Formel E

Nach Valencia-Chaos: Formel E verändert Regeln für Energie-Abzug gegen Rennende

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Nach der chaotischen Schlussphase des Samstagsrennens beim Valencia E-Prix hat die Formel E schnell reagiert und die Regeln für den Energieabzug überarbeitet. Damit sollen Bilder wie in Spanien, wo diverse Fahrer nach einer falschen Kalkulation ohne Energie ausrollten oder in langsamer Fahrt um den Kurs schleichen mussten, in Zukunft verhindert werden. Mehrere Teamvertreter:innen begrüßten am Freitag die Offenheit der FIA zur schnellen Lösung des Problems.

Bislang sah Artikel 37.9 des Sportlichen Reglements der Formel E einen Energieabzug von 1 kWh für jede volle Minute vor, die im Rennen unter Full-Course-Yellow- oder Safety-Car-Bedingungen absolviert wird. Die Formulierung war jedoch mit einer Einschränkung versehen: "Es liegt im Ermessen des Rennleiters, diesen Energieabzug zu streichen, wenn er dies für notwendig hält."

Auch wenn die formalen Voraussetzungen, auf eine Energiereduzierung zu verzichten, bereits vorhanden waren, kam diese Option bislang nie zum Einsatz. Mutmaßlich deshalb, weil diese Ermessensentscheidung des Rennleiters einen direkten Einfluss auf das Renngeschehen und somit das Ergebnis gehabt hätte.

Da die Teams nach dem Valencia E-Prix eine sofortige Änderung gefordert hatten, soll die Rennserie verschiedenen Berichten zufolge innerhalb kürzester Zeit eine Anpassung der Regel beschlossen haben. Demnach wird es ab sofort nach Anbruch der 40. Rennminute keinen Energieabzug mehr geben.

FIA: "Es wird zusätzlicher Spielraum für Fehler gewährt"

"Die FIA und der Promoter möchten nicht, dass sich ein ähnliches Szenario wie in Valencia wiederholt", wird ein Sprecher des Automobilweltverbandes FIA bei 'The Race' zitiert. "Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und um jedes weitere Risiko einer Fehlkalkulation in Bezug auf den Energieverbrauch zu verhindern, wurde entschieden, keine Energiereduzierung mehr anzuwenden, wenn eine Safety-Car-Phase nach der 40. Minute eines Rennens endet."

Und weiter: "Dies wird den Teams zusätzlichen Spielraum für Fehler gewähren, ohne in irgendeiner Weise vom Geist der Formel E abzulenken, in der das Energiemanagement ein Schlüsselelement ist."

Eine Bestätigung der Regeländerung durch den Weltmotorsportrat (WMSC) der FIA ist nicht erforderlich. Die aktuelle Formulierung, die eine Aussetzung des Energieabzuges nach Ermessen des Rennleiters vorsieht, kann in dieser Form bestehen bleiben.

Roger Griffiths: "Ermutigend, wie die FIA darauf reagiert hat"

"Ich stehe hinter der Anpassung", sagte Audi-Teamchef Allan McNish während der Pressekonferenz am Freitag. "Wobei - es ist eigentlich gar keine richtige Anpassung des Regelwerks, aber es wurde geklärt, wie es in Zukunft ablaufen wird." Sein Venturi-Pendant Susie Wolff ergänzt: "Natürlich war das nicht perfekt (was in Valencia passiert ist), aber das Wichtigste ist, dass wir alle daraus gelernt haben und dass die FIA reagiert hat. Wir werden so etwas hoffentlich nicht noch einmal sehen."

Auch BMW-Andretti-Teamchef Roger Griffiths lobt die rasche Anpassung der Energieregel: "Es ist ermutigend, wie die FIA darauf reagiert hat. Auch die Formel E, die Teams und die Hersteller. Wir haben festgestellt, dass es in Valencia nicht so lief, wie wir alle es uns erhofft hatten. Aber wir haben uns nicht einfach hingesetzt und gesagt: 'Das war eine einmalige Sache, das wird nicht wieder vorkommen.' Stattdessen haben wir das Thema angepackt. Wir sind es als Gruppe angegangen und haben das Problem erklärt, auch mit Blick auf die Fans. Die Sache hat gezeigt, dass die FIA offen für Gespräche ist und ein offenes Ohr hat."

Ein "Batteriesterben" wie in Valencia sollte damit ab dem Monaco E-Prix am Samstag ausgeschlossen sein. Rennstart im Fürstentum ist um 16 Uhr - live zu sehen bei Sat.1. Alle Trainings und das Qualifying kannst du im Livestream sowie im Live-Ticker auf e-Formel.de verfolgen.

zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

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