Formel E

Berlin "nicht so gut wie Mexiko oder Monaco": Porsche klagt trotz Top-6-Platzierungen über Balanceprobleme

Svenja König

Svenja König

Porsche-Berlin-Saturday

Andre Lotterer und Pascal Wehrlein haben im ersten Anlauf ein Podium beim Heimrennen in Berlin knapp verpasst. Mit den Plätzen 4 und 6 sammelten beide Formel-E-Piloten Punkte, konnten allerdings die eigene Erwartungshaltung nicht vollständig erfüllen. Trotz guter Ausgangslage konnten sich die beiden Deutschen im Rennen kaum nach vorn arbeiten. Hintergrund waren anscheinend Balanceprobleme am Auto.

Am Anfang sah es nach Podiumskurs für Andre Lotterer im Porsche aus: In den ersten Runden auf dem Flughafengelände Tempelhof machte der gebürtige Duisburger mehrere Positionen gut und übernahm nach seiner ersten Attack-Mode-Aktivierung sogar kurzzeitig die Spitze. In der zweiten Rennhälfte konnte der 40-Jährige allerdings nicht mehr mit den Führenden mithalten und musste sich aus dem Kampf um den Sieg verabschieden.

"Die Jungs um mich herum sind extrem stark, da kann man keine großen Wunder vollbringen", sagte der Porsche-Pilot kurz nach dem Rennen. "Wir sind alle vorn dabei, und wenn ein Team das kleine Extra zusammen bekommt, dann ist man vorn. Wenn wir in der Gesamtperformance ein Prozent besser gewesen wären, hätten wir vielleicht den Sieg geholt oder wären auf dem Treppchen gelandet. So müssen wir jetzt genau analysieren, wo wir noch Kleinigkeiten verbessern können, was wir strategisch gemacht haben, wie wir mit den Reifen und dem Set-up umgegangen sind."

Konkret heißt dies, dass bis zum Rennen am Sonntagnachmittag insbesondere an der Fahrzeugeinstellung und der Balance gearbeitet werden soll. "Da gab es einige Sachen, die ich nicht perfekt fand", so Lotterer weiter. "In Sachen Effizienz und Energie haben wir einen guten Job gemacht, aber wenn wir das Set-up noch verbessern, verbessern wir auch das Energiemanagement."

Wehrlein hadert mit Reifenverschließ

Auch Teamkollege Pascal Wehrlein hatte in der Hauptstadt mit der Balance seines Fahrzeugs zu kämpfen. Diese habe sich allerdings nicht in geringerer Performance geäußert, sondern in Form von erhöhtem Reifenverschleiß. Bereits nach wenigen Rennminuten beschwerte sich der ehemalige Formel-1-Pilot am Funk über Probleme mit seinen Reifen. Insbesondere der Temperaturanstieg seit dem Qualifying sei eine Herausforderung gewesen.

Ob die Balanceprobleme beider Piloten miteinander zusammenhängen, konnte Porsche kurz nach dem Rennen noch nicht feststellen. "Wir müssen schauen, ob es einen Unterschied zwischen den Autos gab. Das ist immer interessant zu sehen", meint Lotterer. "Ich denke allerdings, dass es eine allgemeine Charakteristik dieser Strecke ist, dass die Reifen überhitzen."

"Mit besserem Qualifying wird sich auch das Rennergebnis verbessern"

Trotz zweier Top-10-Platzierungen wurde die Erwartungshaltung des Teams noch nicht vollständig erfüllt: "Ich würd sagen, dies ist ein gutes Wochenende, an dem wir gut dabei sind und gute Punkte einfahren können", sagt Wehrlein am Mikrofon von 'e-Formel.de'. "Hoffentlich können wir morgen noch einen Schritt nach vorne machen. Man kann nicht jedes Rennen gewinnen, aber es läuft nicht so gut wie in Mexiko oder Monaco."

Optimierungspotenzial sieht der Baden-Württemberger vor allem im Qualifying: "Wenn du auf P5, 6 oder 7 startest, geht es im Rennen immer zur Sache. Heute habe ich etwas zu viel Energie im Zweikampf gegen Sims verbraucht. Hoffentlich haben wir morgen ein besseres Qualifying, dann wird sich auch das Rennergebnis verbessern."

Die nächste Chance auf ein Podiumsergebnis haben die Stuttgarter schon am Sonntag ab 15 Uhr beim zweiten Berlin-Lauf. "Wir sind nicht hier, um in die Top 10 zu fahren, auch wenn das gute Punkte sind. Ziel ist immer, ganz oben zu sein", spielt Lotterer auf einen möglichen ersten Porsche-Sieg vor heimischem Publikum an.

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