Formel E

Nissan-Pilot Sacha Fenestraz im Formel-E-Interview (1/2): "Nicht erwartet, dass Saison so verlaufen würde"

Timo Pape

Timo Pape

Sacha-Fenestraz-Nissan-Cape-Town

Sacha Fenestraz hat 2023 seine erste komplette Formel-E-Saison mit Nissan absolviert und dabei einige im Fahrerlager beeindruckt, wenngleich es zum ersten Podium noch nicht gereicht hat. Im XXL-Exklusiv-Interview mit e-Formel.de zieht er Zwischenbilanz. In diesem ersten Interview-Teil geht es um das Sportliche: sein erstes Nissan-Jahr, alte Rivalitäten und seine Ziele für 2024.

Nach deinem kurzfristigen Debüt beim Seoul E-Prix 2022 für Dragon hast du dieses Jahr deine erste volle Formel-E-Saison absolviert - durchaus auch mit Höhepunkten. Verlief das Jahr wie geplant für dich?

Ehrlich gesagt habe nicht erwartet, dass die Saison so verlaufen würde. Ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt, dass sie ein reiner Lernprozess wird. Ich kannte die Strecken nicht, und auch das Energiemanagement war etwas komplett Neues für mich. Trotzdem haben wir eine Pole-Position erzielt und waren in Kapstadt (siehe Foto) bis in die letzte Runde ganz nah dran am Podium. Ich bin mit meiner ersten Saison sehr zufrieden.

Es war auch das Wiedersehen mit deinem alten Weggefährten und Konkurrenten Nick Cassidy, mit dem es durchaus Reibereien gab...

Wir hatten dieses Jahr unser Duell in Kapstadt, das leider nicht gut für mich ausgegangen ist (Fenestraz fiel nach Kontakt aus, Cassidy wurde Dritter). Aber damals in Japan waren wir ja Teamkollegen und hatten auch wirklich interessante Duelle auf der Strecke. Er war sehr schnell dieses Jahr - alle vier Jaguar waren unheimlich schnell. Ich hoffe, dass ich auch nächstes Jahr wieder mit ihm um gute Resultate kämpfen kann.

In der vergangenen Saison hat gegen Saisonende auch dein Teamkollege Norman Nato eine starke Pace gezeigt und gute Ergebnisse für das Team eingefahren. Inzwischen musste er das Team dennoch verlassen.

Ich werde ihn sehr vermissen. Gleichzeitig freue ich mich sehr für ihn, dass er einen Vertrag bei Andretti bekommen hat. Er hat dort eine großartige Chance, vielleicht sogar um den Titel zu kämpfen. Er ist einfach ein toller Mensch, auch abseits der Strecke. Wir haben großartig zusammengearbeitet.

An seiner Stelle bei Nissan steht nun Oliver Rowland. Was hältst du von deinem neuen Teamkollegen?

Ich kann einiges von ihm lernen, er ist extrem talentiert. Vor ein paar Jahren hat nicht viel gefehlt, dann wäre er in der Formel 1 gelandet. Er hat immer wieder für F1-Teams gearbeitet, das sagt schon alles. Er hat außerdem viel Erfahrung in der Formel E. Für mich ist das großartig, mich mit einem so talentierten Piloten messen zu können. Ich denke, ich werde von ihm profitieren.

Mit Blick auf deine Erfahrungen der Saison 2023 und die aufsteigende Nissan-Formkurve in den vergangenen Monaten: Was sind deine Ziele für das kommende Jahr?

Schwer zu sagen, denn jedes Team wird eine Menge Updates für die neue Saison mitbringen. Alle werden viel schneller sein. Ich möchte einfach konstanter an jedem Wochenende in den Top 6, Top 7 mitkämpfen. Das war bislang eine unserer Schwächen. Ich hoffe, dass ich ein paar Podiumsergebnisse erzielen kann. Wir waren dieses Jahr schon nah dran in Kapstadt oder Jakarta. Das ist auf jeden Fall das Ziel.

Das war der erste Teil unseres XXL-Interviews mit Sacha Fenestraz. Im zweiten Teil, der in Kürze auf e-Formel.de erscheinen wird, spricht der Youngster über die Zukunft des Motorsports, seinen Karriereweg und ein mögliches Wiedersehen mit F1-Star Lando Norris.

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