Formel E

Nissan setzt in Monaco erstmals neues Formel-E-Auto mit maßgeschneidertem Shell-Getriebeöl ein

Timo Pape

Timo Pape

Sebastien-Buemi-Nissan-Attack-Mode

Nachdem Nissan e.dams den Einsatz seines neuen Formel-E-Autos aufgrund von Corona-bedingten Lieferverzögerungen um zwei Rennwochenenden verschieben musste, ist es nun soweit: Beim Monaco E-Prix am Samstag geht der neue Antriebsstrang "IM03" erstmals bei einem E-Prix an den Start. Neben Hard- und Software-Upgrades profitiert Nissan im Fürstentum erstmals auch von einem neuen maßgeschneiderten E-Getriebeöl von Partner Shell.

Eigentlich hätte der IM03 bereits beim Rom E-Prix am 10. April sein Debüt feiern sollen. Letztlich mussten Sebastien Buemi und Oliver Rowland aber sowohl in Italien als auch beim Valencia-Wochenende in Spanien mit dem alten Fahrzeug antreten. Wie damals schon angekündigt, feiert der neue Formel-E-Entwicklungsstrang, mit dem Nissan den Rest der laufenden sowie die achte Saison bis zum Ende der Gen2-Ära bestreiten wird, nun Premiere.

"Nissan hat einen neuen Gen2-Antriebsstrang entwickelt, der auf dieser legendären Strecke zum ersten Mal zum Einsatz kommen wird - wir sind also darauf fokussiert, die maximale Performance herauszuholen", sagt Nissan-Motorsportchef Tommaso Volpe. "Dieser neue Antrieb ist das Ergebnis eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen unserer Straßenauto-Entwicklung und unserem Formel-E-Projekt."

Nissan-Technikchef Vincent Gaillardot erklärt im Rahmen einer virtuellen Medienrunde auf Nachfrage von 'e-Formel.de': "Wir befinden uns natürlich am Ende eines vierjährigen Entwicklungszyklus. Das ist also keine brandneue Technologie - es ging vor allem um Optimierungen. Wir haben seit dem Beginn von Saison 5 große Fortschritte gemacht und jeden einzelnen Bereich des Antriebs stetig verbessert."

Speziell entwickelte Shell E-Fluids für neuen Antrieb

Auch im Bereich Getriebe vermeldet Nissan einen Fortschritt. Denn im dritten Jahr der Partnerschaft mit Shell kommt im neuen IM03 erstmals auch ein für den Antriebsstrang maßgeschneidertes Getriebeöl zum Einsatz. Bis dato war Shell in erster Linie als Sponsor aufgetreten.

Der Schmierstoff wurde in enger Kollaboration zwischen Shell und dem Entwicklungsteam von Nissan entwickelt und soll die Effizienz und Leistung des Formel-E-Rennwagens weiter steigern. Shell erhofft sich durch den Einsatz unter Extrembedingungen auf der Rennstrecke neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Schmierstoffen für Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr.

Gaillardot wertet das neue E-Fluid als größten Schritt der bisherigen Partnerschaft mit Shell: "Bis heute war Shell ein Partner, doch nun haben sie einen direkten Einfluss auf die Effizienz des Autos. Ich kann mir keinen größeren Mehrwert für eine Partnerschaft vorstellen. Dennoch ist dies nur ein erster Schritt - wir werden uns in Zukunft noch andere Bereiche ansehen." Der Franzose spielt damit auch auf die Tatsache an, dass das Reglement der Formel E keinerlei Einschränkungen für die Entwicklung von Schmierstoffen vorgibt.

Das findet auch Shell gut. "Wir müssen tatsächlich sehr eng zusammenarbeiten, weil schon kleinste Veränderungen im Antrieb einen Effekt auf die Anforderungen des Schmierstoffs haben", erklärt Christopher Dobrowolski, Projektleiter Forschung und Entwicklung Shell E-Fluids, auf unsere Nachfrage hin. "Das beginnt mit grundlegenden Dingen wie der Viskosität, geht aber sehr schnell ins Detail, wenn es um den richtigen Einsatz von Additiven geht. Das gesamte Schmiermittel-Konzept muss so effizient wie möglich sein - es betrifft schließlich alle mechanischen Komponenten im Getriebe."

Nissan-Fahrer ziehen nach schwachem Saisonstart Hoffnung aus einstigen Monaco-Erfolgen

Bislang verlief die Formel-E-Saison 2021 für Nissan e.dams nicht nach Plan: Nach sechs von 15 Rennen belegt das Vizemeisterteam von 2020 nur den vorletzten Platz in der Gesamtwertung. Ein Podium konnten Buemi und Rowland in diesem Jahr noch nicht erzielen. Das neue Auto dürfte somit gerade zum rechten Zeitpunkt kommen, sofern die Mannschaft den Kontakt zur Spitze nicht noch weiter abreißen lassen will.

Immerhin haben beide Piloten bislang gute Erfahrungen beim Monaco E-Prix gemacht, wenngleich sie diesmal eine erweiterte Streckenführung erwartet. "Seb und Oli werden ihr Talent und ihre Erfahrung aus vergangenen Monaco-Rennen abrufen müssen, um das Maximum aus dem neuen Gen2-Antriebsstrang herauszuholen", meint Co-Teamchef Olivier Driot.

Buemi ist zuversichtlich, dass ihm dies gelingen wird: "Ich habe hier zwei der letzten drei Formel-E-Rennen gewonnen, aber natürlich werde ich nichts als selbstverständlich hinnehmen, schließlich haben wir ein neues Streckenlayout und zudem einen neuen Nissan-Antrieb. Ich freue mich darauf zeigen zu können, wozu wir in den Straßen von Monaco in der Lage sind. Ich liebe Monaco!"

Auch Teamkollege Rowland war bei seinem bislang einzigen E-Prix im Fürstentum erfolgreich: 2019 holte er hinter Jean-Eric Vergne den zweiten Platz und damit sein erstes Formel-E-Podium. "Ich habe hier 2019 das Podium erreicht, aber hier will jeder Fahrer gewinnen. Ich kann es kaum erwarten, mit unserem neuen Nissan-Formel-E-Antrieb auf die Strecke zu gehen." Rennstart in Monaco in am Samstag um 16 Uhr.

Video: So funktioniert das Shell Getriebeöl im Formel-E-Auto

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