Nick Cassidy nach Pole-Position in Madrid nur 17.: "Unsere Strategie war gar nicht so schlecht"
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Für Citroen-Pilot Nick Cassidy bleibt die Saison 2025/26 eine Achterbahnfahrt: Nach einem bärenstarken Qualifying, in dem sich der Neuseeländer die Pole-Position sicherte, hadert Cassidy im Rennen mit der Strategie und mit Cupra-Kiro-Pilot Pepe Marti. Nach einer Kollision in der letzten Runde kam er am Ende nur auf Platz 17 ins Ziel.
Nick Cassidy erlebt in den ersten sechs Rennen der zwölften Formel-E-Saison eine absolute Achterbahnfahrt. Bislang gilt bei Cassidy in dieser Saison: Entweder läuft es im Qualifying oder im Rennen. Beides zusammen gelang ihm noch nicht.
Auch in Madrid zeigte sich dieses Muster erneut: Cassidy wurde Dritter in Qualifying-Gruppe B und gewann anschließend die Duelle gegen Edoardo Mortara und Norman Nato. Im Finale schlug er sogar Nyck de Vries und sicherte sich seine achte Pole-Position - die erste für Citroen Racing seit dem Formel-E-Einstieg vor der Saison.
Gelungenes Qualifying, ernüchternder Rennverlauf
Im Rennen fuhr der Neuseeländer dann lange in der Spitzengruppe und lag sogar acht Runden in Führung, kam jedoch erst spät zu seinem Pit-Boost-Stopp. Eine Entscheidung, die ihm zum Verhängnis werden sollte: Die beiden Cupra-Kiro-Piloten vor ihm sparten vor ihren Boxenstopps Energie und hielten Cassidy dabei auf, der dadurch viel Boden verlor. Nach dem Pit-Boost war er plötzlich nur noch Elfter mit sieben Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Antonio Felix da Costa.
Dank seines Attack-Modes kämpfte er sich wieder bis auf Rang 4 nach vorne, verlor in den letzten vier Runden aber wieder an Boden. Als Zwölfter ging er in die letzte Runde, kam jedoch am Ende nur auf Platz 17 ins Ziel.
"Um ehrlich zu sein, war unsere Strategie gar nicht so schlecht", sagt Cassidy nach dem Rennen zu e-Formel.de. "Die Kiro-Autos waren auf dem Weg zum Pit-Boost deutlich langsamer als erwartet, und Marti hatte auf dem Weg in die Boxengasse ein Problem, wodurch ich etwa 2,5 Sekunden verloren habe. Dadurch sind wir letztlich eher auf Platz 12 statt ungefähr auf Platz 7 wieder rausgekommen."
Positive Entwicklung trotz erneutem Rückschlag
"Im Nachhinein ist es natürlich immer leicht zu sagen, ob wir früher oder später hätten stoppen sollen", fährt er fort. "Aber ich hatte schon erwartet, dass die anderen das Rennen ebenfalls gut lesen würden. In der letzten Runde gab es dann noch einen Kontakt mit Nato."
Trotzdem zieht Cassidy ein positives Zwischenfazit: "Wenn man aber das Gesamtbild betrachtet, hatten wir nach sechs Rennen bereits einen Sieg, eine Pole und ein Podium - und das alles an verschiedenen Wochenenden. Das ist ein sehr erfolgreicher Start, mehr, als ich erwartet hatte. Deshalb relativiert das auch einen Tag wie heute ein Stück weit, weil die Saison insgesamt bislang sehr positiv verlaufen ist. Auch im Qualifying haben wir uns gesteigert. In den vergangenen vier Rennen haben wir es dreimal in die Duelle geschafft. Das ist ebenfalls ein Fortschritt, und ich hoffe, dass wir uns weiter steigern können."
Nach etwas mehr als einem Drittel der Saison liegt Cassidy mit 51 WM-Punkten auf Platz 5 der Gesamtwertung. Die nächste Gelegenheit, weitere Punkte zu sammeln, bietet sich für den Neuseeländer in knapp sechs Wochen beim Berlin E-Prix am 2. und 3. Mai.
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