Formel E

Offiziell: Lola Cars kommt 2025 mit Technikpartner Yamaha als Hersteller in die Formel E

Timo Pape

Timo Pape

Lola-Yamaha-Formel-E

Lola Cars und Yamaha kommen in die Formel E. Das bestätigte die Elektroserie am frühen Donnerstagmorgen offiziell. Wie wir bereits in der vergangenen Woche berichteten, wird der britische Chassis-Bauer schon in der kommenden elften Saison 2024/25 als eingeschriebener Formel-E-Hersteller einen eigenen Antriebsstrang entwickeln - womöglich für ABT Cupra. Ein eigenes Team ist bislang offenbar nicht geplant.

Viel steht nicht drin in der offiziellen Bekanntmachung: Lola werde gemeinsam mit Technologiepartner Yamaha einen eigenen Antriebsstrang entwickeln und schon nächste Saison mit dem Gen3.5-Fahrzeug-Upgrade an den Start gehen. Den zwölften (freien) Teamslot füllt Lola dabei anscheinend nicht - zumindest ist davon bislang keine Rede. Stattdessen dürfte die britisch-japanische Allianz das deutsche ABT-Team mit Antrieben versorgen. Die Kemptener stehen nach der Kündigung mit Mahindra als derzeit einziges Team ohne Hersteller ab 2025 da.

Lola-Motorsportchef Mark Preston - einst Teamchef des Formel-E-Teams Techeetah - dürfte das Projekt anführen. Der Australier erklärt: "Wir sind begeistert, unseren Einstieg in die Formel E zu bestätigen. Für uns ist dies nicht nur eine Gelegenheit, Lola auf die Rennstrecke zurückzubringen, sondern auch eine fantastische Plattform für die technologische Entwicklung. Dieses Projekt wird es uns ermöglichen, eine einzigartige elektrifizierte Plattform zu schaffen."

Kernstück der Entwicklung sei für ihn die Software, mit der Lola in Zukunft weitere Pläne im Motorsport verfolgen wolle. "Die Partnerschaft ist das erste von mehreren geplanten Großprojekten, um das britische Unternehmen wieder zu einem Branchenführer im Bereich nachhaltiger Technik und Motorsport zu machen. Wir konzentrieren uns strategisch auf die drei Bereiche Elektrifizierung, Wasserstoff und nachhaltige Kraftstoffe und Materialien."

Lolas lange Erfolgsgeschichte im Rennsport beschränkt sich bis dato auf die Bereiche Chassis und Aerodynamik. 1958 von Eric Broadly gegründet, hat die Marke seither fast 5.000 Rennwagen in 400 verschiedenen Modelltypen entwickelt und produziert. Lola fuhr unter anderem in Le Mans, den Serien IndyCar, Formel 1, Can-Am, Formel 3000, Formel 5000, A1GP, Formel Ford und im Tourenwagen-Sport. Die Formel E ermöglicht Lola die Rückkehr zum globalen Motorsport nach längerer Abstinenz.

Yamaha will Energiemanagement-Technologien erwerben

Auch für Yamaha markiert die Partnerschaft mit Lola ein Comeback in den internationalen Motorsport, nachdem der japanische Konzern zuletzt 1997 in der Formel 1 aktiv war. "Die Yamaha Motor Company beschleunigt die Forschung und Entwicklung verschiedener Technologien, die zur Nachhaltigkeit beitragen", sagt Heiji Maruyama, geschäftsführender Vorstand und Direktor bei Yamaha.

"Als technischer Partner hoffen wir, durch das hohe Niveau des elektrischen Rennsports in der Formel E fortschrittlichere Energiemanagement-Technologien zu erwerben. Wir teilen auch Lolas neue Philosophie des nachhaltigen Motorsports und sind sehr erfreut und geehrt, diese Partnerschaft mit ihnen einzugehen", so Maruyama.

Seit der Übernahme von Lola Cars im Jahr 2022 durch Till Bechtolsheimer hat sich die Marke am neuen Hauptsitz in Silverstone (Großbritannien) neu aufgestellt. "Wir freuen uns unglaublich über die Partnerschaft mit der Yamaha Motor Company in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft", sagt Bechtolsheimer. "Von einem der innovativsten OEMs der Welt als Partner für ein Projekt dieser Bedeutung ausgewählt zu werden, ist ein Beweis für das Kaliber des Teams, das wir bei Lola aufgebaut haben."

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2 Kommentare

supermarkus ·

Läuft das Cupra-Sponsoring denn kommendes Jahr noch? Das ist doch auch ein Stolperstein, weshalb nicht jeder mit seinen Motoren für die Konkurrenz Werbung machen will.

Ich halte ERT für den näher liegenden Partner. Aktuelle Antriebstechnik an Yamaha verticken, mit deren Ressourcen das Paket weiter entwickeln.

Timo ·

Das mit Cupra sollte eigentlich noch längerfristig laufen, aber man weiß ja nie, welche kurzfristigen Entscheidungen große Hersteller manchmal treffen, siehe Audi... Persönlich kann ich mir das mit Cupra und Yamaha auch nicht wirklich vorstellen, aber wer weiß...

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