Formel E

Nach ABT-Aus: Darum übernimmt Lola den Formel-E-Rennbetrieb für Gen4 komplett selbst

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

Zane-Maloney-Lola-Yamaha-ABT-2026-Shanghai-E-Prix-pitlane

Nach zwei gemeinsamen Saisons startet Lola Yamaha ohne ABT Sportsline in die Gen4-Ära der Formel E. Eigentümer Till Bechtolsheimer verspricht sich von der Übernahme des kompletten operativen Rennbetriebs vor allem Effizienz- und Performance-Vorteile. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Mit Gen4 will Lola seine Entwicklungs- und Rennstrukturen enger zusammenführen.

Seit der Übernahme von Lola im Jahr 2022 verfolgt Bechtolsheimer das Ziel, die Marke schrittweise aufzubauen und wieder im Motorsport zu etablieren. Als erstes großes Projekt, um den Namen wieder aufleben zu lassen, sieht er den Formel-E-Einstieg an der Seite von Yamaha und ABT zur Saison 11. Sportlich trägt das Projekt inzwischen ebenfalls Früchte: Mit Lucas di Grassi holte Lola Yamaha ABT beim Miami E-Prix 2025 ein glückliches erstes Podium, 2026 folgte dank eines Strategiepokers in Shanghai sogar der erste Sieg.

Bei den Kolleg:innen von Autosport.com betont Bechtolsheimer aber, dass es nicht nur bei einem Renneinsatz in der Formel E bleiben soll. Als zweites Projekt nannte er die Neuauflage des historischen Lola T70. Darüber hinaus will Lola langfristig in den Sportwagensport zurückkehren, sieht in den neuen Hypercar-Regeln ab 2030 mögliche Chancen, prüft Möglichkeiten für ein GT3-Projekt mit einem Automobilhersteller und arbeitet laut Bechtolsheimer bereits an weiteren, teils umfangreichen Vorhaben.

Mit dem Umzug in ein neues Hauptquartier in Silverstone werden seine Ambitionen umso deutlicher. Die neue Anlage soll zur operativen Basis des Formel-E-Teams werden und Konstruktion, Entwicklung und Rennbetrieb enger zusammenführen. Das bisherige Gebäude, von dem aus bereits die Entwicklung der Lola-Yamaha-Antriebe geleitet wurde, soll unter anderem den neuen Simulator beherbergen. Glaubt man seiner Einschätzung, wächst das Unternehmen so schnell, dass der Platz selbst im neuen Gebäude schon bald knapp werden könnte.

Die bisherige Konstellation war entstanden, nachdem Lola vor seinem Formel-E-Einstieg zur Saison 2024/25 die Team-Lizenz von ABT übernommen hatte. Der deutsche Rennstall blieb anschließend für den operativen Einsatz der Fahrzeuge an Bord.

Gen4-Start war für Lola der richtige Zeitpunkt für den Umbau

Nach zwei Saisons, in denen ABT Sportsline für den operativen Einsatz der Lola-Yamaha-Fahrzeuge verantwortlich war, holt Lola den Rennbetrieb zum Beginn der Gen4-Ära ins eigene Unternehmen. Die Entwicklung der Antriebe wurde bereits bislang aus Großbritannien gesteuert, auch das Testfahrzeug wurde von dort aus eingesetzt. Bechtolsheimer beschreibt die bisherige Rolle von ABT gegenüber Autosport als eine Mischung aus Partner und Dienstleister.

Mit dem Beginn der Gen4-Ära sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, die Strukturen zusammenzuführen. Bechtolsheimer verspricht sich davon Effizienzgewinne auf der Kostenseite, vor allem aber bei der Performance. Wenn Konstruktions- und Entwicklungsteams enger zusammenarbeiten und zudem der Simulator am Standort verfügbar ist, sollen die Prozesse effizienter werden. Für Lola ist die Neuorganisation damit Teil des Plans, in der Formel E den nächsten sportlichen Schritt zu machen.

Du nutzt Google und willst Inhalte von e-Formel.de besser finden? Dann kannst du die neue Google-Funktion "bevorzugte Quellen" aktivieren. Um e-Formel.de als "bevorzugte Quelle" zu hinterlegen, klicke einfach auf diesen Button und setze einen Haken. Fertig!

e-Formel.de als "bevorzugte Quelle" bei Google festlegen

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 4 und 9.