Formel E

Nach Abstimmung unter Formel-E-Teams: FANBOOST soll zur Gen3-Ära abgeschafft werden

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

FANBOOST-Formula-E

Mit der Einführung der Gen3-Boliden soll die Formel E auch eines ihrer Alleinstellungsmerkmale aufgeben: Wie die Kollegen von 'The Race' berichten, hätten die Serie und die Teams einstimmig beschlossen, den FANBOOST ab der kommenden Saison 2023 einzustellen. Eine offizielle Bestätigung dessen steht noch aus.

Die einst kuriose Idee, dass Fans darüber abstimmen können, welcher Fahrer im Rennen einen zusätzlichen Energieschub erhält, sorgte schon lange vor dem ersten Formel-E-Rennen 2014 für Furore. Durch die Nutzung der Sozialen Medien eine direkte Verbindung zwischen Fahrern und ihren Fans zu schaffen, war geradezu revolutionär, sorgte aber auch für Naserümpfen bei vielen klassischen Motorsportfans.

Bereits seit längerer Zeit stand der FANBOOST immer wieder als vermeintliche Wettbewerbsverzerrung in der Kritik, darüber hinaus gab es bereits vor einigen Jahren konkrete Hinweise auf gezielte Manipulationen der Abstimmungsergebnisse, auch wenn Alejandro Agag dem zunächst noch vehement widersprochen hatte. Mitte 2021 wurde eine Abschaffung des FANBOOST zur Gen3-Ära erstmals von Formel-E-CEO Jamie Reigle als mögliche Option genannt.

Formal muss die Abschaffung, genau wie das Sportliche Reglement der kommenden Formel-E-Saison, noch vom Motorsport-Weltrat der FIA abgesegnet werden. Dieser tagt bereits an diesem Mittwoch. Es wird jedoch damit gerechnet, dass einige Aspekte des Regelwerks, darunter Details zu den geplanten Schnellladeboxenstopps, erst bei der nächsten Sitzung des Gremiums im Dezember verabschiedet werden.

Ein weiterer Schritt Richtung Fairness

Mit dem Ende des FANBOOSTs würde die Formel E einen weiteren Schritt unternehmen, um die sportlichen Leistungen weniger von Einflüssen abhängig zu machen, die Fahrer und Teams nicht direkt beeinflussen können. Zur achten Saison hatte die Rennserie bereits ein neues Qualifying-Format mit K.-o.-Phase eingeführt, das von den Teilnehmer:innen als deutlich fairer bezeichnet wurde.

In der Gen1-Ära war die Zugehörigkeit der Fahrer:innen zu den Qualifying-Gruppen gar noch ausgelost und damit vollständig dem Zufall überlassen worden. Mit Einführung der Gen2-Boliden wurde die Lotterie abgeschafft, stattdessen mussten die in der Meisterschaft vorn liegenden Fahrer zuerst im Qualifying fahren. Aufgrund der oftmals besser werdenden Streckenbedingungen bedeutete dies meistens, dass diese Fahrer von weit hinten starten mussten.

Mit 55 FANBOOSTs ist der amtierende Formel-E-Weltmeister Stoffel Vandoorne Rekordgewinner in dieser Kategorie. Es folgen Antonio Felix da Costa (53), Lucas di Grassi (51) und Sebastien Buemi (41). Mit 37 gewonnenen FANBOOSTs belegt Daniel Abt als bester Deutscher den fünften Platz.

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