Formel E

Nio baut vor Puebla E-Prix auf starke 1. Saisonhälfte: "Offensichtlich großen Schritt nach vorn gemacht"

Svenja König

Svenja König

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Nach zwei Horrorjahren ist das Formel-E-Team Nio 333 in der Saison 2021 wieder auf dem aufsteigenden Ast. Das chinesische Team feierte einen erfolgreichen Saisonstart in Diriyya und punktete dazu in Rom und Valencia. Zudem konnten sich Oliver Turvey und Tom Blomqvist insgesamt viermal für die Super-Pole qualifizieren. Nichtsdestotrotz ist Nio mit 18 Punkten mit großem Abstand Schlusslicht in der Teammeisterschaft. Teamchef Christian Silk zieht im Interview nach sieben Rennen dennoch ein positives Fazit.

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit den Ergebnissen der ersten Saisonhälfte", so Silk. "Es ist offensichtlich, dass wir im Vergleich zu den Vorjahren einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Aber man könnte auch sagen, die harte Arbeit hat gerade erst angefangen, da wir jetzt das Momentum aufrechterhalten müssen."

Seit der Übernahme des Rennstalls durch Shanghai Lisheng Racing vor Saison 6 hat sich im Team einiges verändert - und verändert sich noch immer. Dazu zählt vor allem, dass das Team geografisch zusammengelegt und somit nur noch von Silverstone aus operieren wird.

"Ich habe schon in vielen Teams gearbeitet, die geografisch voneinander getrennt waren, und das macht effiziente Arbeit so viel schwerer. Als wir die Location in Silverstone gesehen haben, wussten wir sofort, dass es perfekt ist. Ich bin mir sicher: Wenn wir alle unter einem Dach arbeiten, wird es dem Team nicht dabei nur helfen, effizienter zu arbeiten, sondern auch die Energie im Team zu halten.

Silk: "Beängstigend, was wir unserem Planeten antun"

Außerdem will sich das chinesische Team stärker für den Umweltschutz einsetzen und das 3-Sterne-Prüfsiegel des FIA-Umweltprogramms erreichen. Ziel dabei sei es für Nio 333, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und Biodiversität zu fördern. In der Formel E haben bislang Mahindra, Virgin, Mercedes und Audi dieses Siegel für Nachhaltigkeit erhalten.

"Das ist etwas, was mit sehr wichtig ist und worauf ich sehr stolz bin", sagt Silk. "Meine Frau und meine Tochter sind Wissenschaftlerinnen, daher bin ich sehr dankbar, dass ich durch sie die Klimaforschung besser verstehen kann. Manchmal ist sehr beängstigend zu sehen, was wir unserem Planeten antun. Deshalb müssen wir alle stark sein, auf die Wissenschaftler hören und alles tun, was wir können, um unseren Planeten zu schützen."

"Haben virtuell Fortschritte gemacht"

Sportlich lief es beim letzten Rennwochenende in Monaco nicht so gut für Turvey und Blomqvist. Beide hatten Probleme mit dem Energiemanagement und konnten so nicht um die Punkte mitfahren. "In Monaco waren wir nicht so konkurrenzfähig, wie wir gehofft hatten, aber wir haben seitdem viel Analyse betrieben und haben die Probleme, die wir hatten, verstanden. Dieses Verständnis müssen wir nach Mexiko mitnehmen."

Sechs Wochen hatte das Team nun Zeit, um sich auf das anstehende Rennwochenende in Puebla vorzubereiten. Da es keine Testmöglichkeiten gab, musste das vor allem digital passieren. "Die Ingenieure haben Kontrollsysteme entwickelt, und wir haben auch unsere Computersimulation verbessert", sagt Silk. "Selbstverständlich haben wir auch an der Pace auf eine Runde gearbeitet, aber im Rennen müssen wir noch das Energiemanagement optimieren. Aber gerade das macht den elektrischen Motorsport so interessant."

Insgesamt, so Silk, sei man bei Nio aber zuversichtlicher, was vor allem das Fahrzeug-Setup angehe. Denn die Strecke ähnele eher Valencia als Monaco, wo das Team sehr stark gewesen sei. Die Rennen in Puebla finden am 19. und 20. Juni statt. Die Trainings und das Qualifying kannst du bei e-Formel.de im Livestream verfolgen. Zusätzlich bieten wir dir zu allen Sessions einen Liveticker an.

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