Formel E

Offiziell: Formel E sagt Hyderabad E-Prix 2024 ab & erwägt rechtliche Schritte

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Es gab vor dem Jahreswechsel bereits Gerüchte, nun ist es offiziell: Die Formel E hat am Freitagabend trotz eines gültigen Vertrages den Hyderabad E-Prix (10. Februar) abgesagt. Damit wird die Elektroserie 2024 nicht in Indien fahren. Weil aufgrund der Kürze der Zeit - das Rennen hätte in fünf Wochen ausgetragen werden sollen - kein Ersatzrennen zustande kommt, verkleinert sich der Rennkalender auf nur noch 16 Rennen. Die Verantwortlichen der Rennserie geben sich enttäuscht.

Das Amt für Stadtverwaltung und Stadtentwicklung in Hyderabad, das der Regierung des Bundesstaates Telangana untersteht, hat entschieden, die am 30. Oktober 2023 unterschriebene mehrjährige Vereinbarung zur Austragung des Formel-E-Rennens nicht zu erfüllen. Für die Rennserie ein klarer Vertragsbruch, der auf einen Wechsel in der Lokalpolitik des Bundesstaates folgt.

Dieser könnte auch rechtliche Konsequenzen haben, wie die Formel E mitteilt. Eine Klage ist nicht ausgeschlossen. "Die Formula E Operations (FEO) prüft derzeit ihre Position und welche Schritte sie gemäß dem 'Host City Agreement' und den geltenden Gesetzen unternehmen kann. Die FEO behält sich alle diesbezüglichen Rechte vor."

Für die Formel E bedeutet die Absage einen großen Rückschlag. Immerhin sollte 2024 mit der Rückkehr nach China und dem Debütlauf in Japan eigentlich das Jahr werden, in dem die Rennserie in allen Kernmärkten auf der Welt mit einem Rennen vertreten ist. Sowohl Mahindra Racing als auch Jehan Daruvala, der einzige Formel-E-Neuling in der Saison 2024, müssen auf ihr Heimrennen verzichten.

Longo: "Sind sehr enttäuscht für die Motorsport-Fans"

Durch die Absage des für den 10. Februar geplanten Laufs entsteht im Rennkalender eine Lücke von sieben Wochen zwischen dem "Double-Header" in Diriyya und dem Rennen in Sao Paulo. Der gesamte Monat Februar bleibt somit ohne Rennen. Ein zwei Wochen später geplantes Rennen, mutmaßlich die zweite Austragung des Kapstadt E-Prix, war bereits im Oktober aus dem Kalender gestrichen worden.

"Wir sind sehr enttäuscht für die riesige Motorsport-Fangemeinde in Indien", beschreibt Alberto Longo, Chief Championship Officer der Formel E. "Wir wissen, dass die Austragung eines offiziellen Motorsport-Weltmeisterschaftsrennens ein wichtiges und prestigeträchtiges Ereignis für Hyderabad und das ganze Land ist."

"Der Präsident der Federation of Motor Sports Clubs of India (FMSCI), Akbar Ebrahim, und sein Team haben uns unglaublich dabei unterstützt, die Formel E zurück nach Hyderabad zu holen", so Longo weiter. "Sie teilen unsere Enttäuschung über die Entscheidung der Regierung von Telangana, die zur Folge hat, dass es nicht dazu kommen wird."

CEO Dodds "zutiefst frustriert"

"Es ist zutiefst frustrierend, dass wir nicht auf dem Erfolg des Eröffnungsrennens im vergangenen Jahr aufbauen können, das der Region fast 84 Millionen US-Dollar an positiven wirtschaftlichen Auswirkungen beschert hat", erklärt Formel-E-CEO Jeff Dodds. "Es tut uns auch für unsere großen indischen Partner leid, insbesondere Mahindra und Tata Communications."

"Das Rennen in Hyderabad war wichtig, um die Vorteile von Elektrofahrzeugen in einem Markt zu zeigen, in dem die Verschmutzung durch Verbrennungsmotoren massive Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Umwelt hat", ergänzt der Brite.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Formel E mit einem Vertragsbruch infolge einer Veränderung in der Lokalpolitik konfrontiert ist. Das sicherlich bekannteste Beispiel ist der Montreal E-Prix, der nach seiner ersten Durchführung ein wichtiges Thema im Bürgermeisterwahlkampf der kanadischen Stadt war. Die neue Bürgermeisterin Valerie Plante kündigte das von ihrem Vorgänger ausgehandelte Abkommen auf, die Formel E einigte sich mit der Stadt mehrere Jahre später außergerichtlich über eine Entschädigung in Millionenhöhe.

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1 Kommentare

Tobias ·

Wird sich halt nicht gelohnt haben und es hat auch niemanden interessiert. Macht euren Rennzirkus halt auf eigene Kosten und zockt nicht Menschen in der dritten Welt ab.

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