Formel E

Nach Formel-E-Rücktritt: Lucas di Grassi plant die nächste Karriere-Stufe

Theresa König

Theresa König

Lucas di Grassi hat Ende April angekündigt, nach der aktuellen Saison seine Karriere als Rennfahrer zu beenden. Das Urgestein der Formel E denkt jedoch keineswegs an den Ruhestand: Hinter den Kulissen bastelt der Brasilianer bereits an seiner Zukunft im Motorsport - primär bei seinem aktuellen Team Lola Yamaha ABT, langfristig vielleicht sogar bei der FIA.

Über ein Jahrzehnt prägte Lucas di Grassi die Formel E wie kaum ein zweiter Fahrer. Doch mit 41 Jahren gab der Champion der dritten Formel-E-Saison mit dem Ende der Saison 2025/2026 den Schlussstrich unter sein Engagement im Cockpit bekannt. Wie di Grassi nun gegenüber e-Formel.de verriet, sei die Entscheidung ein logischer Schritt gewesen. Nach gut 30 Jahren im Rennsport, in denen sich seine Gedanken Tag und Nacht ausschließlich um die Jagd nach schnelleren Rundenzeiten drehten, habe sich sein Fokus verschoben.

"Ich fühle mich gut mit meiner Entscheidung. Ich habe es sehr lange geplant und ich denke, der Zeitpunkt ist richtig. Denn ich bin der Meinung, außerhalb des Fahrzeugs mehr beitragen zu können als innerhalb."

Dass der Übergang sorgfältig vorbereitet wurde, kommt nicht überraschend. Während viele Profisportler nach dem Karriereende nach neuen Aufgaben suchen, beschäftigte sich der Wahl-Monegasse bereits seit Jahren mit seiner Zeit nach dem Rennsport. Neben einem Studium an der Elite-Universität Harvard sammelte er als CEO der autonomen Rennserie Roborace sowie bei der eSkootr-Meisterschaft bereits reichlich Erfahrung auf Managementebene.

Fokus zunächst auf Lola Yamaha ABT

Bezüglich seiner genauen zukünftigen Rolle hält sich di Grassi derzeit noch bedeckt. Spekulationen über eine mögliche Rolle beim Automobil-Weltverband FIA erteilte er gegenüber FE Notebook jedoch vorerst eine Absage. Für die Zukunft wolle er diese Option aber nicht grundsätzlich ausschließen. "Wie auch immer ich mich entscheide, ich möchte mich mindestens in den nächsten 10 bis 15 Jahren aktiv einbringen und etwas aufbauen, das einen hohen Mehrwert schafft“, so di Grassi dort.

Der Fokus des Routiniers soll zuerst einmal auf dem neuen Projekt von Lola Yamaha ABT liegen. Er möchte dem Team in seiner zukünftigen Funktion zu sportlichem Erfolg verhelfen und gleichzeitig die Formel-E-Weltmeisterschaft als Ganzes strategisch vorantreiben.

"Gen4 ist die perfekte Gelegenheit ein größeres, besseres Team aufzubauen", erklärt di Grassi. "Ich glaube, dass Gen4 einen entscheidenden Wendepunkt darstellen wird, und genau darin liegt die Chance. Und ich denke, ich kann außerhalb des Cockpits viel mehr bewirken, als wenn ich den Gen4 Wagen fahren würde. Man kann einen neuen Fahrer in das neue Fahrzeug setzen der Leistung bringt. Es ist eine gute Übergangsphase. Diese Chance auf eine große Veränderung, wie von Gen3 zu Gen4, bekommt man nur einmal alle vier Jahre."

Seinen Helm hängt er in Zukunft zwar an den Nagel, der Formel E bleibt der umtriebige Vordenker jedoch in neuer Funktion voraussichtlich noch einige Jahre erhalten.

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