Formel E

Nick Heidfeld im Exklusiv-Interview: "Hoffe auf Nachtrennen in Tokio"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Im März dieses Jahres hatte unser Redakteur Tobi die Gelegenheit, für die englischen Kollegen von 'Formula E Zone' den deutschen Formel-E-Fahrer Nick Heidfeld am Telefon zu interviewen. Einige seiner Antworten und Aussagen wurden bis heute jedoch nicht veröffentlicht. Nun erfahrt ihr, wo Heidfeld gern mal mit der Formel E fahren würde, welche seine Lieblingsgegner auf der Rennstrecke waren, und was er am liebsten frühstückt. Das Originalinterview findet ihr über diesen Link.

Nick, wenn du dir eine Stadt aussuchen könntest - wo würdest du unbedingt mit der Formel E fahren wollen?

Ich würde mich freuen, wenn die Formel E irgendwann nach Zürich kommt. Für mich wäre das fast ein Heimrennen, weil ich dort in der Nähe wohne. Auch Italien wäre toll, aber ich weiß nicht, wie die Italiener der Formel E gegenüber stehen. In anderen Rennserien war Italien aber immer außergewöhnlich wegen der Fans, das ist eigentlich echt ein motorsportbegeistertes Land. Und in die nordischen Länder würde ich auch gern mal gehen, weil der Motorsport dort generell sehr wenig unterwegs ist. Gewiss ist es in allen Großstädten möglich, ein Formel-E-Rennen zu veranstalten. Fürs Mahindra-Team wäre es natürlich ganz besonders toll, wenn wir nach Neu Delhi kommen könnten. Indien ist ein riesiges Land, in dem wir viele Fans haben. Ich würde mich freuen!

Mahindra hat durch seinen Fan-Wettbewerb, Streckenlayouts vorzuschlagen, die Weichen für Neu Delhi gestellt. Auch für Japan stehen die Chancen gut. Was hältst du von einem Nachtrennen in Tokio?

Ich kann's mir gut vorstellen und hoffe, dass irgendwann ein Nachtrennen in Tokio kommt. Aus anderen Rennserien weiß ich, was für eine tolle Atmosphäre ein Nachtrennen kreieren kann. In der Formel 1 ist speziell Singapur ein tolles Event.

Du fährst jetzt seit unzähligen Jahren im Profi-Rennsport. Welcher war dein liebster Gegner?

Der Erste, der mir da in den Sinn kommt, ist Juan Pablo Montoya. Damals in der Formel 3000 war er sicherlich nicht mein liebster Gegner, aber der Zweikampf gegen ihn hat in meiner Karriere am meisten Spaß gemacht. Nicht unbedingt auf der Strecke, aber über die ganze Saison gesehen - auch wenn es nicht immer ganz sauber und rund lief. Es war jedenfalls viel Action drin. Gern gekämpft habe ich auch gegen Fernando (Alonso) in der Formel 1, weil ich ihn als sehr hart aber auch fair empfunden habe. Natürlich sind das die meisten Formel-1-Fahrer, aber Fernando sticht da schon raus.

Was frühstückt man eigentlich als Rennfahrer?

"Heute Morgen habe ich nichts gefrühstückt. Das kann ich zum Glück relativ gut, aber ich bin sowieso eher ein Nachtmensch, der dann am Morgen versucht, so lange wie möglich zu schlafen. Sonst esse ich ähnlich wie in Deutschland auch Brot oder Brötchen mit Aufschnitt. Mal ist es ein Müsli - Früchtemüsli gibt es in der Schweiz ja häufiger - mit frischem Organgensaft. Wenn ich unterwegs bin, kommt es dann darauf an, was da ist.

Viele Fahrer stimmen sich mit Musik vor dem Rennen ein. Hörst du Musik, bevor du ins Auto steigst?

"Ich habe tatsächlich schon mal überlegt, das zu tun, aber eigentlich höre ich eher keine Musik. Vor dem Quali kann das bestimmt helfen, um sich ein bisschen aufzupushen. Im Rennen kriege ich es, glaube ich, ganz gut hin, ein optimales Level zu erreichen. Aber im Qualifying habe ich manchmal das Gefühl, dass ich ein bisschen wacher sein könnte. Das ist natürlich ein Aspekt, an dem man arbeiten könnte, aber das Risiko ist, dass es nach über zwanzig Jahren, in denen es sicherlich nicht allzu schlecht lief, komplett in die Hose geht. Da bleibe ich lieber auf der sicheren Seite, bevor das Ergebnis schlecht wird. Für den nächsten Testtag wäre das aber durchaus eine Idee.

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