Formel E

Neue Kurven, größere Distanz: Formel E enthüllt neue Streckenführung für Rom E-Prix

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Wenige Tage nach der Vorstellung des zweiten Rennkalender-Updates für die Formel-E-Saison 2021 hat die Elektroserie eine neue Streckenführung für den Rom E-Prix enthüllt. Der Straßenkurs im EUR-Bezirk soll für das Rennen am 10. April um einen halben Kilometer verlängert werden. Neu sind zudem zahlreiche Kurvenkombinationen in der zweiten Hälfte der Strecke.

Auf der Rennstrecke in der "Ewigen Stadt" findet seit 2018 der Auftakt des obligatorischen Europa-Abschnitts im Formel-E-Kalender statt. Im vergangenen Jahr wurde der Rom E-Prix wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie jedoch abgesagt. Für das geplante Comeback in die italienische Hauptstadt hat die Elektroserie nun eine neue Streckenführung enthüllt: Der "Circuito Cittadino dell'EUR" wird um rund einen halben Kilometer auf insgesamt 3,385 Kilometer verlängert, hinzu kommen einige neue Kurvenkombinationen.

"Wie immer haben wir eine echte Herausforderung geschaffen - und meiner Meinung nach eines der besten Layouts geplant, die wir bisher hatten", sagt Formel-E-Sportdirektor Frederic Espinos. "Das Wichtigste war, eine Strecke zu designen, die minimale Störungen für die Stadt verursacht. Also haben wir das Gebiet, das wir nutzen, überdacht. Wir haben es geschafft, den Charakter der Rom-Strecke mit seinen Bodenwellen, vielen Höhenunterschieden und Asphaltänderungen in diesem neuen Layout beizubehalten."

Unterführung & Höhenunterschiede bleiben erhalten

Das neue Formel-E-Layout übernimmt das aus den vergangenen Jahren bekannte erste Streckendrittel mit der steilen Abwärtspassage und der Brückenunterführung. Der neue Abschnitt beginnt unmittelbar nach der Unterführung: Die Gerade zwischen den Kurven 3 und 4 wird verlängert, sodass die Formel E fortan die an den Ninfeo-Park grenzenden Straßen nutzt und deutlich später ihren Vollstrom-Anstieg durch die Kurven 5 und 6 beginnt. Die bei den Fans beliebte "Sprungschanze" in der ehemaligen Kurve 8 ist nicht mehr Teil des Layouts.

Die scharfe Linkskurve 7 bildet unmittelbar nach der Startlinie den Anfang einer Sektion mit mehreren 90-Grad-Ecken. Zwischen den Kurven 11 und 14 bremst eine Schikane auf der langen Gegengeraden die Fahrer aus, ehe sie für einige Meter auf das bekannte Layout in Richtung Marconi-Obelisk abbiegen.

Anders als in den Vorjahren nutzt die Formel E den Marconi-Kreisverkehr als langgezogene Kehre, die die Fahrer auf einen weiteren Abschnitt mit 90-Grad-Kurven leitet. Der Bereich zwischen den Kurven 17 und 19 ist aus den vergangenen Jahren bekannt, die Ziellinie wird jedoch um einige Meter versetzt. Neu ist auch die Boxenanlage, die zuletzt um den Palazzo dei Congressi angelegt war und nun, ähnlich wie in Paris, mit einem platzsparenden Layout im "Infield" errichtet werden soll.

Hohe Anforderungen an den Energieverbrauch

"Wir sind wirklich zufrieden mit unserer Arbeit", erklärt Espinos das neue Layout. "Es gibt schnelle Abschnitte mit langen Geraden. Und dann gibt es auch engere, langsamere Sektoren, die die Fahrer herausfordern werden. Wir rechnen damit, dass die Teams Kompromisse bei ihren Setups und Strategien eingehen müssen, weil die Strecke unterschiedliche Anforderungen an den Energieverbrauch stellt."

