Formel E

Nio 333 holt in Diriyya mehr Punkte als in 2 Jahren zuvor: "Definitiv ein toller Start"

Svenja König

Svenja König

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Das Schlusslicht der vergangenen Formel-E-Saisons, Nio 333, erlebte einen sehr erfolgreichen Saisonauftakt in Diriyya. Oliver Turvey fuhr am Samstag aus Qualifying-Gruppe 2 in die Super-Pole und punktete in beiden Rennen - ein Kunststück, das dem Team die gesamte Saison 2019/20 nicht gelungen war. Tom Blomqvist konnte bei seinem Einstand zwar keine Punkte für das Team verbuchen, zeigte aber ebenfalls, dass sich der Nio stark verbessert hat und um die Top 10 mitfahren kann.

"Das Team hat diesen Winter gute Arbeit geleistet", sagt Teamchef Christian Silk. "Die Ergebnisse der Testfahren haben uns schon gezeigt, dass wir ein zuverlässiges Auto gebaut haben. Und das Wochenende hat uns gezeigt, dass wir außerdem ein schnelles Auto gebaut haben."

Dies wurde vor allem im Vergleich auf eine Runde deutlich: Turvey fuhr in der Qualifikation am Rennfreitag auf Position 13, Blomqvist aus Gruppe 4 sogar auf die siebte Position. Allerdings wurde seine Zeit gestrichen, da er die gelben Flaggen nach dem Unfall von Sergio Sette Camara im Dragon missachtet hatte.

"Der Tag hat sehr gut angefangen", erinnert sich Blomqvist. "Meine Ingenieure haben über Nacht einige Veränderungen am Auto vorgenommen, und es hat sich heute viel besser angefühlt. Ich bin sehr selbstbewusst ins Qualifying gestartet, da ich in einer guten Startgruppe war, und die Pace ebenfalls da war. Ich konnte eine gute Rundenzeit setzen. Wegen eines Vergehens wurde meine Zeit gestrichen, was sehr frustrierend war."

Am Folgetag konnten beide Piloten noch einen drauf setzen: Turvey schaffte es mit einer sensationellen Runde aus Quali-Gruppe 2 in die Super-Pole, und Blomqvist platzierte auch den zweiten Nio für den Entscheidungslauf um die Startplätze. "Heute ist ein guter Tag", sagte Turvey nach dem Qualifying. "Es war toll, als Schnellster meiner Gruppe im Qualifying in die Super-Pole zu fahren und dann auch noch von P4 zu starten." Teamkollege Blomqvist positionierte sich auf Startplatz 5.

Bei Rennpace noch Luft nach oben

Nach zwei schwierigen Jahren für das Team mit Eigentümer-Wechsel und schwachen Ergebnissen sammelte Oliver Turvey in Diriyya mehr Punkte als in den vergangenen zwei Saisons zusammen (9). Im Freitagsrennen ging es von Startplatz 13 auf den letzten Punkterang - die zehnte Position - nach vorne. "Ich hatte einen sauberen Start und konnte auf dem Weg in die Kurve schon außen an Nato vorbeigehen", beschreibt der 33-Jährige seinen Rennstart. "Das hat uns im ersten Rennstint sehr geholfen. Ich konnte dann einen Vorsprung zu ihm aufbauen und mit den Autos um mich herum mithalten. Die beiden Safety-Cars und Restarts waren schwierig, aber wir haben das gut gemanagt und auch die beiden Attack-Modes in den richtigen Momenten genutzt."

Im zweiten Rennen am Samstag bestätigte Turvey seine starke Startposition mit einem sechsten Platz und holte sogar noch mehr Punkte. Er profitierte allerdings von Strafen gegen Jean-Eric Vergne und Nick Cassidy, die am Ende eigentlich vor ihm gelegen hatten. Im Rennen zeigte sich zudem, dass es dem Nio noch an der Rennpace fehlte, um um das Podium kämpfen zu können.

"Am Anfang konnte ich meine Position halten, aber wir haben im Rennen etwas mit der Pace gehadert", sagt Turvey. "Ich habe hart gekämpft und versucht, das Beste herauszuholen. Heute noch mal in die Punkte zu fahren, ist wirklich ein tolles Ergebnis für das Team. Ich freue mich sehr, in beiden Rennen dieses Wochenende gepunktet zu haben. Das zeigt wirklich, dass wir uns stark verbessert haben im Vergleich zur letzten Saison. Wir haben immer noch einiges zu tun, aber das ist definitiv ein toller Start in die Saison."

Blomqvist mit Strafen & Kollision

Auch für Tom Blomqvist sah es am Samstag lange so aus, als könnte er sich in den Punkten halten. Am Ende kollidierte er jedoch unverschuldet mit Maximilian Günther und musste das Rennen aufgeben. "Da wir von ganz vorne ins Rennen gegangen sind, wussten wir, dass es ein hartes Rennen wird, da viele sehr schnelle Autos hinter uns waren", sagt Blomqvist. "Am Anfang habe ich etwas mit der Rennpace gekämpft, aber gegen Ende konnte ich sogar Energie sparen und hatte so mehr als die Autos vor mir."

"Unglücklicherweise wurde ich dann von Maximilian Günther getroffen, was mich aus den Punkten geworfen hat", hadert der Brite. "Aber ich denke, wir hätten so oder so noch eine Strafe bekommen (wegen des nicht genutzten zweiten Attack-Modes), deshalb ist das nicht so schlimm. Ich bin enttäuscht, dass ich keine Punkte geholt habe, denn das wäre definitiv möglich gewesen. Das Gute ist, dass sich das Auto stark verbessert hat und wir tatsächlich mitkämpfen können."

Am Vortag war der Brite von Startplatz 22 ins Rennen gegangen und arbeitete sich nach einer frühen Durchfahrtsstrafe nicht weiter nach vorn. Auch wenn Blomqvist keine Punkte eingeholt hat, ist Teamchef Silk sehr zufrieden mit seinem Neuling: "Es tut mir sehr leid für Tom, dass er so ein durchwachsenes Wochenende erlebt hat. Aber es ist vielversprechend, wie schnell er sich ins Team eingefunden hat. Seine Qualifying-Pace war wirklich beeindruckend, und wir freuen uns auf eine tolle Saison mit ihm." Es bleibt abzuwarten, ob die Nio die starke Leistung vom Diriyya E-Prix am 10. April in Rom bestätigen kann.

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1 Kommentare

Jonas ·

Hoffentlich fahren sie auch in Rom gute Punkte ein. Sie haben das verdient.

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