Formel E

Offiziell: Virgin bezieht ab Saison 5 Antriebsstränge von Audi

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Die Spatzen pfiffen es in den letzten Wochen von allen Dächern, nun ist der nächste große Coup der Formel-E-Sommerpause offiziell: Nachdem sich der britische Virgin-Rennstall bereits zum Ende des vergangenen Monats von Motorenpartner DS Automobiles trennte, gab das Team nun bekannt, mit dem Start in die fünfte Formel-E-Saison (2018/19) mit Antriebssträngen von Audi in der Elektroserie anzutreten. DS wird stattdessen Techeetah - bislang ein Renault-Kunde - mit seiner Technik beliefern. Für Audi ist es der erste Kundenvertrag in der Formel E.

Als Teil der Partnerschaft wird Virgin das vollständige Antriebspaket von Audi beziehen können und dadurch mit identischen Motoren-, Getriebe- und Inverter-Komponenten wie das Werksteam aus Neuburg an den Start gehen. Einzig die Software, die auch während der Saison weiterentwickelt werden kann, wird die Fahrzeuge technisch voneinander unterscheiden.

Schon seit mehreren Monaten gab es im Formel-E-Dunstkreis Berichte zu Verhandlungen zwischen Audi und Virgin. Bereits im Januar drangen erste Gerüchte über die mögliche Partnerschaft an die Öffentlichkeit, die sich in den letzten Wochen weiter verdichteten. Virgin benannte bereits zuletzt seine Facebook- und Twitter-Kanäle von "DS Virgin Racing Formula E" zu "Virgin Racing Formula E" um, ehe im Juli schließlich die Bestätigung der Trennung von DS Automobiles, einer Tochter vom französischen Autobauer Citroen, folgte. Die Bekanntgabe der Audi-Partnerschaft folgte schließlich nach einigen Verzögerungen am Freitag.

Virgin wird neben HWA - das neue deutsche Team wird seine Antriebe von Venturi beziehen - eines von nur zwei Formel-E-Kundenteams in der kommenden Saison sein. Der Antriebsdeal zwischen Audi und Virgin soll für die kommenden drei Jahre - also die gesamte zweite Generation der Formel E - gelten.

In den vergangenen Monaten durchlief Virgin eine Reihe an großen Veränderungen, allen voran der Kauf von Mehrheitsanteilen am Team durch den chinesischen Windkraftanlagen-Hersteller Envision und der Abgang von Teamboss Alex Tai. Ob der Audi-Deal auch Auswirkungen auf die Virgin-Fahrerpaarung für die nächste Saison hat, ist noch unbekannt. Wir werden voraussichtlich aber schon am 5. Oktober Neuigkeiten zu diesem Thema für dich haben.

Kontinuierlicher Austausch geplant

"Wir freuen uns, in der neuen Formel-E-Saison gemeinsam mit Virgin Racing gleich mit vier Audi e-tron FE05 um Punkte und Trophäen zu kämpfen", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Die Mannschaft gehört seit Gründung der Formel E zu den Hauptakteuren - das gilt für die sportliche Leistung ebenso wie für alle Aktivitäten abseits der Strecke. Umso schöner ist es, dass sich Virgin Racing für unseren Antriebsstrang entschieden hat. Dieses Vertrauen ist auch eine Bestätigung für die ausgezeichnete Arbeit, die unsere Ingenieure zusammen mit den Kollegen unseres Entwicklungspartners Schaeffler leisten."

Der Audi e-tron FE05 ist die Evolution eines Erfolgsmodells. Sein Vorgänger war in vielen Rennen der vierten Saison das effizienteste Auto. Besonderer Höhepunkt war dabei Mitte Juli in New York der Gewinn der Teammeisterschaft für das Werksteam Audi Sport ABT Schaeffler.

Herzstück des neuen Audi e-tron FE05, mit dem künftig auch das Team Virgin Racing startet, ist der Antriebsstrang rund um die Motor-Generator-Einheit Audi Schaeffler MGU03. Während der Rest des Autos für alle Teams gleich ist, stellen die Hersteller beim Antrieb ihre technische Kompetenz unter Beweis. Die Richtlinien der Formel E schreiben vor, dass Hersteller das komplette Auto inklusive der individuellen Antriebstechnologie und die entsprechende Betreuung auch anderen Teams zu einem definierten Preis zur Verfügung stellen.

Diese Woche übernimmt Virgin Racing seine beiden neuen Rennautos für die Formel-E-Saison 2018/19 am Standort von Audi Sport in Neuburg an der Donau. Ein Shakedown auf dem Testgelände habe bereits stattgefunden, heißt es. Die neue Kooperation endet aber nicht mit der Auslieferung der Rennautos. Ein intensiver Austausch zwischen den beiden Teams wird während der Saison stattfinden, um das Performanceniveau kontinuierlich zu erhöhen.

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