die ersten Informationen, um mit der Entwicklung des Autos zu beginnen und den Kontext der Technologie zu verstehen. Aber es werden noch viele weitere Informationen folgen."

In den kommenden Wochen werden eine offizielle Bestätigung des Teams sowie weitere "Commitments" von aktuellen Herstellern erwartet, darunter wohl auch Mercedes, Penske (Dragon) und Shanghai Lisheng Racing (Nio 333). Bereits nach der Saison 2021 werden Audi und BMW die Formel E hingegen verlassen: Die bayerischen Konstrukteure kündigten ihren Ausstieg bereits im vergangenen Dezember an.

Technologischer Umbruch dank Gen3-Fahrzeug

Mit der geplanten Einführung des Gen3-Regelwerks will sich die Formel E stärker denn je als "Technologielabor" etablieren. Neben einer Gewichtsreduktion, neuen Rekuperationsvorgaben und einer Leistungssteigerung sollen die Boliden dank eines neuen Chassis auch einen radikal anderen Look bekommen. Die Batterieproduktion wechselt zurück in die Verantwortung von Williams Advanced Technologies, Hankook löst Michelin als Reifenproduzent ab. Hinzu kommen Schnellladeboxenstopps während der Rennen.

Aktuell besitzen Hersteller in der Formel E Entwicklungsfreiheiten bei dem Design ihrer Antriebsstränge. Diese bestehen neben dem Elektromotor aus Inverter und Getriebe. Auch die Konstruktion der Hinterradaufhängung ist den Konstrukteuren überlassen. Alle anderen Fahrzeugteile werden als Einheitsbauteile von sämtlichen Teams eingesetzt.

Ein erstes Treffen der sogenannten Sportlichen Arbeitsgruppe fand in der vergangenen Woche statt. In jener Runde erhielten die bereits eingeschriebenen Hersteller erste Informationen zum Regelwerk ab Ende 2022 sowie CAD-Daten zu den künftigen Fahrzeugen. Mercedes ging bislang leer aus.

Die Formel-E-Saison 2021, das vorletzte Jahr des aktuellen Gen2-Regelwerks, startete Ende Februar mit dem Diriyya E-Prix in Saudi-Arabien. Sam Bird gewann das zweite Rennen der Saison und liegt somit vor dem Rom E-Prix dieses Wochenende auf Platz 2 in der Gesamtwertung der Fahrer. Jaguar führt zudem die WM-Teamwertung an - ein guter Zeitpunkt, um in der Formel E zu verlängern.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 1 plus 6.
Advertisement