Neuer Kandidat für Formel-E-Cockpit: IndyCar-Fahrer Sting Ray Robb testet Lolas Gen4
Thomas Grüssmer
City of Detroit
Lola Yamaha sucht für die Gen4-Ära zwei neue Formel-E-Fahrer. Neben bekannten Kandidaten wie Dan Ticktum testet nun auch IndyCar-Pilot Sting Ray Robb das Gen4-Entwicklungsauto des britischen Herstellers in Spanien. Ein Formel-E-Wechsel ist möglich, Robbs Priorität liegt allerdings weiterhin auf der IndyCar.
Seit 2023 startet Robb in der IndyCar Series, konnte sich dort bislang jedoch nicht im Vorderfeld etablieren. In vier Saisons fuhr er für Dale Coyne Racing, A.J. Foyt Enterprises und Juncos Hollinger Racing. Die Saison 2026 beendete er auf Platz 25 und damit als Letzter unter den Vollzeitfahrern.
Interessant ist dabei auch Robbs finanzieller Hintergrund: Der US-Amerikaner galt in der IndyCar in den vergangenen Jahren als gut unterstützter Fahrer. Medienberichten zufolge könnte Robb auch bei einem möglichen Formel-E-Engagement Budget mitbringen.
Ein Programm in der IndyCar soll für den US-Amerikaner nach wie vor Priorität haben. Laut der Kolleg:innen von FE Notebook sei man einem Engagement in der Formel E für 2026/27 aber nicht abgeneigt. Sollte Robb tatsächlich ein Stammcockpit erhalten, wäre er erst der fünfte US-Amerikaner in der Geschichte der Formel E. Zuvor starteten Matthew Brabham, Scott Speed, Marco Andretti und zuletzt Oliver Askew in der Elektroserie.
Lola sucht 2 neue Formel-E-Fahrer
Nach dem Rücktritt von Lucas di Grassi und dem überraschenden Weggang von Zane Maloney muss Lola für die kommende Saison ohnehin ein komplett neues Fahrerduo finden. Neben Robb, der das Gen4-Entwicklungsauto diese Woche im Süden von Spanien getestet hat, wird Lola auch mit Robert Shwartzman und Victor Martins in Verbindung gebracht.
Unklar ist jedoch, ob die Verhandlungen mit beiden Fahrern zum jetzigen Zeitpunkt noch im Gange sind. Shwartzman unterschrieb kürzlich bei Stellantis und wird 2027 für Peugeot in der WEC starten. Martins wurde dagegen zunächst mit dem freien Nissan-Cockpit in Verbindung gebracht, das letztlich an Zane Maloney ging.
Dan Ticktum durfte bereits einen Gen4-Test mit Lola absolvieren. Auch der Brite muss sich nach seinem Ende bei Cupra Kiro nach einem neuen Team umsehen und wird für ein mögliches Cockpit hoch gehandelt. Organisatorisch stellt sich das Team nach dem Ende der Zusammenarbeit mit ABT und dem Umzug nach Silverstone ebenfalls neu auf. Über die Gründe für den Umbau berichteten wir bereits.
Lolas Gen4-Paket ist schnell, Zuverlässigkeit macht aber Sorgen
Ticktums Test fand bereits Ende August in Guadix statt. Dort absolvierte Ticktum zwei Testtage mit dem Gen4-Antriebsstrang von Lola Yamaha. Nach Informationen von FE Notebook verlief der Test grundsätzlich positiv. Ganz problemlos war er allerdings nicht: Insbesondere die Zuverlässigkeit des Lola-Pakets soll noch Sorgen bereiten.
Anfang September absolvierte Lola eine Testphase am Leistungsprüfstand von AVL im österreichischen Graz. In einem ähnlichen Zeitraum zog das Team zudem nach Silverstone um. Wann genau Robb in Spanien im Gen4-Lola saß und wie viele Kilometer er dabei absolvierte, ist bislang nicht bekannt. Ob er mit dem Test tatsächlich seine Chancen auf eines der beiden Lola-Cockpits erhöht hat, ist bislang offen.
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