Formel E

Opel nimmt Kurs auf die Formel E: Tim Tramnitz im Fokus für neues Gen4-Team

Theresa König

Theresa König

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Nach ersten Spekulationen über mögliche Fahrer im zweiten Porsche-Werksteam gibt es nun auch für das zweite neue Team die ersten Fahrer, die gehandelt werden. So sollen als heiße Kandidaten für die beiden Cockpits bei Opel Motorsport der deutsche Nachwuchsfahrer Tim Tramnitz und Theo Pourchaire gelten. Beide sollen bei den ersten Gen4-Testfahrten vor Ort gewesen sein und das Stellantis-Entwicklungsfahrzeug dort gefahren haben.

Bereits im Frühjahr Jahres 2025 berichteten wir über einen möglichen Einstieg von Opel Motorsport in die Formel E zum Start der Gen4-Ära. Wie nun die Kolleg:innen von The Race schreiben, habe Opel ein Auge auf Tim Tramnitz geworfen. Der ehemalige Formel-3-Fahrer testete bereits 2023 beim Rookie-Test in Berlin für ABT Cupra einen Formel-E-Boliden. 2024 erhielt Tramnitz beim Rookie-Training in Misano erneut die Chance, für ABT Cupra zu fahren.

Tramnitz fuhr bereits im Gen4-Boliden

Laut des Berichtes absolvierte Tramnitz vor wenigen Tagen seine ersten Gen4-Runden beim zweiten Herstellertest in Almeria (Spanien) – unter den Augen des Opel-Teams. Der Deutsche wird demnach hoch als Stammfahrer für eines der Cockpits des neuen Teams gehandelt. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Tramnitz nicht mehr dem Nachwuchskader von Red Bull Racing angehört und ein geplantes Formel-2-Engagement für die Saison 2026 nicht zustande kommt.

Der Formel-E-Einstieg von Opel Motorsport, dessen Motorsportchef Jörg Schrott inzwischen regelmäßiger Gast bei den E-Prix ist, wird mit der Trennung zwischen Penske und Stellantis in Verbindung gebracht. Opel könnte DS Automobiles als Stellantis-Marke in der Formel E beerben. Bekannt ist zudem, dass Stellantis ab kommender Saison erstmals in der Formel-E-Geschichte ein eigenes Team einsetzen will - bislang trat der Konzern stets nur als Antriebslieferant auf. Für die deutsche Marke Opel wäre ein deutscher Fahrer aus Marketinggründen sicherlich mehr als nur eine Option.

Neben Tramnitz wird auch Stellantis-Junior Theo Pourchaire als potenzieller Stammfahrer für das Opel-Cockpit gehandelt, der ebenfalls in Almeria den Stellantis-Testträger fuhr. Bei ihm könnte jedoch sein Engagement in der WEC - er bestreitet hier die vollständige Saison 2026 für Peugeot - sowie seine langfristige Zukunft im Langstreckensport eine entscheidende Rolle spielen.

Gen4 als Chance für eine neue Fahrergeneration

Das Interesse von Stellantis an einem Rookie wie Tramnitz könnte einige überraschen. Schaut man jedoch genauer hin, wird schnell klar, dass die Gen4-Ära ein neues Zeitalter in der Elektrorennserie einläuten wird und damit perfekt geeignet ist, neue Talente auf dem Weg zu den nächsten Weltmeistern aufzubauen.

Für Formel-E-Neulinge ist das die große Chance, den Teams zu zeigen, was in ihnen steckt. Zudem sind auch die Gehaltskosten der Nachwuchsfahrer deutlich geringer als bei ihren erfahrenen Kollegen, wodurch freigewordenes Kapital anderweitig investiert werden kann – auch wenn Fahrergehälter bislang noch nicht in den Kostendeckel der Formel E integriert sind.

Die Einführung der Gen4-Fahrzeuge wird die Karten in der Formel E neu mischen, wodurch Rookies die Möglichkeit bekommen, ein echtes Ausrufezeichen zu setzen. Ob es jedoch soweit kommen wird und ob Tramnitz tatsächlich mit Opel Motorsport in die Formel E einsteigen wird, bleibt noch abzuwarten. Eine offizielle Bekanntgabe erwarten wir frühestens in einigen Monaten.

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