Formel E

Oliver Turvey im Interview: "Noch viel Arbeit vor uns, um die Lücke zu schließen"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Oliver Turvey fährt bereits seit der ersten Saison in der Formel E. Der Brite geht seitdem für das mehrfach umbenannte und seit 2019 im Besitz von Shanghai Lisheng Racing befindliche Team Nio 333 Racing an den Start. Im Exklusiv-Interview mit 'e-Formel.de' spricht Turvey, der neben seinem Formel-E-Job auch weiterhin Simulatorfahrer beim Formel-1-Team von McLaren ist, über seine Saison 2021 und die Entwicklung des Teams in den vergangenen zwölf Monaten.

Oliver, wie würdest du die Saison 2021 rückblickend zusammenfassen?

Wir haben in dieser Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht und in mehreren Rennen Punkte geholt, schon beim Saisonstart in Diriyya und auch in Valencia. Das ganze Feld in der Formel E ist jedoch so konkurrenzfähig, dass es für uns anschließend schwer war, erneut in die Punkte zu kommen.

Was waren deine persönlichen Höhepunkte?

Ich würde sagen, dass Diriyya mein persönliches Highlight war. Nachdem wir letzte Saison überhaupt keine Punkte geholt haben, hat das gesamte Nio-333-Team sehr viel Arbeit in den neuen Antriebsstrang gesteckt, selbstverständlich auch beim Testen während der Saisonpause. Wir sind dann in Diriyya deutlich konkurrenzfähiger gewesen als im letzten Jahr. Dann im ersten Rennen einen Punkt zu holen, war schon ein gutes Gefühl. Und dann beim zweiten Rennen sogar Sechster zu werden und noch mehr Punkte zu erzielen, war ein großartiger Start in die Saison. Das war definitiv ein Highlight.

Du hattest sogar noch weitere Sternstunden.

Ja: Valencia, wo ich es zum zweiten Mal in die Super-Pole geschafft habe. Im Rennen lag ich dann teilweise auf Platz 2. Es war ein tolles Gefühl, wieder mit an der Spitze fahren zu können. In einem der energieintensivsten Rennen der Formel E auf Platz 8 zu kommen, war ein echter Erfolg für uns. Das ist ein Bereich, in dem wir in dieser Saison definitiv einige Verbesserungen erzielt haben. Für mich sind das die beiden Highlights des Jahres.

Worauf führst du die Fortschritte zurück?

Das ganze Team hat viel Arbeit in den neuen Antriebsstrang gesteckt und viele Dinge für diese Saison verbessert. Wir haben im Bereich des Antriebs einen großen Schritt vorwärts gemacht, das hat sich zu Saisonbeginn definitiv gezeigt. Ich glaube aber, das Level in der Formel E ist aktuell so hoch, wirklich jeder ist konkurrenzfähig. Es gibt viele Hersteller, dazu starke Teams und auch Fahrer. Es ist hier wirklich sehr schwierig, immer an der Spitze zu sein. Wir haben in einigen Rennen Punkte geholt, was wirklich gut war. Wir wollten noch mehr, aber die zweite Saisonhälfte war dann sehr herausfordernd. Wir müssen weiterarbeiten und uns verbessern, damit wir für die kommende Saison einen weiteren Schritt nach vorn machen können.

Was braucht es aus deiner Sicht, um die Lücke zum Mittelfeld zu schließen?

Ich denke, es ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Jedes Rennen in der Formel E ist anders, was das Energiemanagement und die Effizienz im Rennen angeht. Auch die Software hat bei diesen Autos einen großen Einfluss, was die Bereiche des Bremsens und des Energiemanagements angeht. Wir als Team müssen uns in diesem Bereich noch weiter verbessern und sicherlich haben wir hier auch noch Potenzial.

Aber es ist eine Kombination mehrerer Faktoren, und in der Formel E musst du bei Aspekten vorn mit dabei sein. Außerdem musst du am Rennwochenende alles zusammenbekommen. Das ist keine einfache Rennserie, und ich glaube, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um die Lücke zu schließen. Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung und müssen uns weiter verbessern.

Kannst du uns zum Abschluss etwas über deine Zukunft verraten: Was tust du 2022?

Ich habe einen Vertrag mit dem Team, daher glaube ich, dass ihr mich wieder in der Formel E sehen werdet. Aber das musst du das Team fragen (lacht).

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