Formel E

Formel-E-Chef Reigle gegen gemeinsame Rennen mit F1: "Nicht die Richtung, die wir einschlagen sollten"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Wenn es nach Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle geht, wird die Formel E in der nahen Zukunft keine gemeinsamen Veranstaltungen mit der Formel 1 durchführen. Im Interview mit 'RaceFans' erteilte der Kanadier eine Absage an E-Prix im Rahmenprogramm der "Königsklasse".

In der Vergangenheit hat Formel-E-Gründer Alejandro Agag mehrfach den Wunsch geäußert, eines Tages gemeinsam Rennen mit der F1 auszutragen. Reigle, der Agags Posten in der Formel-E-Geschäftsführung im September 2019 übernahm, ist jedoch kein Befürworter dieser Idee: "Ich kann nicht für Alejandro sprechen, aber die Formel E ist in vielerlei Hinsicht speziell: Sie ist elektrisch, sie fährt in den Städten und sie hat einige der bekanntesten und stärksten Hersteller in ihren Reihen", zählt er auf.

"Das sind einige sehr starke Differenzierungspunkte. Unabhängig davon, ob du eine Motorsportserie, eine Produktfirma oder ein Dienstleistungsunternehmen leitest: Die erfolgreichsten Firmen sind meistens die, die solche Differenzierungspunkte haben, von denen sie nicht abweichen."

Zuletzt trug die Formel E ein Rennen auf einer minimal angepassten Version der Grand-Prix-Strecke in Monaco aus. Beim E-Prix im Fürstentum gewann der amtierende Meister Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) nach zahlreichen Führungswechseln sein erstes Rennen der Saison. Zwar waren die schnellsten Rundenzeiten der Formel E gut 20 Sekunden langsamer als jene der Formel 1, die zwei Wochen später in Monaco fuhr.

Beobachter:innen beider Serien lobten die Formel E jedoch für das deutlich ereignisreichere (und somit unterhaltsamere) Rennen. Die Elektrorennserie selbst hielt sich in ihrer Kommunikation hingegen betont mit Formel-1-Vergleichen zurück.

Reigle: "Viel Platz für Formel 1 und Formel E"

Reigle gehe es lediglich darum, im Formel-E-Image menschliche Faktoren eng mit Umweltbotschaften wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und technologischer Fortschritt zu verknüpfen. Gemeinsame Events mit der Formel 1 haben in dieser Vision keinen Platz, auch unabhängig vom direkten Vergleich beider Kategorien. "Ich würde das nicht als Teil unserer Strategie bezeichnen oder als Richtung, die wir unbedingt einschlagen sollten", sagt der 44-Jährige.

"Meine Ansicht war schon immer: Wenn wir die Formel E so entwickeln können, dass sie ein konkurrenzfähiges Produkt wird, ein wirklich fesselndes 'Sportspektakel', dann gibt es sowohl für die Formel E als auch für die Formel 1 viel Platz. Es wird einige Fans geben, die beides mögen oder Fans, die sich für das eine oder das andere entscheiden. Und das ist in Ordnung."

"Unser Job ist es, die Fangemeinde zu vergrößern. Und wenn ein Formel-1-Fan rüberkommt, weil ihm oder ihr der Rennsport und das unverwechselbare Produkt (Formel E) gefällt, dann ist das eine gute Sache. Dazu müssen wir uns aber nicht mit der Formel 1 zusammentun."

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