Formel E

Offiziell: Porsche bestätigt Formel-E-Einstieg als Werksteam

Timo Pape

Timo Pape

Bereits gestern berichteten wir ausführlich über den Formel-E-Einstieg von Porsche, nun haben die Marke und die Formel E offiziell bestätigt: Porsche steigt ab 2019 mit einem eigenen Werksteam - also auch mit eigenem Antriebsstrang - in die Formel E ein. Im Gegenzug beendet das Unternehmen sein LMP1-Engagement in der FIA-Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) zum Saisonende 2017. Zugleich konzentriert Porsche seine Motorsport-Strategie auf den Einsatz des 911 RSR in der GT-Klasse der WEC sowie in der amerikanischen Rennserie IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Nach aktuellem Stand wäre Porsche das zwölfte Formel-E-Team für Saison sechs, nachdem am Montag bereits Mercedes seinen Einstieg verkündet hatte.

"Ich freue mich sehr, Porsche in der Formel E begrüßen zu dürfen", sagt Formel-E-Boss Alejandro Agag. "Wenn mir jemand vor fünf Jahren, als wir dieses Projekt begonnen haben, gesagt hätte, dass wir eine Partnerschaft mit einer Marke wie Porsche verkünden können - ich hätte ihm nicht geglaubt. Das ist ein Meilenstein auf unserem Weg, auf unserer Mission, den Leuten ein anderes Bild von Elektromobilität zu vermitteln. Die Revolution geht weiter, und die Formel E ist die Rennserie für diese Revolution."

Die Neuordnung des Motorsports leitet sich aus der Porsche Strategie 2025 ab: Porsche setzt hier unter anderem auf einen Mix aus puristischen GT-Fahrzeugen und vollelektrischen Sportwagen wie dem ersten rein batteriebetriebenen Mission E.

"Einstieg und erfolgreiche Präsenz in der Formel E sind die logische Konsequenz unserer Mission E. Wachsende Freiheitsgrade für Eigenentwicklungen machen die Formel E für uns attraktiv", sagt Michael Steiner, Entwicklungsvorstand der Porsche AG.

"Porsche setzt auf alternative und innovative Antriebskonzepte. Die Formel E ist für uns das ultimative kompetitive Umfeld, um die Entwicklung von High-Performance-Fahrzeugen in punkto Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben", so Steiner. Schon in diesem Jahr unternimmt Porsche erste Schritte zur Entwicklung des eigenen Formel-E-Rennwagens.

Parallel stärkt Porsche den Einsatz in der GT-Klasse: "Herstellervielfalt und die Qualität der beiden Sportwagen-Serien haben uns dazu bewogen, unser Engagement zu festigen und die Kräfte auf den Einsatz des 911 RSR zu konzentrieren", so Steiner. "Wir wollen die Nummer eins werden. Dafür müssen wir entsprechend investieren."

Nach vier äußerst erfolgreichen Jahren, drei Siegen in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans und je zwei Weltmeistertiteln bei Team- und Fahrerwertung 2015 und 2016 wird Porsche die LMP1-Bühne verlassen. In diesem Jahr will das Werksteam aus Weissach aber noch einmal die beiden WM-Titel verteidigen. Abschluss der Saison ist am 18. November in Bahrain.

LMP1-Team & Fahrer bleiben Porsche voll erhalten

Fritz Enzinger, Leiter LMP1 und zentrale Figur beim Wiedereinstieg von Porsche in den Spitzenmotorsport 2014: "Es war eine große Herausforderung, die Le-Mans-Truppe von null aufzubauen. Über die Jahre ist eine äußerst erfolgreiche, kompetente Mannschaft zusammengewachsen. Auf diese Basis setzen wir auf. Ich bin mir sicher, dass wir für die Formel E unser Niveau auf einem hohen Level halten werden. Wir sehen dem Start mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und Freude entgegen."

Die erfolgreiche LMP1-Mannschaft bleibt Porsche voll erhalten. Dies gilt auch für die beteiligten Werksfahrer. Somit könnten wir ab Ende 2016 in der Formel E sehen: Andre Lotterer, Timo Bernhard, Neel Jani, Brandon Hartley, Nick Tandy oder Earl Bamber. Neben Starts in anderen Rennserien und der intensiven Vorbereitung auf die Formel E prüft Porsche derzeit weitere Einsatzgebiete und Entwicklungsaufgaben.

Unseren Kommentar zum Porsche-Einstieg in die Formel E findest du im Artikel von Donnerstag.

Porsche kommt in die Formel E

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