Formel E

"Noch nicht marktreif" - Schnelllade-Boxenstopps in dieser Formel-E-Saison "unwahrscheinlich"

Svenja König

Svenja König

Attack-Charge-Test-Formula-E

Die Einführung von Schnelllade-Boxenstopps in der Formel E kommt wohl nicht mehr in dieser Saison. Statt der geplanten Premiere beim Misano E-Prix hält Formel-E-CEO Jeff Dodds eine Einführung mit dem Gen3.5-Auto in der Saison 2024/25 für realistischer. Grund dafür sei vor allem die Unzuverlässigkeit im Umgang mit der Technologie, die noch nicht marktreif sei.

"Im Moment ist die Technologie noch nicht robust genug, um sie in einem Rennen einzusetzen", sagte Formel-E-CEO Dodds im Vorfeld des Misano E-Prix gegenüber einer Medienrunde inklusive Motorsport.com. "Wir werden niemals ein Rennen gefährden, indem wir eine Technologie einsetzen, die noch nicht bereit ist."

Die größten Probleme beim Laden seien die Zuverlässigkeit und die Sicherheitsbedenken. "Wir versuchen, die Grenzen der Batterieladetechnologie zu erweitern. Das ist keine einfache Sache. Sie ist noch nicht marktreif, also werden wir es auch nicht einführen", so Dodds.

Bis auf weitere Anweisungen der FIA wird es daher im Rahmen von Rennveranstaltungen keine Tests mehr mit der Technologie geben. Dass der Attack-Charge in dieser Saison noch zum Einsatz kommt, hält der Formel-E-Boss aktuell für "unwahrscheinlich".

"Wir testen weiter" - Resthoffnung bleibt

Ein neuer Zeitplan für das Projekt sieht wohl vor, dass die Boxenstopps ab nächster Saison gemeinsam mit der Fahrzeugweiterentwicklung Gen3Evo gelauncht werden. "Wir führen das Gen3.5 für die nächste Saison ein. Also macht es vielleicht mehr Sinn, auch das Schnellladen zu Beginn der nächsten Saison einzuführen." Festlegen will er sich aber nicht: "Wir testen weiter. Vielleicht kommen wir an den Punkt, dass wir es am Ende dieser Saison einführen, aber ich wäre nicht überrascht, wenn es nicht so wäre."

Es ist nicht die erste Verschiebung auf dem Weg zum Launch der neuen Technologie. Ursprünglich war geplant, diese mit Beginn der dritten Fahrzeuggeneration vergangene Saison einzuführen. Aufgrund von Lieferkettenproblemen wurde das Vorhaben zunächst um eine Saison verschoben. Schlussendlich sollte es Mitte dieser Saison - genauer gesagt am aktuellen Rennwochenende in Misano - zum Einsatz kommen.

Dafür wurden verschiedene Tests in dieser Saison durchgeführt - der erste bei den Vorsaisontestfahrten in Valencia. Dieser wurde aufgrund des unerwarteten Feuers in der Boxengasse verkürzt. Dann gab es einen Test im Rahmen des 1. Freien Trainings in Mexiko-Stadt, bei dem es erneut Probleme mit der Technologie gab, weshalb der nächste Durchlauf erst in Sao Paulo durchgeführt wurde. Nun ist das Thema erst einmal wieder hinter die Kulissen verlagert.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 7.