Im Rennen dürften die Kurven 3, 7, 12 und 14 zu den wichtigsten Rekuperationszonen gehören, in denen die Fahrer Energie beim Bremsen zurückgewinnen können. Die Stop/Go-Abschnitte in den letzten zwei Sektoren fordern hingegen einen geübten Umgang mit dem Strompedal: Hier werden die Fahrer voraussichtlich nur wenig Energie zurückgewinnen können.

"Es ist immer eine Herausforderung, eine neue Strecke in der Formel E zu entwerfen. Rom ist kein unbeschriebenes Blatt, da wir einige Kurven mit dem alten Layout teilen. Aber es wird für die Teams eine Menge zu lernen geben, was von den Fahrern und Ingenieuren eine schnelle Anpassung erfordert", glaubt Espinos. "Bei jeder Änderung an einer Strecke sind sie gezwungen, ihre Strategie in Bezug auf Energieverbrauch und -management komplett zu überdenken."

Das alte Layout der Formel-E-Strecke in Rom

Grafik: Das alte Formel-E-Layout von Rom

Lucas di Grassi lobt Überholmöglichkeiten: "Die Fans werden es lieben!"

Vor der öffentlichen Präsentation des neuen Rom-Layouts legte die Formel E die Streckenführung ihrem Fahrer-Komitee vor, dem Lucas di Grassi (Audi), Oliver Rowland (Nissan) und Venturis Co-Teamchef Jerome d'Ambrosio angehören.

"Das Streckendesign in Rom wurde fast komplett verändert", erläutert di Grassi. "Sowohl die FIA als auch die Formel E haben wieder einmal einen tollen Job gemacht, um die Serie noch spannender zu machen. Das neue Layout ist fantastisch: Es hat längere und schnellere Geraden und bietet mehr Möglichkeiten für Überholmanöver. Ich bin sicher, dass die Fans es lieben werden. Und auch ich kann es kaum erwarten, dort Rennen zu fahren."

Ob die Formel E tatsächlich das überarbeitete Layout für den Rom E-Prix nutzt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie ab. Zuletzt galt ein Umzug auf den permanenten Rennkurs in Vallelunga als Option, die der Formel E offenbar als "Plan B" zur Verfügung steht. Das Italien-Rennen der Formel E soll am 10. April den dritten Lauf der neuen Saison bilden. Diese beginnt am 26./27. Februar mit dem Diriyya E-Prix in Saudi-Arabien.

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4 Kommentare

Trockensumpfpumpe ·

Ich bin schon sehr gehypt, sieht wirklich gut aus. Hoffentlich kann das Rennen auch stattfinden.

EffEll ·

Ich finde das neue Layout ebenfalls gelungen! Allerdings fand ich 2019 die Positionierung und Sicht der Seilkamera grandios. Ein Grund, weshalb es rein visuell eine meiner absoluten Lieblingsstrecken war. Offenbar wird diese Passage nun nicht mehr an selber Stelle befahren. Dennoch hoffe ich, dass diese Technik auch dieses Jahr wieder verwendet wird und ähnlich beeindruckende Bilder liefert.
Jedoch bin ich mehr als nur skeptisch, ob dieser E-Prix (so) stattfinden wird. Publikum wird es kaum geben können, aber vermeiden kann man es mitten in der Innenstadt ebenfalls nicht. Mindestens eine Verschiebung ist meiner Einschätzung nach sicher.
Apropos Layout: auch euer neues Erscheinungsbild (mobil) ist äußerst gelungen! Auch wenn mir die Anzahl der Kommentare in der News-Übersicht etwas fehlen wird.

Simon ·

Ich fand die Rennen in Italien auch auf der alten Strecke schon gut. Das neue Layout sieht vielversprechend aus. Natürlich schade das der Sprung wegfällt. Ich fand das hatte immer ein bisschen was von der Nordschleife ;).
@EffEll geht mir genauso. Es war immer schön gleich zu sehen bei welchen Meldungen neue Kommentare geschrieben wurden.

Timo ·

Danke für euer Lob! Wir schauen uns das mit der Kommentarfunktion bei Gelegenheit mal an.

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