Formel E

Nachwuchstalent Tim Tramnitz im Exklusiv-Interview nach Rookie-Test: "Formel E ist eine extrem interessante Serie für mich"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Tim Tramnitz gilt als eines der größten deutschen Nachwuchstalente im Formelsport. Der 18-Jährige gehört seit sechs Jahren zum Förderkader der ADAC Stiftung Sport und geht nach zwei Vizetiteln in der Formel 4 in diesem Jahr in der Formula Regional European Championship by Alpine (FRECA) an den Start. 'e-Formel.de' hatte im Rahmen des Rookie-Tests in Berlin exklusiv die Gelegenheit, mit dem jungen Hamburger zu sprechen.

Tim, wie lief dein erster Test im Formel-E-Auto?

Erstmal ist das natürlich etwas ganz Neues, gerade auch ohne den Sound. Das ist am Anfang schon ziemlich ungewohnt. Im Prinzip dauert es aber nur ein paar Runden, dann hat man sich schon daran gewöhnt, weil man sich sehr aufs Fahren konzentriert. Das Formel-E-Auto beim ersten Mal direkt auf einem Stadtkurs zu fahren, ist natürlich auch nicht einfach. Aber es macht mega Spaß.

Technisch unterscheidet sich der Wagen ja sehr stark von anderen Formelrennern. Was war für dich der größte Unterschied?

Das Gewöhnungsbedürftigste im Formel-E-Rennwagen ist die Bremse. An die muss man sich sehr gewöhnen, auch weil man Hilfsmittel hat, die eingreifen. In der Formel 3 machen wir im Prinzip alles selbst. Beim Formel-E-Rennwagen kann man noch deutlich mehr Dinge einstellen. Einzuschätzen, wann und wie die Hilfsmittel eingreifen, gilt es wohl am meisten zu lernen.

Mit 350 kW hat das Gen3-Auto ja auch mehr Leistung als der Formel-3-Rennwagen, den du sonst fährst. Merkt man den Unterschied deutlich?

Ja, auf jeden Fall. Das Auto geht ziemlich gut und hat viel Leistung. Gerade die Traktion zu finden, ist da recht schwierig. Besonders natürlich auch durch den Elektroantrieb: Sobald man aufs Gaspedal geht, ist die Leistung da, und das spürt man natürlich auch deutlich. Aber das sind Dinge, an die man sich gewöhnt. In den Kurven sind wir mit unseren Formel-3-Autos allerdings schon noch ein Stück schneller.

Wie kam denn eigentlich der Kontakt zwischen dir und dem ABT-Team zustande, für das du beim Rookie-Test gefahren bist?

Der Kontakt mit ABT kam durch den ADAC, der das alles hier mit ermöglicht hat. Dafür bin ich dem ADAC natürlich sehr dankbar. Aber auch danke an ABT, die mir die Möglichkeit gegeben haben, meinen ersten Formel-E-Test hier in Berlin zu fahren.

 
 
 
 
 
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Du hast vor dem Test ja auch - genau wie 'e-Formel.de' vor einigen Wochen - bei ABT im Simulator gesessen. Hat dir das geholfen?

Der Simulator ist natürlich ein extrem wichtiges Hilfsmittel, um sich auf einen Test oder auf ein Rennen vorzubereiten. Allerdings ist es immer etwas anderes, wenn man noch die g-Kräfte dazu hat. Man hat ein besseres Gespür für das Auto, wenn man in echt fährt. Klar, der Simulator hilft, aber es gibt trotzdem noch genug Dinge, an die man sich auf der echten Strecke erst gewöhnen muss."

Ist die Formel E für dich als mögliches Karriereziel interessant? Oder schielst du eher auf die klassische Formel-Leiter mit Formel 3, Formel 2 und dann möglicherweise auch Formel 1?

Ich glaube, es ist schon sehr wichtig, dass man sich die Türen in alle Richtungen offen hält. Und klar, die Formel E ist eine extrem große Serie und auch eine Meisterschaft, die man gern erreichen möchte. Aktuell bin ich noch in der Formel 3 unterwegs. Man muss aber auch schauen, was die Zukunft bringt. Finanziell ist der Motorsport auch nicht einfach. Die Formel E ist eine extrem interessante Serie für mich.

Hat dir der Rookie-Test hier in Berlin Lust auf mehr gemacht?

Ja, das auf jeden Fall. Die Arbeit mit dem Team macht mega Spaß. Das ist schon unglaublich, wie viele Daten einem hier im Vergleich zum Formel-3-Auto zur Verfügung stehen. Und es ist wichtig, dass man die Dinge, die man hier lernen kann, mitnimmt. Ich hoffe natürlich auch, dass ich irgendwann noch mal die Chance bekomme, in einem Formel-E-Auto zu sitzen. Das wäre mir sehr, sehr lieb.

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